Andreas Kollar übernimmt Psychiatrie-Fachbereich im Burgenland

Neubesetzung

Die Sozialen Dienste Burgenland bündeln ihre psychosozialen Angebote künftig stärker unter einer fachlichen Leitung. Der klinische Psychologe Andreas Kollar übernimmt ab sofort die Fachbereichsleitung für die Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie. Ziel ist eine engere Abstimmung der Angebote und eine bessere Vernetzung der beteiligten Einrichtungen.

Landesrat Leonhard Schneemann mit Andreas Kollar, dem neuen Fachbereichsleiter für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie

Landesrat Leonhard Schneemann mit Andreas Kollar, dem neuen Fachbereichsleiter für Kinder-, Jugend- und Erwachsenenpsychiatrie

© LMS Burgenland

Neue Schnittstelle zwischen Kinder- und Erwachsenenbereich

Soziallandesrat Leonhard Schneemann präsentierte die personelle Neubesetzung am Montag im Rahmen einer Pressekonferenz in Eisenstadt. Kollar übernimmt bei den Sozialen Diensten Burgenland die fachliche Verantwortung für den Psychosozialen Dienst und die Kinderpsychiatrie. Damit soll er künftig die Verbindung zwischen dem Erwachsenenbereich sowie dem Kinder- und Jugendbereich herstellen.

Hintergrund der Entscheidung ist die steigende Nachfrage nach psychosozialer Unterstützung. Nach Angaben des Landes nehmen Belastungen in allen Altersgruppen zu. Die Herausforderungen reichen von psychischen Erkrankungen und familiären Krisen bis hin zu Einsamkeit und komplexen sozialen Problemlagen.

Andreas Kollar übernimmt Psychiatrie-Fachbereich im Burgenland

© LMS Burgenland

„Der Bedarf an psychosozialer Unterstützung steigt spürbar. Menschen aller Altersgruppen und gesellschaftlicher Hintergründe sind zunehmend belastet. Das Spektrum reicht von persönlichen Lebenskrisen und schweren psychischen Erkrankungen über massive familiäre Herausforderungen bis hin zu totaler Überforderung, Einsamkeit oder komplexen, scheinbar ausweglosen Lebenssituationen. Hilfe darf in solchen Situationen kein Spießrutenlauf durch den Behördendschungel sein, sondern muss genau dort ankommen, wo sie dringend gebraucht wird – rasch, unbürokratisch, fachlich exakt abgestimmt, möglichst wohnortnah und vor allem mit klaren, verlässlichen Ansprechpersonen. Der neue Fachbereichsleiter soll hier für eine fachliche Steuerung und Koordination sorgen und die Verknüpfung der einzelnen Bereiche optimieren“, betonte Schneemann.

Breites Netzwerk mit mehr als 1.500 Beschäftigten

Die Sozialen Dienste Burgenland, kurz SDB, vereinen nach Angaben des Landes mehr als 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unterschiedlichen Pflege-, Betreuungs- und Sozialangeboten. Dazu zählt unter anderem der Psychosoziale Dienst, der in allen Bezirksvororten vertreten ist.

Auch die Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie die Kinder- und Jugendpsychotherapie gehören zu den SDB. An den Standorten Eisenstadt, Oberwart und Neusiedl am See werden junge Menschen bis zum 18. Lebensjahr betreut.

Vor diesem Hintergrund sieht Schneemann die neue Funktion als wichtigen Schritt zur weiteren Koordination der bestehenden Angebote. Der neue Fachbereichsleiter soll die Zusammenarbeit zwischen den Einrichtungen stärken, fachliche Standards weiterentwickeln und als zentrale Ansprechperson für die beteiligten Organisationen dienen.

Darüber hinaus soll Kollar eine Schlüsselrolle bei der Erarbeitung und Umsetzung eines neuen Psychiatriekonzeptes für das Burgenland übernehmen.

Fokus auf Familien und regionale Vernetzung

Kollar bringt Erfahrungen aus der klinischen Praxis mit und möchte den Schwerpunkt zunächst auf Kinder und Jugendliche legen. Dabei rückt er auch das familiäre Umfeld in den Mittelpunkt.

„Es geht immer um Menschen in belastenden Lebenslagen, Kinder- und Jugendliche, Familien, die Unterstützung brauchen. Der erste Fokus liegt auf dem Bereich der Kinder und Jugendlichen. Denn es gilt das System Familie zu erkennen. Die Not eines Kindes bedeutet immer auch die Not einer ganzen Familie. Man kann nicht genug in die Gesundheit der Kinder investieren, denn jedes Kind wird ein Erwachsener. Bei den Erwachsenen geht es um die Behandlung und Begleitung von Menschen mit Suchterkrankungen und schweren psychischen Erkrankungen, aber auch Menschen mit Behinderungen, die meist auch sehr komplexe Bedürfnisse haben. Psychosoziale Belastungen, Behinderungen und komplexe Bedürfnissituationen halten sich nicht an Zuständigkeiten, daher sind Vernetzung, Nähe und regionale Verlässlichkeit besonders wichtig“, so Kollar.

Neben einer besseren Abstimmung der Angebote möchte der neue Fachbereichsleiter gemeinsam mit den Verantwortlichen prüfen, wo strukturelle oder personelle Engpässe bestehen. Gleichzeitig sollen bewährte Strukturen erhalten bleiben.

„Gute psychosoziale Angebote müssen perfekt aufeinander abgestimmt sein und die Übergänge zwischen den einzelnen Institutionen fließend gestaltet werden. Gemeinsam mit den Verantwortungsträgern und Akteuren der einzelnen Institutionen soll daher geschaut werden, wo es strukturelle und personelle Engpässe gibt und noch etwas nachgeschärft werden muss und welche Strukturen beibehalten werden können – das gilt es, gemeinsam mit den verschiedenen Fachstellen herauszuarbeiten. Ein erster Blick auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat gezeigt, dass im Burgenland enormes fachliches Knowhow und Engagement vorhanden sind“, so Kollar.