Gerald Schlag begeistert mit Vortrag über Eisenstädter Stadtgeschichte
Randvolles Rathaus
Gerald Schlags Vorträge sind selten geworden. „Ich stehe nicht mehr so gerne, sitzen mag ich aber noch weniger“, erklärt der Historiker lachend im BVZ-Gespräch. Am Donnerstag war es aber wieder einmal so weit.
Asoka Ramesmayer von den Soroptimistinnen und Hans Skarits vom Lions Club Eisenstadt bedankten sich bei Professor Gerald Schlag für seinen spannenden Ritt durch die Stadtgeschichte.
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Ohne Gerald Schlag wüsste des Burgenland bis heute nicht, wer es ist, was es ist und wieso es aus Trümmern geboren wurde. In seinem gleichnamigen Buch, ohne dem eine Burgenländische Bibliothek wie ein Spritzer ohne Kohlensäure wirkt, erklärt er es nämlich erstmals, umfänglich und - im besten Sinne - massentauglich. Der Professor schafft dabei das im deutschsprachigen Akademiebetrieb seltene Kunststück, eben nicht professoral zu wirken. Umfänglich und doch spannend, allwissend aber übersichtlich erzählt Schlag von der Österreichwerdung des (großteils) deutschsprachigen Zipferls Westungarns. Er will, dass die Burgenländerinnen und Burgenländer ihre Geschichte kennen. Und diese Leistung vergessen wir ihm nicht.
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„Der Name Gerald Schlag zieht immer noch“, sagte - oder besser: staunte - Hans Skarits. Als Gemeinderat kennt er den Sitzungssaal des Eisenstädter Rathauses ja bestens, aber so voll hat er ihn wohl noch selten gesehen. 185 Gäste kamen auf Einladung des Lions Club Eisenstadt und der Soroptimistinnen, um Schlag über sein zweites Standardwerk, die Eisenstädter Stadtgeschichte, reden zu hören.
Da Geschichte ja kein angestaubtes Teil in einem Museum ist, sondern etwas, das passiert, während wir gesellschaftlich Relevantes treiben, hatte Schlag zwischen den Zeilen auch ein paar Notizen für die Politik von heute.
Bei der Abstimmung, ob nun Pinkafeld, Bad Sauerbrunn oder Eisenstadt Sitz der werden sollte, wurde bewusst versucht, ein Parteipolitisieren hintanzustellen. Es wurde geheim abgestimmt, die Abgeordneten vom Fraktionszwang enthoben, also sogar ermuntert, gegen die Parteilinie zu stimmen. Der Beschluss, Eisenstadt zum Sitz der Landesregierung zu machen (als Hauptstadt hoffte man damals immer noch die Ödenburg), hatte demokratische Qualität, wie sie heutzutage leider wieder selten geworden ist.
„Erst das Land, dann die Partei“, könnte Schlags mitgemeinte Botschaft mit der in der BVZ üblichen und in Zeiten wie diesen notwendigen Vordergründigkeit übersetzt werden.

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