Ein Lied ohne Mann

NINAS LIEBES GEFLÜSTER

Sehr viele Musikveranstaltungen stehen gerade im Burgenland an.

Nina Mayer schreckt vor nichts zurück

Nina Mayer schreckt vor nichts zurück

© Nina Mayer

Da Musik ein Faible von mir ist, trage ich mich bei unserer BVZ für fast alle Events diesen Charakters ein. Rock, Pop, Schlager, ja sogar Blasmusik. Ich schrecke vor nichts zurück und singe auch überall mit. Falsch, aber mit Leidenschaft.

Ich habe mich gefragt, warum Musik in der Lage ist, so starke Emotionen in uns hervorzurufen. Eine Erklärung ist natürlich, dass wir Lieder mit bestimmten Erinnerungen verbinden. Wisst ihr noch euer gemeinsames Lied mit eurer ersten großen Liebe? Ich auch: „Stand by Me“ war es, so viel sei verraten. Der Mann ist so gut wie vergessen, das Lied ist geblieben.

Oder „La Paloma“, das Lieblingslied meines Großvaters, der ein begeisterter Segler war. Wir haben es bei seinem Begräbnis gespielt. Ich dachte, jetzt werde ich sicher immer Tränen vergießen, wenn ich es höre, aber so ist es nicht. Prägend sind die glücklichen Momente vorher geblieben, wenn er es mir zum Beispiel am Boot vorgesungen hat, im Garten, im Auto, beim Heurigen... Ihr seht: er hat auch gerne gesungen. Muss wohl in der Familie liegen.

Viele Instrumente hat er gespielt, ich bin schon am Klavier kläglich gescheitert. Umso größer war meine Bewunderung, als ich letzte Woche die berühmten Pianisten Johannes und Eduard Kutrowatz besuchen durfte. Ehrfürchtig habe ich über den Flügel auf der Konzertbühne gestrichen, aber dabei gedacht: „Gott sei Dank hat meine Mutter damals in der Kindheit nicht darauf bestanden, dass ich weiterlernen muss, wie es bei manchen üblich war“. Na ja, bei mir hätte sie ohnedies auf Granit gebissen.

Am Dienstag steht die Pressekonferenz der Mörbischer Starnacht an. Ich sage nur: Nik P. ist dort. Ob ich ihn nicht zu einem gemeinsamen „Stern, der deinen Namen trägt“ nötige?

Nina Mayer erzählt in ihrer Kolumne „Ninas liebes Geflüster“ über die Geschichten hinter den Geschichten.