PET to PET Müllendorf baut aus und wird noch grüner

Recycling

Billiges Ausgangsmaterial, hohe Energiekosten, Einweg-Pfandsystem ab 2025 - für den Recycling-Riesen PET to PET in Müllendorf gibt es aktuell mehrere große Herausforderungen. Trotzdem läuft es beim Unternehmen wirtschaftlich stabil und neben dem Recycling von PET-Flaschen setzt man nun auch auf Photovoltaik und Diensträder - und sogar ein Ausbau steht 2024 an.

Die Geschäftsführung Thomas Billes und Christian Strasser freuen sich über die Recycling-Menge von 32.283 t PET-Material im Jahr 2023.

Die Geschäftsführung Thomas Billes und Christian Strasser freuen sich über die Recycling-Menge von 32.283 t PET-Material im Jahr 2023.

© PET to PET/Andi Bruckner

1,3 Milliarden PET-Flaschen schenkt das Recycling-Unternehmen PET to PET in Müllendorf jedes Jahr ein zweites, drittes oder zehntes Leben. Im abgelaufenen Jahr verarbeitete der Betrieb 32.283 Tonnen Plastik, wie der nun veröffentlichte Jahresbericht zeigt. Zwar fällt die Menge damit minimal geringer aus als im Vorjahr (-2 Prozent), angesichts der schwierigen äußeren Umstände ist man dennoch zufrieden.

„Wir haben auf die Herausforderungen im vergangenen Jahr reagiert und vorausblickend wichtige Maßnahmen für Investitionen rund um unseren Recyclingstandort getätigt. Daher freut es mich sehr, dass wir 2023 mit einer ziemlich konstanten Recyclingquote ähnlich zum Vorjahresniveau abschließen konnten“, erklärt Christian Strasser, Geschäftsführer der PET to PET.

PET to PET Müllendorf baut aus und wird noch grüner

© PET to PET/Andi Bruckner

Seit Jahresende ist beim Firmensitz in Müllendorf etwa eine 6.400 Quadratmeter große Dachflächen-PV-Anlage bestehend aus 2.373 Paneelen im Betrieb. Mit einer Leistung von 1.200 kWp ist sie eine der größten ihrer Art im Burgenland. Damit deckt das Recycling-Unternehmen zehn Prozent seines Bedarfes mit eigens produziertem Sonnenstrom ab. Das schont die Umwelt und spart Energiekosten.

Zwar in wesentlich kleinerem Maße, aber doch, trägt dazu auch das erste Dienstrad bei PET to PET ab. Damit kann das 90-köpfige Team private wie berufliche Wege absolvieren - das Angebot werde bereits gut angenommen.

Ausbau als Vorbereitung auf Einweg-Pfandsystem ab 2025

Als Vorbereitung auf die Einführung eines flächendeckenden Einweg-Pfandsystems hat man bei PET to PET bereits weitere Ausbaupläne: „Wir erwarten eine größere Rücklaufmenge und eine sauberere Flaschenqualität, welche eine weitere Steigerung des Recyclatanteils in der Flasche ermöglicht. Dazu ist aber auch die Anpassung unserer Anlage an die geänderten Materialqualitäten erforderlich“, so Thomas Billes, Geschäftsführer der PET to PET.

Zusätzlich zu Siloanlage mit einem Speichervolumen von etwa 640 Kubikmeter soll die Anlage heuer um ein 140 Kubikmeter großes Lagersilo erweitert werden. Ebenso folgt ein 225 Quadratmeter großes Bürogebäude inklusive „Sozialräume“ sowie eine hundert Quadratmeter große Werkstätte.

PET to PET Müllendorf baut aus und wird noch grüner

© PET to PET

Über PET to PET Recycling Österreich GmbH

Die österreichische Getränkeindustrie trägt mit der PET-Recycling Anlage in Müllendorf der gemeinsam von Lebensministerium, Wirtschaftskammer, Handel sowie Abfallwirtschaft unterzeichneten Nachhaltigkeitsagenda Rechnung, die unter anderem ein zielgerichtetes ökologisches Recycling von PET-Flaschen in Österreich vorsieht. Betrieben wird die Anlage von der PET to PET Recycling Österreich GmbH, an der die Unternehmen Coca-Cola HBC Austria GmbH, Egger Getränke GmbH & Co OG, Rauch Fruchtsäfte GmbH & Co OG, S. Spitz GmbH und Vöslauer Mineralwasser GmbH beteiligt sind. Bei PET to PET werden die angelieferten PET-Flaschen – nach händischer Begutachtung und Sortierung – in einer Mühle zu Flakes zerkleinert und im Anschluss gewaschen. Danach kommen in Müllendorf die aktuell modernsten Aufbereitungsverfahren zum Einsatz. In zwei verschiedenen Verarbeitungslinien produziert man entweder PET-Flakes oder PET-Granulat – jeweils in höchster lebensmitteltauglicher Qualität. Beide Recyclatformen werden – je nach spezifischen Produktionsanforderungen und um einen möglichst hohen Recyclatanteil zu erreichen – bei der Herstellung neuer PET-Getränkeflaschen verwendet. Weitere Informationen: www.pet2pet.at