Erste EMAS-Zertifizierung für eine Pfarre im Burgenland

Umweltmanagement

Die Dompfarre Eisenstadt hat als erste Pfarrgemeinde im Burgenland die EMAS-Zertifizierung erhalten. Damit erfüllt sie die Anforderungen eines europaweiten Umweltmanagementsystems, das Organisationen bei der systematischen Verbesserung ihrer Umweltleistung unterstützt. Dem Eintrag ins offizielle Register ging ein mehrjähriger Prozess voraus.

Der Weg zum Gütesiegel startete bereits im Mai 2023.

Der Weg zum Gütesiegel startete bereits im Mai 2023.

© Foto: Dompfarre Eisenstadt

Der Grundstein für die Zertifizierung wurde am 23. Mai 2023 gelegt. Damals beschloss die Dompfarre Eisenstadt, am EMAS-Prozess teilzunehmen. EMAS steht für „Eco-Management and Audit Scheme“ und ist das Umweltmanagementsystem der Europäischen Union. Es gilt als eines der anspruchsvollsten Instrumente für nachhaltiges Umweltmanagement.

Im Jänner 2024 begann ein begleitender Lehrgang. In diesem Rahmen ernannte die Pfarre auch eine Umweltmanagementbeauftragte. Es folgten mehrere Schritte, darunter ein internes Audit im Juni 2025. Dabei überprüfte die Pfarre sämtliche Bereiche systematisch auf ihren Umweltstand.

Wenige Monate später nahm der akkreditierte Umweltgutachter Rudolf Kanan das externe Audit vor. Nach positiver Bewertung übermittelte die Pfarre ihren Umweltbericht an das Umweltbundesamt. Am 6. Mai 2026 erhielt sie schließlich die offizielle Bestätigung ihrer Eintragung in das EMAS-Register.

Die Zertifizierung erfolgte nicht isoliert, sondern im Rahmen einer österreichweiten Initiative der katholischen und evangelischen Kirche. Beide Kirchen organisieren das Projekt gemeinsam über einen eigens gegründeten Verein.

An der sogenannten Matrix-Zertifizierung beteiligen sich neben Pfarren auch Schulen und Bildungseinrichtungen. Das Modell ermöglicht mehreren Organisationen, gemeinsam an einem zertifizierten Umweltmanagementsystem teilzunehmen.

Für Dompfarrer Achim Bayer geht die Auszeichnung über formale Anforderungen hinaus. „Die EMAS-Zertifizierung ist für uns kein bürokratischer Akt, sondern ein konkretes Bekenntnis zur Schöpfungsverantwortung. Als Pfarrgemeinde wollen wir nicht nur verkündigen, sondern auch im Alltag zeigen, dass uns die Bewahrung der Schöpfung am Herzen liegt", so Bayer.

Auch Generalvikar Michael Wüger würdigte das Engagement der Dompfarre. Er stellte den Zusammenhang zum Gedenkjahr des heiligen Franziskus von Assisi her: „In diesem Jahr, in dem wir den 800. Todestag des heiligen Franziskus von Assisi begehen, ist diese Auszeichnung ein besonders schönes Zeichen. Franziskus war seiner Zeit weit voraus – seine Ehrfurcht vor der Schöpfung, sein Lied auf Bruder Sonne und Schwester Erde, ist heute aktueller denn je. Die Dompfarre Eisenstadt setzt diesen Geist auf sehr konkrete Weise fort."