Neues MRT-Produkt aus Neufeld zugelassen
Sanochemia
Das Pharmaunternehmen Sanochemia in Neufeld expandiert weiter und erweitert sein spezialisiertes Portfolio. Mit der österreichischen Zulassung eines neuen leberspezifischen Magnetresonanztomografie-Kontrastmittels setzt der Betrieb einen wichtigen Meilenstein am Standort.
© Sanochemia, Archiv
Am Standort Neufeld informierte Thomas Erkinger, Geschäftsführer von Sanochemia Pharmazeutika, Landeshauptmann Hans Peter Doskozil bei einem Arbeitsgespräch über die aktuelle Entwicklung des Unternehmens und dessen Registrierungsstrategie. Das Land Burgenland hatte sich im Jahr 2020 gemeinsam mit zwei strategischen Teilhabern an dem damals wirtschaftlich angeschlagenen Betrieb beteiligt, um den Standort sowie rund 120 Arbeitsplätze zu sichern.
Nach der Stabilisierung und der Rückkehr in die Gewinnzone zog sich das Land 2023 vollständig zurück. Der Verkauf der Geschäftsanteile brachte dem Land einen Gewinn von knapp zwei Millionen Euro. Heute wird das Unternehmen privat geführt, beschäftigt knapp 200 Mitarbeitende und investiert eigenständig in Forschung, Entwicklung und Produktion.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil betonte die Bedeutung der damaligen Maßnahmen für die heutige Situation: „Ohne die Intervention des Landes würde der Betrieb heute in dieser Form nicht existieren. Jetzt geht es unter privater Führung wieder bergauf. Das beweist, wie wichtig aktive Standortpolitik der öffentlichen Hand sein kann. Gerade die Industrie steht derzeit unter enormem Druck. Wenn es wirtschaftlich sinnvolle Möglichkeiten gibt, Standorte und Arbeitsplätze zu sichern, darf die Politik nicht einfach zuschauen.“
© Foto: Landesmedienservice Burgenland
Auch im Zuge der aktuellen Debatte um das Lenzing-Werk in Heiligenkreuz kündigte das Land an, sich für den Erhalt des Standorts und der Arbeitsplätze einzusetzen und Unterstützungsmöglichkeiten zu prüfen.
Ausbau der Produktion in Neufeld
Sanochemia produziert seit mehr als 25 Jahren bildgebende Arzneimittel in Österreich. In den vergangenen Jahren wurden die Kapazitäten in Neufeld kontinuierlich ausgebaut, sodass mittlerweile jährlich knapp fünf Millionen Flaschen hergestellt und Gesundheitssysteme in mehr als 50 Ländern beliefert werden.
Landeshauptmann Doskozil hob hervor: „Ich freue mich, dass es dem Unternehmen heute wieder gut geht, dass investiert wird und neue Produkte auf den Markt gebracht werden. Das ist vor allem ein Verdienst des Managements und der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die den Standort mit großem Einsatz weiterentwickelt haben. Natürlich kann es auch in Zukunft Höhen und Tiefen geben – in der Wirtschaft gibt es keine Garantien. Entscheidend ist aber, dass dieser burgenländische Paradebetrieb heute überhaupt noch am Markt ist, eine aktive Rolle spielt und aus eigener Kraft an seiner Zukunft arbeiten kann.“
Das nun zugelassene leberspezifische Kontrastmittel auf Basis eisenhaltiger Nanopartikel erweitert das Sortiment. Im Burgenland wurde das Produkt bereits in der radiologischen Abteilung des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder Eisenstadt eingeführt. Parallel arbeitet das Unternehmen an der Weiterentwicklung seines Sortiments; ein investigatives eisenbasiertes Kontrastmittel für die Bildgebung von Lymphknotenmetastasen bei Patienten mit Prostatakarzinom befindet sich derzeit im dezentralen europäischen Zulassungsverfahren.
Geschäftsführer Thomas Erkinger meinte dazu: „Die Rahmenbedingungen für die Industrie sind derzeit alles andere als einfach. Umso wichtiger ist es, nicht stehen zu bleiben. Mit der Zulassung unseres leberspezifischen MRT-Kontrastmittels haben wir einen wichtigen Schritt geschafft. Jetzt geht es darum, weitere große Schritte im Portfolio zu machen, zusätzliche Märkte zu erschließen und den Standort Neufeld langfristig wettbewerbsfähig zu halten.“
Die Entwicklung des Neufelder Unternehmens sichert hochqualifizierte Arbeitsplätze sowie regionale Wertschöpfung und leistet einen Beitrag zu europäischen Produktions- und Lieferketten im Pharmabereich.