Gemeinderat Hornstein: Amtsenthebung abgesagt

Nach anonymen Brief

Nachdem im Vorfeld schwere Geschütze aufgefahren wurden, war die Stimmung bei der Gemeinderatssitzung doch weniger konfrontativ als gedacht. Die SPÖ verzichtete auf die Abstimmungen über die Abberufung des Amtsleiters und die Volksbefragung zur Amtsenthebung des Bürgermeisters.

Das Hornsteiner Rathaus.

Das Hornsteiner Rathaus.

© Gemeinde

Die SPÖ verwies im Laufe der Sitzung auf den Bericht des Prüfungsausschusses und auf die Stellungnahme der Personalabteilung des Landes. „Rechtlich ist alles in Ordnung. Das nehmen wir zur Kenntnis und wollen das auch so festhalten“, so das SPÖ-Duo Rainer Schmitl und Florian Hofstetter: „Daher werden wir von einer Beschlussfassung Abstand nehmen.“ Die angekündigte Abberufung des Amtsleiters und die Volksbefragung zur Amtsenthebung von Bürgermeister Christoph Wolf war somit vom Tisch.

„Rechtlich sind wir uns einig: Es passt, daran wollen wir auch nicht rütteln. Aber man muss nicht alles, was rechtlich möglich ist auch machen“, verweist Hofstetter auf moralische Bedenken bezüglich der gemeinsamen Firma von Wolf und Amtsleiter Yannic Sommer. „Für uns würde so etwas nicht in Frage kommen.“

Wolf: „Persönliche Angriffe der untersten Schublade“

Unerwidert wollte der Ortschef die Kritik freilich nicht lassen: „Es ist politische Kultur in Österreich geworden, dass man versucht, mit Anpatzen politisch aktive Leute loszuwerden. Yannic (Sommer, Anmerkung BVZ) ist einer der besten Amtsleiter in ganz Österreich, der für Hornstein arbeitet.“ Und Richtung SPÖ: „Wenn ihr gerade nicht im Parteisprech seid, gebt ihr das vermutlich auch zu.“ „Persönliche Angriffe“ gegen den Amtsleiter seien „eine miese Sache“ und „unterste Schublade“.

Die SPÖ habe „aus einer Mücke einen Elefanten“ und „viel Lärm um nichts“ gemacht, so Wolfs Fazit aus der eher unschönen Auseinandersetzung.

Der Tonfall blieb bei der Sitzung trotz vieler Emotionen gemäßigt, nur zwischendurch wurden auf beiden Seiten die Unmutsäußerungen etwas lauter. Das Interesse der Hornsteiner war jedenfalls groß, sogar zusätzliche Sessel waren für die Zuhörer notwendig.