„Gemeinsam statt einsam“ in Mörbisch beweist: Herz ist Trumpf
Sozialprojekt
Als soziales Wesen brauchen die meisten Menschen für ihre seelische Zufriedenheit Artgenossen zum gegenseitigen Austausch. In unserer schnelllebigen Zeit bleiben dabei ältere Menschen leider allzu oft auf der Strecke und leiden dadurch unter Einsamkeit. In Mörbisch versucht die Evangelische Kirche dem entgegenzuwirken, indem sie an jedem dritten Montag im Monat einen geselligen Nachmittag organisiert. Nina Mayer war diesmal mit von der Partie.
Jutta Marx, Monika Sommer, Helene Halwax und Nora Lackner starteten mit Kaffee und Kuchen in einen geselligen Nachmittag.
© Nina Mayer
„Wer nicht mobil ist, wird abgeholt.“ Ein Service, das die evangelische Kirche in Mörbisch anbietet, um allen Bürgern zu ermöglichen, zur einmal im Monat stattfindenden Zusammenkunft im Gemeinschaftsraum der Pfarre zu kommen. „Gemeinsam statt einsam“ nennt sich die Kampagne, auf die sich viele Mörbischerinnen und Mörbischer schon im Vorfeld freuen. Eingeladen ist jeder, egal welcher Konfession oder welchem Geschlecht er angehört.
„Meistens sind die Frauen in der Überzahl“, lacht Kuratorin Friedi Bauer. Das mag am uns Frauen eignen höheren Mitteilungsbedürfnis liegen, kommt in den Sinn. Bis zu 40 Damen des schönen Geschlechts finden sich an starken Montagen ein.
Ausgiebig gilt es zu tratschen, schließlich will man am Laufenden gehalten werden, was sich in der Seegemeinde Neues tut, aber man kommt auch in den Genuss von Nora Lackners Foto- und Videovorträgen oder interessanter Lesungen. Großes Vergnügen bereitet es, bildliche Erinnerungen gemeinsam wiederaufleben zu lassen und sein jüngeres Ich, vielleicht ein bisserl wehmütig aber mit einem glücklichen Lächeln, zu bestaunen.
Damit die Gesundheit für Seele und Körper nicht zu kurz kommt, hat man die Möglichkeit an Übungen teilzunehmen, denn - wie heißt es so schön - wer „rastet, der rostet“. Elke Schützhofer hat sich der Aufgabe angenommen, im benachbarten Raum, dem sogenannten „Sängerlokal“, durch sanfte Körperübungen zu führen.
© Nina Mayer
Das Spiel lernt Fassung zu behalten, indem man auch zu einem schlechten Spiel eine heitere Miene aufsetzt.
Ganz hoch im Kurs steht Vierer-Schnapsen. Die Mörbischerinnen schließen sich zwar dem Motto „Herz ist Trumpf“ an, aber beim Zocken kennen sie keine Gnade, da erwacht der Killerinstinkt und es gilt „Dame schlägt Bube“.
An diesem Montag war Ossi Halwax der einzige männliche Gast, sozusagen der Hahn im Korb und Erstlingstäter. Mit einem gefälligen Schmunzeln hat er sich aus Interesse das Projekt angeschaut und sich dabei sichtlich wohlgefühlt.
Das nächste Treffen findet am 17. Feber von 14 bis 17 Uhr statt. Wer Lust hat „gemeinsam statt einsam“ zu sein, ist herzlich willkommen. Für Kaffee und Kuchen ist natürlich gesorgt, für gute Laune ebenso.