Pater Stefan aus Loretto: ein Leben mit Gott
Portrait
„Happy Birthday!“ hieß es am 20. August für Pater Stefan anlässlich seines 50. Geburtstags. Viele kennen den meist gut gelaunten Pater vom Kloster Loretto. In einem Interview erzählte er aus seinem Leben als Geistlicher, Imker, Schauspieler und Schnapsbrenner.
Am 20. August feierte Pater Stefan seinen 50. Geburtstag. Seit 27 Jahren lebt er im Kloster in Loretto, seit Mai 2003 ist er als Pfarrer tätig.
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Eigentlich stammt Stefan Vukits aus dem Landessüden. Die ersten zehn Jahre seines Lebens wuchs er in Podler bei Rechnitz auf. Kroatisch ist seine Muttersprache. Ein Tatsache, die ihm später dabei zugutekam, acht Jahre lang als Chefredakteur der kroatischen Kirchenzeitung vorzustehen.
Während der ersten Klasse des Gymnasiums zog er mit seiner Mama und seinen zwei Brüdern nach Eisenstadt. So richtig begeistert vom Lernen war er nicht immer. Prof. Eisele überreichte ihm sein Maturazeugnis mit den Worten: „Für unseren Hasardeur!“
Seinen Weg hat er trotzdem mit Bravour gemacht. Klassisch, seine Karriere. Als Ministrant war er tätig, als Lektor, Organist, sang im Kirchenchor und in der Jugendband.
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Der Eintritt
Erste Gedanken an ein Leben für Gott schlichen sich schon im Gymnasium in Stefans Kopf, als logische Folge absolvierte er ein Theologiestudium - zuerst in Wien, dann in Heiligenkreuz. Nach dem ersten Abschnitt trat er ins Kloster in Loretto ein. Die Ehe mit Gott, wie er es nennt, hat den „Vorteil“, dass man sie vorerst auf Probe eingehen kann. Zum Glück für seine zukünftigen Schäfchen gefiel es ihm.
Er schloss sein Postulat ab, das ihn ein Jahr nach Boston in die USA führte, dann sein Noviziat, bei dem er das Ordensleben und die Arbeit mit der Kirchengemeinde kennenlernte. Nach der zeitlichen Profess legte er seine ewigen Gelübde ab. Im Oktober 2002 wurde er zum Diakon geweiht, im Mai 2003 zum Priester.

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Familienleben der anderen Art
Die romantische Vorstellung eines beschaulichen Ordenlebens mit viel Zeit für das Gebet, wich rasch der Realität. Mittlerweile fungiert Pater Stefan als Leiter des Klosters in Loretto und der Seelsorge der Gemeinden Loretto, Leithaprodersdorf und Stotzing. Ob er eine Lieblingsgemeinde hat? „Nein“, beteuert er, „in allen bin ich gerne!“ Jede Gemeinde unterscheidet sich von den anderen, jede hat ihre Stärken und birgt ihre eigenen Herausforderungen.
Seine Mitbrüder Pater Anton, der viele Jahre das Kloster geleitet hat, und Pater Clifford sind ihm Familie geworden, seine Ordensfamilie. Und das darf man sich auch so vorstellen. Wird es einmal am Abend spät, muss man sich schon die Feststellung „Gestern warst aber lange fort!“ gefallen lassen. Wie im Leben außerhalb der Klostermauern.

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Mit der Kraft des Glaubens
Es liegt in der Natur des Menschen die Nähe zu Gott vor allem in schweren Zeiten zu suchen. Natürlich gehen manche Schicksalsschläge Pater Stefan besonders nahe. „Warum?“ fragt er sich nach all den Jahren nicht mehr. „Manches liegt eben in der Macht eines Höheren!“
Wenn er dann aber zu alten Menschen kommt, die schon tagelang im Sterben liegen und nicht zur Ruhe finden und er ihnen durch Gespräche und die Erteilung der Krankensalbung Ruhe schenken kann, um in ein anderes Leben überzutreten - ja - das berührt den Angehörigen des Oblatenordens schon tief.

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Der Opa hat's vorgemacht
Und das Leben abseits der Seelsorge? Für dieses hat ihm sein Opa viel beigebracht. Mit Leidenschaft frönte dieser der Imkerei und der Schnapsbrennerei. Wie der Zufall es so wollte, entdeckte Stefan eines Tages im Klostergarten einen entflohenen Bienenschwarm und wurde zum Imker. Den Honig gibt es an den Markttagen des Klosters im August und September zu erstehen.
Die Idee zur Schnapsbrennerei wurde bei einem Klostergartenbesuch seines Freundes Roman Franz geboren. An die 100 Obstbäume wachsen in diesem. „Jammerschade um die Früchte!“, dachten sich die beiden und schritten zur Tat.
Am „Tag des Edelbrandes“ (dieses Jahr am 22.11. bei Fam. Franz in 2443 Leithaprodersdorf, Hauptstr. 15) kann man die Schnäpse und Liköre, unter denen sich auch eine Köstlichkeit namens „Kloster-Nusslikör“ von Stefans ungarischer Steffi-Tant' befindet, käuflich erwerben. Mehrere Goldmedaillen erhielten die beiden Männer schon bei der burgenländischen Landesprämierung.
Und zu guter Letzt wird geschauspielert. Auch in diesem Metier ist Pater Stefan ein wahres Talent. Beim Leithaprodersdorfer Laientheater, das man gar nicht so nennen will, da auf höchstem Niveau gespielt wird, hat er bei der Faschingsaufführung meist eine Rolle inne und sorgt damit beim Publikum für großes Wohlgefallen. Sein Credo: „Humor ist die beste Medizin!“
In diesem Sinne: Happy Birthday, Pater Stefan!

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