Elterntaxis als Problem: Radlobby fordert „Schulstraße“ in Eisenstadt
Verkehr
Die Radlobby Burgenland machte im Schulverkehr vor der Volksschule Eisenstadt auf die Probleme mit Elterntaxis aufmerksam und fordert die Einführung einer „Schulstraße“ - lieber gestern als heute.
Charlotte Toth-Kanyak (Volksschuldirektorin), Samara Sanchez-Pöll (Jugend-Gemeinderätin), Pia Jordan-Lichtenberger (Radlobby Burgenland), Albi Chmelar (Radexperte/Herr Hofrad), Karoline Szivatz (Radlobby), Stefan Haider (Radlobby Eisenstadt), Anna Sophie Prünner (Kinderfreunde Burgenland), Helmuth Götz (Radlobby) und Andrea Bischel (Radlobby) vor der Volksschule Eisenstadt.
© zVg
Die morgendlichen Szenen vor der Eisenstädter Volksschule in der Bahnstraße sind nicht unproblematisch: Rund 350 Kinder drängen sich auf engem Raum, während Elterntaxis teils in zweiter Spur abstellen, um ihren Nachwuchs möglichst nah zur Schule zu bringen. Die Radlobby Eisenstadt machte am Freitag mit einer Aktion auf die prekäre Situation aufmerksam und fordert die rasche Einführung einer sogenannten „Schulstraße“.
„Wir wollen, dass die Kinder auch auf den letzten Metern vor der Schule einen sicheren Platz vorfinden“, betont Stefan Haider, Sprecher der Radlobby Eisenstadt. „Eine temporäre Sperre der Bahnstraße vor Schulbeginn und nach Schulschluss würde den Verkehrsfluss deutlich beruhigen und Gefahren reduzieren.“
Der Plan im Detail: Zufahrt nur für Anrainer
Konkret sieht der Vorschlag vor, die Bahnstraße zwischen St. Rochus-Straße und Josef-Reichl-Gasse während dieser Zeiten für den regulären Autoverkehr zu sperren. Lediglich Anrainer dürften dann noch in Schrittgeschwindigkeit zufahren.

© zVg/Christian Jordan-Lichtenberger, Radlobby Kirschblütenregion
In einer Schulstraße, geregelt nach § 76 der Straßenverkehrsordnung, ist das Gehen auf der Fahrbahn erlaubt, Radfahren nur in Schrittgeschwindigkeit. Mechanische Sperren wie Poller oder Scherengitter könnten die Zone absichern. Außerhalb der angegebenen Zeiten gelten wieder die allgemeinen Verkehrsregeln. Ein entsprechendes Straßenschild soll die Schulstraße klar markieren.
Direktorin und Vize-Bürgermeisterin schließt sich Forderung an
Eine Schulstraße bedeutet mehr Sicherheit, weniger Stress und ein besseres Miteinander. Die Kinder können entspannt, selbstständig und klimafreundlich zu Fuß oder mit dem Rad zur Schule kommen. Karoline Szivatz, Aktivistin der Radlobby Mutter eines Schulkindes.

© zVg
Bereits 2023 hatte der Eisenstädter Gemeinderat die Prüfung entsprechender Optionen beschlossen, konkrete Schritte seien bislang jedoch ausgeblieben, kritisiert die Radlobby. Haider appelliert an Bürgermeister Thomas Steiner, das Projekt rasch umzusetzen.
Unterstützung kommt auch vom Elternverein und von Charlotte Toth-Kanyak, Direktorin der Volksschule und SPÖ-Vizebürgermeisterin: „Am liebsten wäre mir eine komplette Sperre der Straße vor der Schule – wir könnten den Platz als Spielstraße nutzen.“
Pedi- und Bicibus statt Elterntaxi
Als weitere Alternativen zum Elterntaxi schlägt die Radlobby den Pedibus und den Bicibus vor: Beim Pedibus treffen sich Kinder an fixen Punkten und gehen gemeinsam zur Schule, begleitet von Ehrenamtlichen. Der Bicibus organisiert das gemeinsame Radfahren zur Schule – ein gesundes, sicheres und klimaschonendes Konzept, das in Eisenstadt bereits erste Erfolge zeigt.