Unterwäsche im Freibad: Der Männer-Badehosentrend im Check

Modische Diskussion

Der Trend, Unterwäsche unter der Badehose zu tragen, wird auch bei uns immer beliebter. Die Gründe der Männer reichen vom Komfort bis zu modischen Aspekten. In manchen Wiener Bädern ist dieser Trend verboten. Doch wie sieht es im Bezirk Eisenstadt-Umgebung aus? Die BVZ mit einem Lokalaugenschein in Neufeld, Siegendorf, Donnerskirchen und Mörbisch.

Gekommen, um (vorerst) zu bleiben: Den Badehosentrend - wie hier am Symbolbild - sieht man auch bei uns immer öfter.

Gekommen, um (vorerst) zu bleiben: Den Badehosentrend - wie hier am Symbolbild - sieht man auch bei uns immer öfter.

© Shutterstock AI

An den heißen Tagen zog es noch mehr Menschen zum kühlen Nass, und so mancher wird dabei auch einen in den vergangenen Jahren vermehrt auftretenden Bademodentrend bei männlichen Badegästen bemerkt haben: Männer und Burschen, die unter ihrer Badehose eine Unterhose tragen! Die Frage ist nun: Warum lässt man seine Unterwäsche unter der Badehose überhaupt an?

Die Gründe sind dabei sehr unterschiedlich, wie ein Lokalaugenschein in den Bädern Siegendorf, Mörbisch, Donnerskirchen und am Neufelder See zeigt. Viele stört das Netz, das in Badehosen eingearbeitet ist. „Das Netz ist auf Dauer unangenehm. Mit einer Unterhose darunter ist es bequemer“, erklärt ein Badegast.

Ein anderer erwähnt die Vorteile beim Sprung ins Wasser: „Wenn man vom Sprungturm hüpft, kann die Badehose schon einmal versehentlich runterrutschen. Mit der Boxershorts fühle ich mich einfach sicherer“, meint ein junger Badegast. Wieder andere nennen einen ganz praktischen Grund: Die Unterhose sorge für zusätzlichen Halt in der Badehose.

Neben dem Bequemheitsfaktor ist es für so manchen auch ein modischer Aspekt: „Ich finde einfach, dass es besser ausschaut!“ Besonders der sichtbare Markenbund der Boxershorts sei für ihn Teil des Outfits, sagt der Badegast. Die Short wird dabei so getragen, dass der Bund der Unterhose zu sehen ist, das soll somit „moderner, cooler und sportlicher“ wirken.

Und nicht zuletzt tragen auch einige männliche Promis und Influencer dazu bei, dass der Look bekannter wird. Viele posten den Badehosentrend auf Instagram oder TikTok. Viele möchten dann den Modetrend nachmachen und sehen die Social-Media-Stars als Vorbilder.

Vereinzelt ist dieser Badehosentrend sogar in den öffentlichen Bädern verboten. So zum Beispiel in so manchen Wiener Einrichtungen, wie etwa im Schönbrunnerbad. Aber wie wird mit dem Trend im Bezirk Eisenstadt-Umgebung umgegangen? Beim Lokalaugenschein in den Freibädern in Siegendorf, Donnerskirchen, Mörbisch und am Neufelder See gibt es kein entsprechendes Verbot – allerdings wird der Trend in jedem Bad ganz unterschiedlich wahrgenommen.

Bademode am Neufelder See – alles ist erlaubt:Im Seebad in Neufeld gibt es generell keine speziellen Vorschriften zur korrekten Badebekleidung, da es sich um ein natürliches Gewässer handelt - so heißt es vonseiten der Mitarbeiter der Neufelder Seebetriebe GesmbH. Man zeige sich für jegliche Art von Badebekleidung offen. Beim Lokalaugenschein, war der Unterwäsche-Trend auch bei sehr vielen Männern zu sehen.

In Siegendorf kein unbekannter Anblick:Ortswechsel nach Siegendorf, hier im Freibad ist der Trend mit der Unterhose unter der Badehose längst kein seltener Anblick mehr. Früher, als der Trend noch nicht so bekannt war, hätte man die Badegäste noch darauf hinweisen können, dass man Unterwäsche nicht zusätzlich tragen sollte. Mittlerweile ist das nicht mehr praktikabel.

Nach Einschätzungen des Bad-Betreibers trage bereits mehr als die Hälfte der männlichen Badgäste eine Boxershort unter der Short. Verbieten möchte man den Trend in Siegendorf aktuell aber nicht. Auch hier zeigt man sich offen gegenüber jeglicher Art von Badebekleidung.

In Donnerskirchen und Mörbisch noch kein Thema:Schauplatzwechsel in die Freibäder nach Donnerskirchen und Mörbisch. In beiden Bädern war der Trend bei den Freibadbetreibern bislang noch unbekannt oder es ist ihnen bislang nicht aufgefallen. Wie bereits in Neufeld und Siegendorf gibt es auch hier kein explizites Unterhosenverbot unter der Badehose. Es sei auch keines geplant.

Auch die Hygiene-Frage wurde angesprochen. Für die Betreiber des Mörbischer Freibades ist es viel wichtiger zu erwähnen, dass sich die Badegäste vor dem Sprung ins Schwimmbecken abduschen sollten. Nach Beobachtung des Bademeisters machen dies bedauerlicherweise höchstens zehn Prozent der Badegäste. Das Chlor unterstützt zwar die Sauberkeit des Wassers, die Dusche vor dem Baden sei für die Wasserhygiene aber entscheidender.

Ob die Unterhose unter der Badeshort diesen Sommer auch in Donnerskirchen und Mörbisch ankommt, bleibt noch abzuwarten. Fest steht aber: Dieser Trend ist gekommen, um zu bleiben.