Machete gezückt und Freunde bedroht: 40-Jähriger verurteilt

Bezirk Eisenstadt

Weil er Krach mit seiner Lebensgefährtin hatte, verlor ein 40-Jähriger komplett die Nerven. Er verletzte einen Freund mit einer Machete und musste deshalb vor Gericht.

Der 40-Jährige versprach der Richterin, in Zukunft nichts mehr anzustellen.

Der 40-Jährige versprach der Richterin, in Zukunft nichts mehr anzustellen.

© BVZ/Kirchmeir

Ursprünglich hatte die Polizei sogar wegen Mordversuchs ermittelt. Doch dann kam es „nur“ zu einer Anklage wegen versuchter schwerer Nötigung und Körperverletzung. Zu beiden Vorwürfen bekannte sich der arbeitslose Angeklagte am Mittwoch, 25. Februar 2026, am Landesgericht Eisenstadt schuldig.

„Am Schluss sah ich meine Tochter gar nicht mehr. Sie kam nicht mehr, wegen meiner Partnerin“, schilderte der Angeklagte sein Dilemma, das am 8. Jänner dieses Jahres in einer Ortschaft im Bezirk Eisenstadt fast in einen Amoklauf mündete.

An diesem Tag hatte er mit seiner Freundin gestritten. Es ging um den Kontakt des 40-Jährigen zu seiner Tochter und zur Tochter seiner Ex-Frau.

Mit 1,5 Promille ins Auto gesetzt

Im Streit verließ der 40-Jährige mit einem Freund die Wohnung seiner Partnerin, Alkohol wurde getrunken, in der Wohnung des Freundes eskalierte die Situation weiter. Obwohl er erheblich alkoholisiert war, stieg der Angeklagte noch in sein Auto. Später wurden bei ihm 1,5 Promille gemessen.

Der 39-jährige Freund wollte verhindern, dass der Angeklagte wegfährt. „Ich bin selbst bei der Feuerwehr und habe genug gesehen“, sagte der Freund des Angeklagten vor Gericht. „Ich sagte, er soll an die Kinder denken. Die Kinder sind sein Heiligtum.“

„Er hat es gut gemeint“, sagte der Angeklagte. Es habe eine Ranglerei um den Zündschlüssel gegeben, „im Affekt“ habe er neben sich gegriffen und eine Machete gezückt, die er aus beruflichen Gründen im Auto mitgeführt habe.

Mit Machete bedroht

„Ich hielt es ihm hin zur Abschreckung“, gab der Angeklagte zu.

„Ich sah die Machete auf Höhe meines Gesichts in 40 Zentimeter Entfernung“, schilderte der Freund die Situation. „Ich griff drauf und hoffte, dass die Machete in der Scheide ist oder nicht mit der Klinge zu mir. Als ich draufgriff, spürte ich gleich: Scheibenkleister!“

Durch den Griff auf die Klinge zog er sich eine Schnittverletzung an der rechten Hand zu.

Der Angeklagte soll indessen geäußert haben: „Ich hack' euch um, ich stich' euch ab.“

Bei der Ex-Frau verhaftete ihn die Polizei

Er sei dann, so der 40-Jährige, zu seinen Kindern gefahren, dort habe er niemanden angetroffen. Deshalb fuhr er zu seiner Ex-Frau, die ebenfalls nicht öffnete. „Ich war in Rage, setzte mich ins Auto. Innerhalb von ein paar Minuten sah ich überall Polizei.“

Der 40-Jährige wurde nach dem Vorfall kurzzeitig in Haft genommen.

„Können Sie sich vorstellen, dass die Leute sich fürchten?“, fragte ihn die Richterin. „Zuerst laufen Sie Amok, dann fahren Sie dorthin!“

„In der Situation konnte mich keiner einschätzen“

„In der Situation konnte mich keiner einschätzen“, gab der Angeklagte zu.

Von der Freundin habe er sich getrennt.

„Verziehen und vergessen ist es nicht“, sagte der Freund. „Wir leben damit. Im Nachgang glaube ich ihm, dass es ein einzelner Ausrutscher war.“ Schmerzensgeld verlangte er nicht.

Verteidiger: „Freund bewies Zivilcourage“

„Keine Frage, vergessen kann man so einen Vorfall nicht“, sagte Verteidiger Mirko Matkovits abschließend. Das „Massaker schlechthin“ sei es wohl nicht gewesen. „Eigentlich gehört dem Freund eine Verdienstmedaille: Er bewies Zivilcourage, wollte den Freund von Alkohol im Straßenverkehr abhalten“, sagte der Verteidiger.

Der Angeklagte wurde schuldig gesprochen und zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Die Machete wurde konfisziert. „Wenn das wieder passiert, sitzen Sie fix“, warnte ihn die Richterin. Der 40-Jährige nahm das Urteil an.