Sternenhimmel des Schlagers in Mörbisch
Schlagerparty
Am Dienstag fand auf der Seebühne in Mörbisch die „Schlagerparty“ statt. Kaum eine Veranstaltung ist so beliebt wie dieses Sommer-Highlight. Wer einmal dabei war, kommt wieder, weil der Schlager etwas kann, das nur wenige Musikrichtungen schaffen: Er trifft direkt ins Herz. Lesen Sie selbst von Andy Borg, Vicky Leandros und DJ Ötzi, der an diesem traumhaften Sommerabend fast alle Sterne vom burgenländischen Himmel holte.
„Schlagerparty“ auf der Seebühne in Mörbisch: " wo Sterne vom Himmel geholt und Herzen zum Schmelzen gebracht werden.
© Nina Mayer
Den musikalischen Auftakt übernahm die hübsche Blondine Natalie Holzner. In einem verführerischen hellblauen Ensemble, das selbst ihrer besungenen Kleopatra alle Ehre gemacht hätte, nahm sie das Publikum mit auf ihr „Traumschiff“. „Schiff ahoi, Kapitän!“ – und schon war die Reise eröffnet. Charmant, sympathisch und mit einer Leichtigkeit, die sofort ansteckte.
Dann gehörte die Bühne einem ganz Großen. Andy Borg brauchte nur wenige Takte, um tausende Stimmen zu einem Chor verschmelzen zu lassen. Bei „Adios Amor“ und den „Fischern von San Juan“ wurde nicht einfach mitgesungen – es wurden Erinnerungen wach. Plötzlich war man wieder jung, dachte an den ersten Tanz, den ersten Urlaub oder die erste große Liebe. Das ist die Magie des Schlagers: Drei Takte Musik genügen, um ganze Lebensgeschichten zurückzubringen.
Wie eine Königin erschien anschließend Vicky Leandros auf der Bühne – in einem schillernden goldenen Paillettenkleid, das im Abendlicht funkelte. „Ich hab' die Liebe gesehen“, sang sie. Und tatsächlich: Man musste an diesem Abend nur in die Reihen der Besucher blicken. Dort leuchteten Augen, dort wurde gelächelt, dort lagen sich Menschen in den Armen. Als schließlich „Ich liebe das Leben“ erklang, sang die gesamte Tribüne mit.
Dann kam der Mann, der den Sternenhimmel an diesem Abend ein Stück näher zur Erde holte. DJ Ötzi ließ zunächst vom „Mann für Amore“ träumen, ehe mit „Der hellste Stern“ und schließlich „Ein Stern, der deinen Namen trägt“ jener Moment folgte, den wohl niemand so schnell vergessen wird.
Tausende Lichter verwandelten die Tribüne in ein glitzerndes Sternenmeer. Für einen Augenblick schien die Zeit stillzustehen. Manche sangen mit geschlossenen Augen, andere hielten die Hand ihres Lieblingsmenschen fest. Ja, da floss schon das eine oder andere Freudentränchen.
Frischen Wind brachte Vincent Gross auf die Bühne. Jung, sprühend vor Energie und herrlich unverbraucht begeisterte er mit seinem augenzwinkernden „Ich trink Ouzo – was trinkst denn du so?“. Kaum jemand blieb da noch auf seinem Platz sitzen.
Kerstin Ott sorgte anschließend mit ihren Liedern für berührende Momente. „Regenbogenfarben“ wurde zu einer Hymne auf Zusammenhalt und Menschlichkeit, während bei „Die immer lacht“ viele leise mitsangen, wohl auch deshalb, weil sich hinter diesem Lied so viel verbirgt.
Den krönenden Abschluss lieferten schließlich die Nockis. Was wäre eine Schlagerparty ohne sie? Da ging es nach Rhodos, nach einem kalten Goodbye wurde wieder innig geküsst, „Marie, ich vergess dich nie“ erklang, man spazierte durch den „Schwarzen Sand von Santa Cruz“ und am Ende blieb jener Satz, den wohl viele Besucher an diesem Abend unterschrieben hätten: „Wenn eins im Leben richtig war, dann dich zu lieben.“
Zwischen Bühne und Publikum gab es keine Distanz. Die Künstler mischten sich immer wieder unter die Besucher, schrieben Autogramme, machten Selfies und begegneten ihren Fans mit einer Herzlichkeit, die heute keine Selbstverständlichkeit mehr ist. Genau das macht die „Schlagerparty“ in Mörbisch so besonders: Hier begegnen sich Stars und Publikum auf Augenhöhe.
Unbedingt erwähnenswert: Die Polizei sorgte mit bemerkenswerter Freundlichkeit, Gelassenheit und viel Charme für einen reibungslosen Ablauf. Statt strenger Mienen gab es oft ein Lächeln, ein freundliches Wort oder einen kleinen Schmäh. Auch das trug zur außergewöhnlich herzlichen Atmosphäre dieses Abends bei und zeigte einmal mehr, was das Burgenland ausmacht: Gastfreundschaft, Gelassenheit und ein Miteinander, das man spürt.
Als über dem Neusiedler See langsam die Nacht hereinbrach, blieb ein Abend voller Musik, Erinnerungen und Emotionen zurück. Und die Gewissheit: Im nächsten Jahr bin ich wieder da!