Am Jägerball: Kein billiges Vergnügen
Ninas liebes Geflüster
Ein Ball geht noch.
Nina Mayer (BVZ) im Trachtenlook
© Nina Mayer, Nina Mayer
Burgenland hat heuer den Vorsitz beim Jägerball in Wien in der Hofburg. Grund genug hinzufahren und darüber zu berichten. In Wien ist es ein bisserl anders als bei uns im Burgenland. Einer formellen Anmeldung bedarf es, durch die ich schriftlich mitgeteilt bekommen habe, dass strenger Dresscode herrscht. Ein Dirndl soll es sein, über die Knie muss es reichen.
Besitzerin eines Dirndls bin ich ja, aber 20 Jahre hat das Kleidungsstück schon am Buckel. Kritisch betrachtete ich es und war nicht wirklich zufrieden. Also stattete ich dem Eisenstädter Trachtengeschäft einen Besuch ab. Nach langem Hin und Her fiel meine Wahl auf ein frisch-fröhliches rosa Dirndl mit einer grünen, von Hand bestickten Seidenschürze. Auf den Preis habe ich nicht geachtet und war dann doch etwas sprachlos, als ich ihn erfuhr.
Niedrig vierstellig, sag ich nur. Nein, das war es mir nicht wert! Nächster Plan: das alte Dirndl zur Schneiderin bringen und enger machen lassen, denn es war ein bisschen zu weit. In den nächsten Tagen hörte ich überall, dass der Jägerball einer der schönsten im Lande sein soll, sehr nobel und fein. Ich begann zu schwanken. Meine Damen, sie kennen das sicherlich.
Am Samstag knickte ich ein, die liebe Verkäuferin hatte Einsehen, machte mir einen besonderen Preis und empfahl mir Frischblumen ins Haar zu flechten. Wie kann man da schon widerstehen? Ich bestellte dieses Arrangement auch noch. Hohe Ballschuhe und eine nicht leichte Fotoausrüstung erforderten dann noch ein Taxi von der Tiefgarage bis zur Hofburg und ich dachte ob der vielen Unkosten: „Wenn sich das bloß auszahlt!“
Aber ich muss sagen: Es war die Sache wert! Ein unvergesslicher Abend, viel Prominenz zum Fotografieren, sehr elegant und bei der Mitternachtsquadrille habe ich auch nicht gepatzt.