Zum Schutz für Muschel und Biber

Naturschutz

In Leithaprodersdorf wurden Maßnahmen zum Schutz der bedrohten Bachmuschel und des geschützten Bibers umgesetzt. Drainagen in Biberdämmen gewährleisten einen kontinuierlichen Wasserfluss und helfen der Gemeinen Bachmuschel.

Lösung. Um auch bei niedrigem Wasserstand den Durchfluss durch Biberdämme zu ermöglichen, wurden mit Rohren Drainagen durch diese gelegt - gesichert mit Drahtkörben, um ein Verstopfen zu verhindern.

Lösung. Um auch bei niedrigem Wasserstand den Durchfluss durch Biberdämme zu ermöglichen, wurden mit Rohren Drainagen durch diese gelegt - gesichert mit Drahtkörben, um ein Verstopfen zu verhindern.

© zVg/Bibermanagement Burgenland

Durch die langanhaltende Trockenheit war in Leithaprodersdorf eine besondere Art gefährdet: die Gemeine Bachmuschel. „Der Johannesbach war im Bereich nach dem Johanneskreuz trocken“, wie Bürgermeister Martin Radatz (ÖVP) erklärt. Hier gibt es aber starkes Vorkommen der europaweit streng naturgeschützten und vom Aussterben bedrohten Art.

Die Gemeindeführung richtete sich an das Bibermanagement. „Laut der Gemeinde werden die Biberdämme für die Austrocknung verantwortlich gemacht, weshalb eigenmächtig gehandelt wurde und ein Großteil der Dämme zum Schutze der Flussmuschel entfernt wurde. Nach teilweise erneutem Aufbau der entfernten Dämme wurden kurze Zeit später erneut wichtige Dämme ohne Absprache – angeblich durch Landwirte – entfernt“, heißt es auf Nachfrage von der zuständigen Abteilung im Land.

Dies darf aber nur mit „Ausnahmegenehmigungen“ (wie auf der Homepage des Bibermanagements nachzulesen ist) erfolgen, da auch der Biber eine geschützte Art ist. Nach einer Begehung und Gesprächen zwischen Bibermanagement, Landesregierung (Abteilung 4) und der Gemeinde, wurden „Maßnahmen zum Schutz der Flussmuschel und gleichzeitig zum Schutz des Bibers“ ausgearbeitet, wie es weiter heißt.

So beschloss man, die Dämme durch Drainagen wieder durchlässig zu machen. „Dadurch soll einerseits ein kontinuierlicher Wasserabfluss im Johannesbach ermöglicht werden, andererseits bleibt damit die wichtige Stauwirkung der Biberdämme erhalten. Gerade in solchen Trockenperioden wie in den letzten Monaten sind diese Staubereiche oftmals die letzten Wasserreserven“, so eine Sprecherin vom Amt der Landesregierung.

Austrocknung durch Trockenheit und Verklausungen

Diese anhaltende Trockenheit wird auch als Grund für das trockene Bachbett genannt. Neben den Biberdämmen gäbe es zudem weitere, nicht vom Biber verursachte Verklausungen, die „den Wasserabfluss teilweise stark behindern“, ergänzt die Sprecherin.

Die erforderlichen Arbeiten wurden vergangene Woche durchgeführt. An zwei Tagen wurden in sechs der neun Dämme im Bach vom Naturschutzbund Burgenland sowie mithilfe von freiwilligen Helfern Kunststoffrohre als Drainagen verlegt – eine einfache und wirkungsvolle Methode. Diese hatte das Bibermanagement vorrätig, wodurch keine Kosten für die Gemeinde entstanden. Die Kosten für die Arbeitsstunden für Einbau und die Kontrollen übernimmt das Bibermanagement.

Bei der ersten Kontrolle durch das Bibermanagement vergangenen Freitag habe sich gezeigt, dass die Drainagen gut funktionieren und die Biber diese „bislang gut akzeptieren“. Diese Kontrollen übernehmen in den nächsten Wochen weiterhin Mitarbeiter vom Bibermanagement, dann sollen diese von der Gemeinde durchgeführt werden.

Erfahrungswerte mit solchen Drainagen wurden bereits im Eisbach in Eisenstadt und im Sulzbach in Wulkaprodersdorf gesammelt. Es zeigte sich, dass die Biber oft versuchen, die Rohre wieder abzudichten. Daher werden diese mit Gittern versehen und somit auch die Beseitigung von Material, wie Ästen, Schlamm oder Ähnlichem, erleichtert.