SC Zillingtal: Seit 100 Jahren am Ball
Vereinsporträt
Der Sportclub Zillingtal darf stolz auf eine 100-jährige Tradition zurückblicken. Der Verein brachte nicht nur Bundesliga-Kicker hervor, sondern zählte auch zu den Pionieren im Damenfußball.
Hoher Besuch beim 100. Geburtstag des SC Zillingtal um Obmann Alfred Pöpperl: ASVÖ-Präsident Robert Zsifkovics, Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf, BFV-Präsident Gerald Pangl, Bürgermeisterin Eva Karacson und BFV-Vizepräsident Robert Wieger.
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Vor 100 Jahren, am 19. März 1924 rief ein Gruppe um Gründungsobmann Stefan Szeli und Sektionsleiter Johann Martiska den Sportclub Zillingtal ins Leben. Bei Meisterschaftsspielen im Burgenland und Freundschaftsspielen, vor allem gegen niederösterreichische, etablierte sich der SCZ zu einer fixen Institution im Gemeindegefüge.
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Im Austrofaschismus wurde der Verein in der burgenländisch-kroatischen Arbeitergemeinde 1934 in Folge der Februarunruhen aufgelöst, schon in der Saison 1935/1936 rollte das Leder aber wieder in Zillingtal. Die Machtübernahme der Nazis, der Anschluss an Deutschland und die Auflösung des Burgenlands machten dem Spielbetrieb dann aber wieder den Garaus.
Auferstehung 1945 beim Match gegen Pöttsching
Nach Kriegsende kehrte sportlich wieder Leben in Zillingtal ein, auf Betreiben von Josef Bödy und Obmann Rudolf Bedenik gab der SC Zillingtal bei einem Freundschaftsspiel in Pöttsching ein Comeback.
Bis dahin ging es für den Verein kontinuierlich bergauf, nach mehreren Ligateilungen und zweiten Plätzen erreichte der Verein in der Saison 1959/1960 seinen größten Erfolg: Den Meistertitel in der 1. Klasse Nord B. Bei den Spielen um den Aufstieg in die Landesliga gegen Kittsee zog Zillingtal aber mit 0:2 den Kürzeren. Zwar misslang der Aufstieg, aber immerhin blieb man sieben Jahre erstklassig.

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Dann folgte „der totale Absturz“, wie es in der Vereinschronik in harten Worten heißt: Abstieg, erneuter Abstieg, vier letzte Plätze und zwei Vorletzte. Es folgte eine Fusion mit dem großen Bruder Steinbrunn.
Steinbrunn-Zillingtal - das war keine „Liebesheirat“
Im Jahr 1971 wurde die Gemeinden Zillingtal mit dem größeren Nachbarn Steinbrunn zusammengelegt. Dies geschah als Folge des „Gemeindezusammenlegungsgesetzes“, mit dem sich die burgenländische SPÖ und ÖVP aber beide ziemlich in die Nesseln setzten. Eine „Liebesheirat“ war es jedenfalls nicht zwischen vielen Gemeinde, so auch nicht in Steinbrunn-Zillingtal.
Bei den Sportvereinen folgte die Fusion der Fußballvereine, ebenfalls eher notgedrungen aus Zillingtaler Sicht. Doch damit kam auch Erfolg, es ging wieder in die 1. Klasse. Doch es wurde auch viel gestritten, ging auf und ab - sportlich wie sozial. Schließlich zerbrach die Vereinsehe, 1979/1980 blieb es am Sportplatz still.
Viele Jahre in der „Schutzgruppe“
In den 80er standen der Zillingtaler Phönix dann wieder aus der Asche, bis Anfang der 90er sogar erstklassig. Seither hat man sich aber in der „Schutzgruppe“ festgefahren. In der Saison 2017/2018 witterte der SCZ vor einigen Jahren nochmals erstklassige Luft, im direkten Match um den Aufstieg gegen den ASV Neufeld machten die Stadt-Kicker mit einem 3:1-Sieg aber einen Strich durch die Zillingtaler Rechnung.

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Freilich: was den Erfolg im Liga-Betrieb angeht sah es für den SC Zillingtal schon einmal besser aus. Die vergangene Saison schloss der SC als Schlusslicht der 2. Klasse Nord ab. Der Stimmung am Sportplatz tut das aber keinen Abbruch, in einigen größeren Gemeinden sind aber oft weniger Fans auf der Tribüne anzutreffen.
Comeback der Kickerinnen-Tradition
Pünktlich zum 100-jährigen Bestehen will der SC Zillingtal auch „einen neuen Schritt wagen“: Nämlich die Gründung einer Frauenmannschaft. Am 25. Juni kamen die Zillingtaler Kickerinnen erstmals am Sportplatz für ein Training zusammen. Gestern, Mittwoch, fand bereits das fünfte Damentraining statt. Mitmachen können alle „jungen und junggebliebenen Frauen, mit oder ohne fußballerische Erfahrung, ab dem Alter von 14 Jahren“, erklärt das Team um Vorstandsmitglied Silke Sommer.

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Ganz so neu ist dieser Schritt für den SC Zillingtal aber nicht: schon in den 90er-Jahren kickten in Zillingtal rot-goldene Fußball-Pionierinnen, angeleitet damals von Coach Alfred Pöpperl, heutiger Obmann des SC Zillingtal. Allzu lang hatte das Damenteam zwar nicht bestand, für drei Kickerinnen - Torfrau Patrizia Buzezki und die Verteidigerinnen Katrina Neubauer und Silke Spuller - reichte es später mit dem UFC Sieggraben sogar für den burgenländischen Meistertitel.
Prominentes Match zum Jubiläum

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Den 100. Geburtstag feierte der SC Zillingtal vor kurzem im Rahmen des ORF Sommerfests.
Zum Jubiläum der Zillingtaler Kicker stand aber auch ein besonderes Match am Kalender. Zu Gast war im Rahmen der Feierlichkeiten auch der FC Landtag, der sich aus Fußballenthusiasten aus der burgenländischen Politik und rot-goldenen Ex-Profis zusammensetzt. Das Duell gegen die Zillingtaler Ortsauswahl gewann der FC Landtag in einem hart umkämpften Match schließlich, die Feierlaune verging den Gastgebern dadurch aber keineswegs.
Große Söhne des SC Zillingtal
Dafür hat der SC Zillingtal in seiner 100-jährigen Geschichte schon einige große Kicker hervorgebracht. Stürmer Johann Szauer, Jahrgang 1939, schoss in der Bundesliga nicht nur 15 Tore für Admira Wacker, sondern führte den Verein damit auch noch zum Meistertitel und kämpfte sich damit ins Nationalteam-Dress. Seine Karriere endete allerdings tragisch mit seinem Tod im Alter von nur 30 Jahren.
Ebenfalls über die beschaulichen Gemeindegrenzen hinaus glänzte Walter Suttner, der es als SC Eisenstadt-Kicker mit der österreichische Amateurmannschaft zum Europameister-Titel brachte. Auf Bundesliga-Ebene konnte auch Franz Thometitsch überzeugen, der jahrelang beim SC Eisenstadt in der Bundesliga spielte.