Im „Monroe“ schlägt das Herz für Musik

Record Store Day

Der Record Store Day gilt als das weltweit größte Musikevent. Jährlich findet es an jedem dritten Samstag im April statt. Dieses Wochenende war es wieder so weit. Das beliebte Eisenstädter Schallplattengeschäft „Monroe“ von Heinz Kovacs wurde zur Pilgerstätte von hunderten Musikfans, die ihre Leidenschaft ausleben durften, Raritäten und Special Editions erstanden und sich dabei im obersten Musikhimmel wähnten.

Schallplattenfan Nina Mayer (BVZ) genoss die coole Stimmung beim Heinz Kovacs im "Monroe".

Schallplattenfan Nina Mayer (BVZ) genoss die coole Stimmung beim Heinz Kovacs im "Monroe".

© Nina Mayer

„Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.“ Dieses Zitat stammt von keinem Geringeren als dem Philosophen Friedrich Nietzsche. In seiner „Götzen-Dämmerung“ verlautbarte er es. Nietzsche war vor allem der Musik Richard Wagners verfallen, diese war im „Monroe“ in Eisenstadt am Samstag aber nicht angesagt. Anderen Größen, wie Black Sabbath, Oasis, Elton John und den Rolling Stones huldigte man dort.

Breit war das Angebot gefächert, alle Musikgenres waren vertreten und erfreuten die Herzen und Musikseelen unzähliger Vinylfans. Wochenlang fieberten diese schon dem Record Store Day, oder wie Insider sagen: dem „RSD“, entgegen, um sich ihre Schallplattenwünsche zu erfüllen.

Im „Monroe“ schlägt das Herz für Musik

© Nina Mayer

Beim Heinz fühlen sich alle wohl

Es sind aber nicht nur die Schallplatten, welche die Fans in das Geschäft im Herzen Eisenstadts locken. Sicher ist der Erfolg des Stores vor allem dem Inhaber Heinz Kovacs zu verdanken, dessen Musik-Fachwissen grenzenlos zu sein scheint und der mit seiner unglaublich sympathischen, coolen Art jeden Besuch im „Monroe“ zu einem Wohlfühlerlebnis der Extraklasse werden lässt. Kein Wunder, der oft gehörte Satz: „Jetzt schauen wir noch zum Heinz!“

Diesen Sommer feiert der Musik-Enthusiast und ehemalige „James“-DJ sein 30-jähriges Firmenjubiläum. Das gilt es einmal nachzumachen! Die meisten Plattenläden sind der Digitalisierung der Musik zum Opfer gefallen, nur die allerbesten überlebten.

Im „Monroe“ schlägt das Herz für Musik

© Nina Mayer

Der magische Moment, wenn die Nadel auf Vinyl trifft

Gott sei Dank erlebt die Schallplatte wieder eine Renaissance. Im „Monroe“ hat sie in all den Jahren keinen Kratzer abbekommen. Nach wie vor gilt es als Pilgerstätte für Musikfreaks aus ganz Österreich, denn Heinz schenkt ein Lebensgefühl, welches das Herz erfreut und erfüllt Schallplattenwünsche, durch die er unzähligen Menschen glückliche Stunden beschert.

2008 rief man den RSD - sagen wir es wie die Profis - ins Leben, um unabhängige Plattenläden zu fördern und ihnen eine Chance zu geben, gegen Onlinehandel und Mega-Konzerne bestehen zu können. Nur für solche wurden auch in diesem Jahr wieder an die 400 exklusive Plattenveröffentlichungen mit streng limitierten Neu- und Wiederveröffentlichungen herausgegeben. Schnell sein, hieß es, denn limitiert ist limitiert und was weg ist, ist weg. Wahre Sammler kennen keine Gnade.

Im „Monroe“ schlägt das Herz für Musik

© Nina Mayer

Erworbene Schätze, schöne Stunden

Hoch im Kurs stehen aktuell farbige Schallplatten, sogar eine fluoreszierende runde Scheibe wurde für den Record Store Day gepresst. Keine unerlaubten Substanzen lassen Falcos „Nachtflug“ im Dunklen leuchten, sondern ein „Glow in the Dark“-Gag einer Schallplattenfirma, der für große Nachfrage gesorgt hat.

Lange verweilten die meisten im „Monroe“, keiner wollte das Geschäft verlassen. Zu schön, das Stöbern, um ja keine Rarität zu übersehen, zu erfrischend die Gespräche mit Gleichgesinnten und dem Inhaber. Mit einem glücklichen Siegerlächeln verließ man dann das Geschäft vom Heinz, in den Händen die neu erworbenen Musikschätze, die zu Hause sicher gleich die Samstagnacht musikalisch erhellten und freute sich schon auf den nächsten Besuch im „Monroe“.