Mit Sommer-Drinks gegen sinkenden Weinkonsum

Neue Madinis

Ein schwerer Merlot mit 14,5 Prozent Alkohol wird bei über 30 Grad wohl eher nicht zum Verkaufsschlager. Und auch abseits dunkler Rotweine hat der Weinbau im Verkauf schon bessere Zeiten erlebt. Das Weingut Mad aus Oggau will dem sinkenden Weinkonsum mit seinem Sommerdrink „Madini“ entgegensteuern.

Matthias Siess und Schwiegertochter Barbara Siess mit den neuen Madinis.

Matthias Siess und Schwiegertochter Barbara Siess mit den neuen Madinis.

© BVZ/Wagentristl

„Die jungen Leute trinken ja kaum noch Wein“, weiß Winzer Matthias Siess nur zu gut, nach Jahrzehnten im Weinbau und an der Spitze des heimischen Weinmarketings Wein Burgenland. „Das wollen wir ändern. Wir wollen die Jungen nicht wieder zum ,Saufen', sondern zum genussvollen Weinkonsum bringen.“ Wie das gehen soll? Darüber zerbricht sich die gesamte Branche schon länger den Kopf.

ÖWM setzt auf „Cool Red“, Familie Siess auf „Madini“

Leichter, kühler, anders - so in etwa lässt sich der aktuelle Kundentrend zusammenfassen. Vor allem die Rotwein-Produzenten des Landes jammern über volle Keller und schlechten Absatz beim Rotwein - was freilich nicht an der Qualität liegt. Leichte Rote finden noch eher Käufer, besonders im Sommer zählen Blaufränkisch und co. allerdings eher als Ladenhüter.

Mit Sommer-Drinks gegen sinkenden Weinkonsum

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Ein Trend, mit dem die rot-goldenen Winzer ihre zweifellos guten Weine noch besser verpacken und an den Weintrinker und die Weintrinkerin bringen wollen, sind „Cool Reds“: Leichte Rotweine, häufig Zweigelt, die kühl bis kalt getrunken werden und so auch bei sommerlichen Temperaturen noch schmecken. Der Puszta Libre des Golser Weinguts Claus Preisinger hat es vorgemacht, mit „Cool John“ oder „On the Rocks“ haben Scheiblhofer, Hareter und viele weitere nachgezogen.

Den „Cool Reds“ hat das Österreichische Weinmarketing nun auch eine eigene Kampagne gewidmet. Gekühlt oder als Rosé ausgebaut soll so der heimische Rotwein neue Kundenschichten erschließen - vor allem bei jungen Wein-Neulingen und -Enthusiasten kommen die etwas anderen Stilistiken scheinbar gut an.

Weingut Mad setzt auf „Madini Ice“

Matthias Siess und das Oggauer Weingut Mad setzen zudem auf ihren „Madini“, der vom Experiment für das familienbetriebene Wirtshaus „Herztröpferl“ - das übrigens von 4. bis 6. Juli wieder geöffnet hat - zum Sommer-Schlager avancierte. Nicht nur wirtschaftlich, auch kulturell sei es der Familie ein Anliegen, „die Jugend wieder zum Wein zu bringen.“

Das gelinge eben nicht, wenn man stur auf alte Konzepte setze, so der Pensionist voller jugendlicher Experimentierfreude.

Man muss was ausprobieren, gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen sich der Wein nicht von selbst verkauft. Matthias Siess, Oggauer Winzer und Ehrenobmann von Wein Burgenland.

Mit Sommer-Drinks gegen sinkenden Weinkonsum

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Neben dem Klassiker „Wine & Grapefruit“ und dem „Frizzante & Grapefruit“ hat Familie Siess nun auch zwei neue Madinis ins Sortiment aufgenommen: Den „Madini Holunderblüte & Himbeere“ und den frisch abgefüllten „Madini Ice“ mit Minze.

Derartige „Wein-Cocktails“, so die Bezeichnung für Sommer-Drinks wie den Madini, sind aktuell von Nord bis Süd im Kommen - im Süden etwa in Form von Uhudler-Hugo oder fertigen Uhudler-Spritzer-Flaschen.

Leicht haben es die Winzer trotz vieler kreativer Ideen aktuell jedenfalls nicht. Der Klimawandel zwingt viele Betriebe nicht nur zu Veränderung bei der Weingartenarbeit, sondern verändert auch die Konsumgewohnheiten der potenziellen Kunden. Und in wirtschaftlich angespannten Zeiten zeigt sich besonders deutlich: Wer nicht mit der Zeit geht, muss womöglich mit der Zeit gehen.