Ein blinder Belgier und ein Ex-Polizist am Elektro-Tandem

Urlaub im Burgenland

Paul Possemier aus Antwerpen ist seit 40 Jahren Stammgast in der Freistadt Rust. 2016 erblindete der Belgier gänzlich. Seit einigen Jahren erkundet er nun die Gegend um den Neusiedler See auf einem Elektro-Tandem, im Doppel mit Ex-Polizist und Ruster Ortschronist Wolfgang Bachkönig.

Seit 40 Jahren kommt Paul Possemiers regelmäßig nach Rust. In den letzten Jahren hat sich dabei die Tradition etabliert, mit Ex-Polizist und Ortschronist Wolfgang Bachkönig per Elektro-Tandem die Region um den Neusiedler See zu erkunden.

Seit 40 Jahren kommt Paul Possemiers regelmäßig nach Rust. In den letzten Jahren hat sich dabei die Tradition etabliert, mit Ex-Polizist und Ortschronist Wolfgang Bachkönig per Elektro-Tandem die Region um den Neusiedler See zu erkunden.

© BVZ/Wagentristl

Ein blinder Belgier und ein Ex-Polizist am Elektro-Tandem

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Seit fast vier Jahrzehnten verbringt der Belgier Paul Possemiers seinen Sommerurlaub in Rust, gemeinsam mit seiner Frau Greta. 1986 verschlug es den heute 73-Jährigen erstmals in die Freistadt. Damals hatte er sich bei einem Fußballspiel das Knie verletzt. „Wandern in den Bergen war nicht mehr möglich – hier in Rust habe ich die perfekte Kombination aus Weite, Wasser und Ruhe gefunden“, erzählt er.

Seit 2016 gänzlich erblindet

Früher arbeitete Possemiers als Elektriker und führte seine eigene Firma. Seit 2016 ist er völlig erblindet. „Im November 2015 hab ich noch ein letztes Mal den Strand gesehen, kurz darauf war ich ganz blind.“

Doch das hindert ihn nicht daran, die Region zu erkunden. Möglich macht das eine besondere Partnerschaft: Mit dem ehemaligen Polizisten und Ortschronisten Wolfgang Bachkönig unternimmt er ausgedehnte Radtouren – auf einem Elektrotandem, das der Ruster Sammler und Fahrradverleiher Johann Schneeberger zur Verfügung stellt.

Mit dem Elektro-Tandem um den Neusiedler See

„Wir sind mittlerweile ein eingespieltes Team“, sagt Bachkönig. Die Touren führen quer durch die Region – etwa nach Fertörákos, mit der Fähre von Rust nach Podersdorf, dann mit dem Rad nach Illmitz und mit der Fähre wieder zurück ans Westufer des Neusiedler Sees nach Mörbisch. „Heute steht für uns noch eine Ausfahrt nach Eisenstadt an“, so Fahrrad-Guide Bachkönig.

Ein blinder Belgier und ein Ex-Polizist am Elektro-Tandem

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Nur extreme Hitze kann das Duo bremsen. Ansonsten genießen Possemiers und Bachkönig die gemeinsame Zeit im Sattel – und den Ruster Wein im Anschluss.

„Hier kann man einfach sein, wie man ist“, erklärt der Stammgast, warum es ihm in der Storchenstadt so gut gefällt. Zur Urlaubsstimmung gehört für ihn natürlich auch das Storchengeklapper über den Dächern von Rust und das akustisch imposante Vogelgezwitscher an den Lacken im Seewinkel.