Furmint: Eine Rebe, die Rust mit Jeruzalem verbindet

Radweg Burgenland

Kürzlich wurde in Rust ein Radweg präsentiert, der quer durch das Burgenland bis nach Slowenien führt: Der „Furmint-Trail“ verbindet so Rust mit der slowenischen Ortschaft Jeruzalem. Das verbindende Element: die Furmint-Traube, die in beiden Regionen angebaut wird.

Stolz. Beim Projekt "Furmint-Radweg" arbeiteten Patrick Hierner (Burgenland Tourismus), Bettina Zentgraf (Bürgermeisterin Mörbisch), Gerold Stagl (Bürgermeister Rust), Sonja Grappa (Gemeinde Rust) sowie Christian Zechmeister (Wein Burgenland, v.l.) zusammen.

Stolz. Beim Projekt "Furmint-Radweg" arbeiteten Patrick Hierner (Burgenland Tourismus), Bettina Zentgraf (Bürgermeisterin Mörbisch), Gerold Stagl (Bürgermeister Rust), Sonja Grappa (Gemeinde Rust) sowie Christian Zechmeister (Wein Burgenland, v.l.) zusammen.

© Furtner-Janisch

Die Idee dazu entstand bei einem Besuch des slowenischen Honorarkonsul vor etwa drei Jahren, wie Gerold Stagl, Bürgermeister von Rust, erzählt. Dann ergab eines das andere: Die Stadtgemeinde Rust und die Gemeinde Jeruzalem schlossen einen Freundschaftspakt, woraus sich in einem ersten Schritt der Radweg „Furmint-Trail“ entwickelte.

Vertreter von Rust setzten sich mit Burgenland Tourismus in Verbindung, um über die Möglichkeiten einer Umsetzung zu sprechen, und erhielt umfangreiche Unterstützung: „Es ist ein großartiges Projekt, dass aus einer Gemeinde geboren wurde und die wichtigsten Verkaufsargumente des Burgenlands verbindet: Genuss, Bewegung und Natur“, freut sich Patrick Hierner, Geschäftsführer der Erlebnisregion Neusiedler See von Burgenland Tourismus.

So wurde eine in etwa 280 Kilometer lange Route mit insgesamt fünf Tagesetappen zusammengestellt, „die auch erwandert werden können“, wie die Koordinatorin aus der Gemeinde in Rust, Sonja Grapa, betont. Sie koordinierte die Beteiligten: Stadt Rust, die Gemeinde Mörbisch, die slowenische Gemeinde Jeruzalem, Burgenland Tourismus und Wein Burgenland.

Betont wird auch, dass dabei „die bestehende Radweginfrastruktur genutzt wird. Man fährt durch unterschiedlichste Natur und Genussregionen. Somit werden die besten Seiten des Burgenlandes gezeigt“, freut sich Hierner über das „Vorzeigeprojekt“.

Ganze Etappen vorgeschlagen

Die Informationen rund um die einzelnen Regionen sowie Übernachtungsmöglichkeiten wurden von Burgenland Tourismus zusammengestellt. Diese finden sich in einem eigens gestalteten „Road book“ - einem Büchlein mit den wichtigsten Informationen der jeweiligen Regionen sowie einer Übersichtskarte und Etappenkarten – die teilweise auch über ungarisches Gebiet führen. Diese Informationen können auch digital über QR-Codes und die App „outdooractive“ in Erfahrung gebracht werden.

Der Vorteil der Etappeneinteilung liegt für die Besucher darin, dass diese „jederzeit einsteigen können“, erklärt Stagl. Derzeit werde auch an Paketen für die Urlauber gearbeitet, die auch Möglichkeiten der öffentlichen Anreise miteinbeziehen sollen und im Reisebüro des Landes gebucht werden können, berichtet Hierner.

Die Geschichte der Furmint-Traube wiederum wurde von Wein Burgenland rund um Geschäftsführer Christian Zechmeister zusammengetragen. Es handelt sich um eine historische Weißwein-Sorte, die sich vor allem durch ihren fruchtigen Geschmack auszeichnet.

Furmit: Tradition, wieder in Erinnerung gerufen

„Erstmals wurde die Traube im Jahr 1623 erwähnt. Vermutlich stammt die Sorte aus Ungarn. Eine andere Geschichte wiederum führt die Herkunft aus Italien an. Danach soll die Heunisch-Kreuzung nach der Heirat eines Batthyány und der Italienerin Aurora Furmintini entstanden sein“, erzählt er. In Österreich ist die Sorte seit 1987 als Qualitätswein zugelassen.

Die Rebsorte zeichne sich vor allem dadurch aus, dass sie spät reifend sei und die wärmer werdenden Sommern gut vertrage, daher also dem Klimawandel auch gut standhalte, erklärt er weiter. Weltweit werden auf rund 5.000 Hektar Furmint-Trauben angebaut, etwa 30 davon finden sich in Rust, rund 700 in Slowenien.

Auch Mörbischs Bürgermeisterin Bettina Zentgraf ist stolz auf das Projekt: „Ich freue mich immer, wenn es etwas Neues gibt, für uns und unsere Besucher. Wir brauchen gemeinsame Projekte, die uns verbinden“, stellt sie fest.

Offiziell wird der Radweg am Freitag, dem 27. März um 10 Uhr, mit einem Anradeln der ersten Etappe – von Rust nach Mörbisch. Dort gibt es einen Festakt sowie eine Stärkung, bevor die Teilnehmer wieder nach Rust fahren. Dort präsentieren „die Ruster Weinbauern und die Wein Burgenland die Vielfalt des Furmints“, wie es in der Einladung heißt.

„Somit werden die besten Seiten des Burgenlandes gezeigt“. Patrick Hierner, Burgenland Tourismus