30 Jahre Storchenverein Rust - da jubelt auch Meister Adebar

Vereinsporträt

Was heute als Selbstverständlichkeit erscheint, war vor drei Jahrzehnten ein Ausnahmefall: Nur fünf Storchenpaare brüteten damals in Rust. Heute sind es 26 – ein sichtbares Zeichen für die Erfolgsgeschichte des Storchenvereins Rust, der heuer sein 30-jähriges Bestehen feiert.

Vizebürgermeister Johann Reinprecht, Storchenverein-Obmann Igor Smrtnik, Künstlerin Sabine König, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller und Stadtmarketin-Chefin Sonja Grapa beim Festakt vergangenen Donnerstag.

Vizebürgermeister Johann Reinprecht, Storchenverein-Obmann Igor Smrtnik, Künstlerin Sabine König, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Landtagsabgeordneter Wolfgang Spitzmüller und Stadtmarketin-Chefin Sonja Grapa beim Festakt vergangenen Donnerstag.

© BVZ/Wagentristl

Beim Festakt vergangenen Donnerstag würdigten Gemeinde und Land die Leistungen des Vereins und seiner Ehrenamtlichen – allen voran Obmann Igor Smrtnik, Vorgänger Josef Karasswoitsch und Storchenstationsleiter Rudolf Karassowitsch.

Verein brachte die Trendwende

Die Anfänge nahm der Verein in den 1980er-Jahren. Damals war die Storchenpopulation in Rust stark rückläufig. Industrialisierte Landwirtschaft und verlorene Nahrungsflächen setzten den Tieren zu. In Rust waren nur noch vier bis fünf Paare zu finden. 1995 wurde der Storchenverein in seiner heutigen Form gegründet – mit einem klaren Ziel: Störche schützen, Nester sichern, Lebensraum schaffen.

30 Jahre Storchenverein Rust - da jubelt auch Meister Adebar

© BVZ/Wagentristl, Peter Wagentristl

Heute betreut der Verein 50 Storchennester – davon 36 in Rust, die übrigen in Mörbisch, Oslip, Oggau und bei der eigenen Pflegestation. Jährlich wird jedes Nest gereinigt, desinfiziert und bei Bedarf erneuert. Unterstützt wird die Arbeit seit Kurzem durch Drohnen, mit denen die Nester vorab kontrolliert werden können. Neue Nester werden aus Welschriesling-Reben geflochten – bereitgestellt vom Weingut Karner, das auch den „Storchenwein“ vertreibt: Ein Euro pro Flasche kommt dem Verein zugute.

30 Jahre Storchenverein Rust - da jubelt auch Meister Adebar

© BVZ/, Peter Wagentristl

Wenn Meister Adebar Hilfe braucht...

Eine zentrale Rolle spielt die Pflegestation. Sie geht auf ein Storchenpaar zurück, das 1987 verletzt im Garten der Familie Karassowitsch landete. Die private Pflege wurde bald zur Institution – über 150 Vögel wurden seither betreut. Vor Kurzem eröffnete der Verein eine neue Station neben der Storchenwiese. Für ihre jahrzehntelange Arbeit wurden Lydia und Rudolf Karassowitsch senior mit dem Goldenen Ehrenzeichen der Freistadt Rust ausgezeichnet.

Neben dem Nistplatz- und Pflegemanagement betreut der Verein auch zwölf Hektar Feuchtwiesen, die als Futterflächen dienen – nicht nur für Störche, sondern auch für zahlreiche andere Vogelarten.

„Die vielen Freiwilligen leisten einen unschätzbaren Beitrag – nicht nur für die Störche, sondern für die gesamte Artenvielfalt am Neusiedler See“, lobte auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner die Storchenfreunde beim Festakt zum 30-jährigen Bestehen vergangenen Donnerstag.

Im Zuge des Festakts wurde auch eine Ausstellung zu Ehren der fliegenden Stadtpatrone der Künstlerin Sabine König eröffnet.

Klappern als Wirtschaftsfaktor

Der Erfolg der Störche ist auch ein touristischer: Rund 160.000 Nächtigungen verzeichnet Rust pro Jahr. Die auffälligen Nester auf den Dächern der Altstadt gehören längst zu den Hauptmotiven für Besucherinnen und Besucher – neben See und Wein. „Rust ist ohne die Störche für mich nicht denkbar“, brachte Obmann Igor Smrtnik die besondere Beziehung auf den Punkt.

Storchenpicknick zum 30er

Ein runder Geburtstag will natürlich gefeiert werden. Den passenden Anlass fanden der Verein und seine Freunde aus Rust und außerhalb beim Storchenpicknick am Stadthafen. Neben dem geselligen Beisammensein wurde dabei auch für den guten Zweck gesammelt. Für die musikalische sorgte diesmal kein Storchengeklapper, sondern ein anderer Ruster Sound - nämlich jener von Jacky Allmeier und Band.