Thomas Steiners Neujahrsempfang: zwischen Rang, Namen und guter Laune

Neujahrsempfang

Wenn Eisenstadts Bürgermeister Thomas Steiner zum Neujahrsempfang ins Eisenstädter Rathaus lädt, dann ist eines sicher: Es wird eng. Sehr eng, denn alles, was Rang und Namen hat oder zumindest glaubt, Rang und Namen zu haben, folgte der Einladung nur allzu gerne. Schließlich zählen die Einladungen zum Bürgermeister-Neujahrsempfang zu den begehrtesten gesellschaftlichen Tickets des Jahres. Frei nach dem unausgesprochenen Motto: „Wer was auf sich hält, ist dabei.“

Vize-Bgmst. Istvan Deli, Bgmst. von Eisenstadt Thomas Steiner, Vize-Bgmst. Charlotte Toth-Kanyak und Magistratsdirektorin Gerda Török bei einem Selfie mit Militärpfarrer Alexander Wessely.

Vize-Bgmst. Istvan Deli, Bgmst. von Eisenstadt Thomas Steiner, Vize-Bgmst. Charlotte Toth-Kanyak und Magistratsdirektorin Gerda Török bei einem Selfie mit Militärpfarrer Alexander Wessely.

© Nina Mayer

Und sie waren wirklich alle da. Menschen aus Kultur, Politik, Wirtschaft, Kunst – kurzum: Eisenstadt im besten Anzug. Man kannte einander, man nickte sich wissend zu, man freute sich ehrlich - oder pflichtbewusst - über das Wiedersehen im neuen Jahr.

Die Gästeliste las sich wie ein „Best of“ des öffentlichen Lebens: Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Landesrätin Daniela Winkler, Volksanwältin Gaby Schwarz, Bundesratsabgeordneter Christoph Zarits, Kammerpräsidenten, Vertreter der Kirchen – und nicht zu vergessen Hans Niessl, Landeshauptmann a. D. Die vollständige Aufzählung? Sie würde den Rahmen sprengen und das Buffet kalt werden lassen.

Für den musikalischen Auftakt sorgte das Blechbläserquintett der Bauernkapelle St. Georgen, das mit feinem Klang den passenden festlichen Rahmen setzte. Danach wurde es politisch, rückblickend und auch ein wenig nachdenklich. Hausherr Bürgermeister Thomas Steiner, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und Vizebürgermeister István Deli ließen das vergangene Jahr Revue passieren – ein Jahr, in dem Eisenstadt viel zu feiern hatte.

Allen voran: 100 Jahre Landeshauptstadt Eisenstadt. Ein stolzes Jubiläum, das 2025 prägte. Erinnerungen wurden wach an die Eröffnung der Stadtvilla im April – ein neues Museum, das sich rasch großer Beliebtheit erfreut – ebenso wie an den Städtetag, bei dem mehr als 1.000 Delegierte im schönen Eisenstadt willkommen geheißen wurden.

Der Blick nach vorne fiel allerdings nicht nur rosig aus. Der Übergang ins Jahr 2026 wird kein einfacher, vor allem aus finanziellen Gründen. Gerade deshalb, so der Tenor, brauche es Offenheit, Maß und Verantwortung. Klare Prioritäten seien gefragt, aber trotzdem dürfe man den Mut für neue Projekte nicht verlieren.

Ein solches steht bereits in den Startlöchern und sorgte für besonderes Interesse: „Tiny Forests“ nach japanischem Vorbild. Kleine Wäldchen von rund 300 Quadratmetern sollen an verschiedenen Stellen im Stadtgebiet entstehen, die Biodiversität fördern und ein Stück Natur zurück in die Stadt bringen. Klein, aber wirkungsvoll, wie so manches vertrauliche Gespräch an diesem Abend.

Geplauscht wurde lange, herzlich und zunehmend ausgelassen. Kulinarisch bewährte sich einmal mehr das Gasthaus „Haydnbräu“, das für das Essen verantwortlich zeichnete und viel Lob erntete. Je später der Abend, desto fröhlicher die Stimmung – und ja, man darf es hinter vorgehaltener Hand und im geschützten Rahmen der BVZ sagen: Die Gespräche wurden burgenländisch zünftig, die Witze ein wenig schlüpfrig, das Lachen dafür umso lauter.

Ein Neujahrsempfang, wie man ihn kennt und liebt. Fröhlich, gesellig, ein bisschen sarkastisch, sehr menschlich, allzu menschlich. Und eines darf man mit Sicherheit annehmen: Alle Gerüchte, die über die Feiertage entstanden sind, sind nun endgültig unterm Volk.

Das ist Gemeinschaft. Und das ist Eisenstadt.