Neues Leben für Kleinhöfleiner Gastro-Juwel „Alte Schule“

Peter Pichler übernimmt

Das ehemalige Gasthaus „Alte Schule“ in Kleinhöflein hat einen neuen Eigentümer. Der stadtbekannte Gastronom Peter Pichler hat das geschichtsträchtige Objekt übernommen und plant eine behutsame Revitalisierung.

Die Uhren sind stehengeblieben in der Alten Schule Kleinhöflein - Peter Pichler will sie jetzt mit viel ursprünglichem Charme wieder zum Laufen bringen.

Die Uhren sind stehengeblieben in der Alten Schule Kleinhöflein - Peter Pichler will sie jetzt mit viel ursprünglichem Charme wieder zum Laufen bringen.

© BVZ/Kaiser

Peter Pichler ist in der Eisenstädter Gastroszene kein Unbekannter. Er prägte mit Lokalen wie dem „Mendez“, dem „Central“ oder dem „Oscars“ über Jahrzehnte die Szene der Landeshauptstadt. Nun widmet sich der 72-Jähriget, der selbst seit über zehn Jahren in Kleinhöflein lebt, einem besonderen Juwel in seiner Nachbarschaft. „Ich habe Sandra Seewald schon vor achtzehn Jahren gesagt: Wenn du verkaufst, gib mir Bescheid“, erzählt Pichler im Gespräch mit der BVZ in der „Alten Schule“.

Das Gebäude blickt auf eine lange Historie zurück, betont Pichler: Teile davon stammen aus dem Jahr 1641, lange vor Einführung der allgemeinen Schulpflicht. Bis 1971 wurde das Haus als Schule genutzt, bevor die Familie Seewald es vier Jahrzehnte lang als Gaststätte führte. Pichler möchte diesen für den Ort wichtigen Boden nun wieder beleben.

„Es wird keine Disco und kein neues Mendez“, stellt der Gastronom klar. Statt eines klassischen Restaurantbetriebs soll das Gasthaus künftig als Mietlocation für Hochzeiten, Taufen, Geburtstage oder Firmenevents zur Verfügung stehen. Das dazugehörige Wohnhaus plant er in ein Studio für Physiotherapie umzuwandeln. Da es keine fixe Küche geben wird, setzt Pichler auf die Zusammenarbeit mit Caterern.

Die Bausubstanz ist laut Pichler in einem hervorragenden Zustand. „Die Familie Seewald hat das Haus gewissenhaft gepflegt, die Heizung ist intakt – es ist kein typischer Lost Place“, so der neue Eigentümer. Im ersten Schritt sollen die Eternitplatten an der Fassade entfernt werden, um den historischen Charakter wieder zum Vorschein zu bringen.

Einen strengen Zeitplan gibt es nicht. „Ich bin Pensionist, habe keinen Druck“, betont Pichler augenzwinkernd. Für kleine Feiern könne man die Räumlichkeiten sogar ab sofort mieten, bevor die größeren Sanierungsarbeiten an der Außenhülle starten.

Pichler hat sich bewusst ein Generationenprojekt vorgenommen: Mit der „Alten Schule“ möchte er einen Ort schaffen, an dem die Tradition der früheren Bälle und Feste in moderner Form weiterleben kann. „Ich mag das Alte, das gelebt hat und dem man das Leben ansieht“, so Pichler. Und wer weiß, vielleicht wird es ja nicht ein Projekt über mehrere Generationen: Pichlers Sohn und Tochter sind beide in ihren Zwanzigern und müssen, obwohl sie derzeit noch die Welt erkunden, ja auch einmal ihr Lebenswerk finden.