Maxl lebt nicht mehr im Gemeindebau - sondern im Burgenland

TV-Legende im Porträt

Immer einen passenden Spruch auf Lager (die wenigsten davon zitierfähig) und selten ohne Bier in der Hand - so kennt und liebt man den Maxl aus dem ATV Trash-Format „Wir leben im Gemeindebau“. Mittlerweile lebt der Vollblut-Simmeringer aber im Nordburgenland und bereitet sich hier auf sein nächstes großes Projekt vor: einen Boxkampf. Mit der BVZ sprach er über ein mögliches TV-Comeback, seine Liebe zu Didi Kühbauer - und über eine trinkfeste Besucherin des Golser Volksfests.

Markus "Maxl" Binder, bekannt aus der ATV-Serie "Wir leben im Gemeindebau", ist seit kurzem Burgenländer.

Markus "Maxl" Binder, bekannt aus der ATV-Serie "Wir leben im Gemeindebau", ist seit kurzem Burgenländer.

© BVZ/Wagentristl

Wo der Maxl jetzt genau lebt, will er nicht verraten. Zu bekannt ist sein vor Lebenserfahrung strotzendes Gesicht auch im Burgenland. „Man kann mit ihm nicht mal einkaufen gehen, ohne dass ihn alle Leute erkennen und ein Foto mit ihm machen wollen“, erklärt sein neuer Manager Rudolf Rosner aus St. Margarethen. Mit dem Burgenländer, der eigentlich Motorsportler managt, verfolgt er nun zwei große Ziele: ein TV-Comeback und seine Premiere als Boxer.

Maxl lebt nicht mehr im Gemeindebau - sondern im Burgenland

© BVZ/Wagentristl

Dass Maxl, der keinen vollen Namen bedarf, auch 16 Jahre nach dem (unrühmlichen) Ende seiner Reality TV-Karriere noch „everybody's darling“ ist, verwundert doch etwas. Nicht zuletzt, weil es zuletzt ruhig um den kleingewachsenen Simmeringer Rapid-Fan war. Nun erobert er aber auf Social Media die Herzen seiner alten Fans und gewinnt auch neue dazu.

So authentisch, dass es weh tut

„Das ist oag, dass mich vor allem junge Leut' erkennen. Die waren noch gar nicht auf der Welt zu meinen ATV-Zeiten“, erklärt „da Maxl aus Simmering“, wie er nun auf Instagram heißt, der BVZ. Es sei zwar anstrengend, andauernd Selfies schießen zu müssen, „aber mir taugt das.“

Ich bin vor der Kamera genau so wie privat, ich red' mit dem Sandler wie mit dem Bankmanager. Das Drehbuch von ATV hab' ich gleich zerrissen. Maxl über ein Geheimnis hinter seiner anhaltenden Beliebtheit.

Ein Stammlokal hat der Neo-Burgenländer bereits gefunden: Die Tankstelle in St. Margarethen. Dort frönt er dem exzessiven Bierkonsum. „Das ist immer die erste Station, wenn ich zum Rudi komm'.“

Manager Rudolf Rosner und Maxl sind dabei ein ziemlich ungleiches Gespann: der eine ist als Benzinbruder Anti-Alkoholiker und trinkt „ein oder zwei Mal im Jahr ein Bier“, der andere kann mit dem Motorsport-Fanatismus seines Managers herzlich wenig anfangen, ist dafür aber ein echter Benziner.

Maxl will noch heuer in den Ring steigen

Ein Ziel haben beide aber schon ins Auge gefasst: eine Rückkehr zum Trash TV bei Forsthaus Rampensau. „Das will ich gewinnen.“ Mitmachen reicht dem Maxl nicht, „ich bin ein Ehrgeizler.“

Während die Pläne für das angestrebte TV-Comeback noch in den Kinderschuhen stecken, ist sein zweiter großer Traum schon vor der Umsetzung: Maxl will boxen. Derzeit trainiert er dreimal die Woche bei JB-Athletics mit Coach Michael Posch. Noch heuer will er seinen ersten Kampf in der Landeshauptstadt bestreiten, näheres wollen Rosner und er in den nächsten Wochen bekanntgeben.

Maxl lebt nicht mehr im Gemeindebau - sondern im Burgenland

© RTH-Photography

Als er mit einer Dose Ottakringer beim Boxtraining aufschlug, war sein Coach verwirrt: „Meint der das ernst?“, habe er ungläubig zur Begrüßung gefragt. Und der Maxl darauf: „Na sicher. Das ist schon das siebente heute.“ Und ja: Maxl meint es ernst.

Wie alles begann: a b'soffene G'schicht

Seine TV-Karriere startete Maxl unabsichtlich und ziemlich betrunken. (Seine eigentliche Wortwahl kann hier nicht wiedergegeben werden). „Ich hab über meiner Stammbar gewohnt und ein Hawara hat am Telefon gesagt, ich soll runterkommen.“ Er wollte aber nicht. Daraufhin hat besagter Freund Maxls Oma angerufen, die wiederum ihr Enkerl anrief und ihm sagte, er soll runterkommen. „Auf meine Oma hör ich immer. Und der Hawara hat gesagt, er zahlt mir alles was ich heute trinke.“

Wiederholungen von „Wir leben im Gemeindebau“ auf ATV, Memes und unzählige „Best of Maxl“-Videos haben den Hype um Maxl auch in 16 Jahren TV-Abwesenheit aufrecht erhalten.

Also ab in besagtes Beisl. Bei seinem Freund saß dann seiner Schilderung nach ein Team von ATV. Kurze Zeit und viele Kurze später wurde auch schon der Vertrag unterzeichnet - erinnern konnte sich das Simmeringer Original aber nicht mehr so recht daran. Folglich war er auch überrascht, dass ihm am nächsten Tag das Kamerateam wieder in besagtem Beisl besuchte. Das war scheinbar so ausgemacht. „Passt“, sprach er also und wurde prompt zum TV-Star.

Oma ist die Beste

Seine Oma war für ihn sein Leben lang der wichtigste Mensch, bei ihr ist er aufgewachsen. Von ihr hat er auch seine direkte Art und die „große Gosch'n.“ Wenn dem Maxl in ihrer Gegenwart jemand anstänkerte, ist die Oma als Beschützerin für ihn da gewesen und hat den Rowdys mit ihren 1,60 Meter „die Wadl viere g'richt.“

Im Alter erkrankte seine geliebte Oma an Alzheimer und wurde zum Pflegefall. Das übernahm Maxl als Selbstverständlichkeit: „Ich hab sie gepflegt, hab ihr die Windeln gewechselt, ich hab alles für sie gemacht. Ich wollte ihr zurückgeben, was ich von ihr bekommen hab. Sie ist in meinen Armen gestorben.“ Auch das ist der Maxl.

Maxl lebt nicht mehr im Gemeindebau - sondern im Burgenland

© BVZ/Wagentristl

„Mit dem Zug“ von Simmering über Vorarlberg ins Burgenland

Und wie kam Maxl schließlich vom Simmeringer Gemeindebau ins Burgenland? „Mit dem Zug.“ Worauf die Frage eigentlich abzielte, war natürlich der Burgenland-Bezug. Dieser ist eben sein Manager, der den Umzug eingefädelt hat.

Davor lebte Maxl übrigens nicht in Simmering sondern für einige Jahre in Vorarlberg, wo Maxl seinen zweiten Sohn in die Welt setzte. „Die Zeit will ich nicht missen. Ich liebe meinen Sohn. Aber nach der Trennung war der Umzug eine richtige Entscheidung“, erklärt der Familienmensch.

Sein großes Idol: Didi Kühbauer

Bei einem Burgenländer bekommt der eingefleischte Rapidler funkelnde Augen: Didi Kühbauer. Für ihn und mit ihm hat er zahlreiche Auswärtsfahrten mit seiner Rapid-Familie unternommen. Das war für ihn immer das wichtigste. „Rapid ist Liebe, Rapid ist Familie, Rapid ist Religion.“ Und Didi Kühbauer ist demnach Geliebter, Vater, Fußballgott.

Maxl lebt nicht mehr im Gemeindebau - sondern im Burgenland

© BVZ/Wagentristl

Didi Kühbauer ist der geilste Typ überhaupt, er hat auch so eine direkte Art wie ich. Der ist immer schon mein Lieblingskicker. Ich hab auch selber immer mit dem 10er am Rücken gespielt wegen ihm. ATV-Legende Maxl über seinen Helden Didi Kühbauer.

Auch wenn man es ihm heute nicht mehr auf den ersten Blick ansieht, der Maxl war mal ein richtig guter Kicker im zentralen Mittelfeld - „wie der Didi“ - mit Stationen in Simmering (no, na), Ostbahn und Wilfleinsdorf. Statt Packler schnürt er nun aber die Boxhandschuhe.

Die Liebe fand er in Eisenstadt, seine Meisterin in Gols

Neben seinem Manager und Didi Kühbauer verbinden Maxl noch zwei romantische bis feucht-fröhliche Erlebnisse mit dem Burgenland. „Meine Freundin hab ich im Skyfall in Eisenstadt kennengelernt. Die hat mich gar nicht gekannt vorher“, verrät er der BVZ.

Etwas getrübt, aber mit höchster Anerkennung, erinnert sich Maxl auch noch an einen Besuch beim Golser Volksfest. „Da hat mich eine Burgenländerin aber sowas von unter den Tisch gesoffen mit Spritzer. Wahnsinn! Das war wirklich beeindruckend“, wird der Maxl nostalgisch. Diese trinkfeste junge Frau würde er gerne zu einer Revanche einladen. Daher ein Appell zum Abschluss: die angesprochene Dame möge sich bei der BVZ melden, damit ein Wiedersehen mit dem TV-Star in die Wege geleitet werden kann.