„Kein Verkehrschaos vor der Schule“

Probebetrieb Schulstraße

Seit November 2025 läuft vor der Volksschule Eisenstadt ein Probebetrieb: Die Bahngasse vor der Schule wird in der Früh für den Autoverkehr gesperrt. Von den Eltern kommt Lob.

Interessierte Kongressteilnehmer besuchten die abgesperrte Schulstraße in Eisenstadt.

Interessierte Kongressteilnehmer besuchten die abgesperrte Schulstraße in Eisenstadt.

© BVZ/Kirchmeir

Jeden Morgen um 7 Uhr stellt der Schulwart der Volksschule zwei rot-weiße Scherengitter in der Bahnstraße vor der Volksschule Eisenstadt auf. Die Straße wird bis 8 Uhr für den Durchzugsverkehr gesperrt. An der Kreuzung St.-Rochus-Straße/St.-Martin-Straße stehen Polizisten, die dafür sorgen, dass die Kinder sicher über den Zebrastreifen kommen.

„Vom ersten Tag an hat der Probebetrieb funktioniert“, freut sich Christoph Feichtinger, der zuständige Sachbearbeiter beim Magistrat Eisenstadt. Am Freitag, 11. September 2026, stellte er das Projekt vor Ort Teilnehmenden des Fußverkehrs- und Radgipfels vor.

Über die Schule und die Elternvertretung wurde über das Projekt informiert, der einzige betroffene Anrainer vorausschauend einbezogen. „Das Wichtigste ist die Kommunikation mit den Bürgern“, sagt Christoph Feichtinger. Die Busbetreiber mussten auch mitspielen, weil sie wegen der Sperre des Straßenabschnitts eine andere Route nehmen müssen.

Das Projekt werde laufend evaluiert, zu Beginn wollte man wissen, ob die temporäre Straßensperre funktioniert oder etwa der Verkehr auf der stark frequentierten Kreuzung nahe der Schule zum Erliegen kommt.

„Man muss es einfach probieren“, sagt Christoph Feichtinger. 500 Kinder besuchen die Volksschule Eisenstadt und viele von ihnen gehen täglich zu Fuß zur Schule oder kommen mit dem Rad.

„Ich finde diese Lösung sehr gut“, sagt die Mutter einer Erstklasslerin. „Es gibt kein Verkehrschaos vor der Schule, Sicherheit geht vor.“ Zehn Minuten geht sie mit ihrer Tochter zur Schule. „Mir ist die morgendliche Bewegung wichtig“, sagt die Eisenstädterin. Dass viele Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht werden, sei oft der Bequemlichkeit der Eltern zuzuschreiben. „Man kann den Kindern ruhig mehr zutrauen“, meint die Mutter.

Auch sonst ist sie klimafreundlich unterwegs, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem Stadtbus. „Mit dem Fahrrad ins Stadtzentrum zu kommen, ist nicht so einfach“, bemerkt sie und wünscht sich eine autofreie Innenstadt.

Eine Mutter zweier Volksschulkinder findet die temporäre Schulstraße „super - es ist viel ruhiger und entspannter“. Früher hätten manche Eltern sogar in zweiter Spur geparkt und gehupt, um sich bemerkbar zu machen. „Es wäre schön, wenn diese Lösung dauerhaft wäre“, meint die Mutter.

Am Nachmittag beim Abholen wird die Straße vor der Schule übrigens nicht gesperrt. Viele Eltern versuchen dann, direkt vor der Schule zu parken. „Es ist stressig, weil die Eltern Runden fahren und einen Parkplatz suchen“, sagt die Mutter, deren Kinder den zirka ein Kilometer langen Schulweg alleine zurücklegen dürfen.

„Der Probebetrieb in der Früh bewährt sich und geht mit einer Bewusstseinskampagne einher: Bitte geht doch zu Fuß!“, ruft Christoph Feichtinger dazu auf, generell für den Schulweg eine klimafreundliche Lösung zu wählen.