Burgenland: Störche machen sich auf den Weg in den Süden

Vogelzug

Der Spätsommer läutet den Vogelzug ein. Auch die Weißstörche verlassen ihre Brutgebiete – und die Zwischenbilanz der Brutsaison 2026 fällt erfreulich aus. Besonders im Burgenland wurden viele Jungvögel großgezogen.

Zwei Weißstörche heben ab: Für die Zugvögel beginnt die Reise in den Süden.

Zwei Weißstörche heben ab: Für die Zugvögel beginnt die Reise in den Süden.

© BVZ, Peter Wagentristl

Mit dem Spätsommer beginnt für viele Zugvögel die Reise in den Süden. Kuckuck, Nachtigall, Klappergrasmücke und Wespenbussard verlassen bereits im August ihre Brutgebiete. Auch die Weißstörche starten ihren Zug. Die meisten Jungvögel verlassen den elterlichen Horst bereits vor Mitte August, die Altvögel bleiben oft noch etwas länger. Anfang September ist der Storchenabzug weitgehend abgeschlossen.

Die ostösterreichischen Weißstörche ziehen Richtung Südosten und gelangen über die östliche Mittelmeerroute bis nach Afrika. Bei westziehenden Störchen gibt es hingegen zunehmend Tiere, die nicht mehr bis Westafrika fliegen, sondern in Südwesteuropa überwintern. Manche bleiben sogar in Mitteleuropa. "Mit etwas Glück kann man daher sogar zu Weihnachten am Bodensee Störche beobachten", sagt Eva Karner-Ranner von BirdLife Österreich.

Erfreuliche Bilanz der Brutsaison

BirdLife Österreich zählt gemeinsam mit Partnerorganisationen, Gemeinden und zahlreichen Ehrenamtlichen jährlich die österreichischen Weißstorchbrutpaare und deren Nachwuchs. Nach den bisher vorliegenden Daten von 210 Horsten aus dem Burgenland, Niederösterreich und Kärnten liegt der Bruterfolg 2026 bei durchschnittlich 2,31 ausgeflogenen Jungvögeln je besetztem Horst.

Damit zeichnet sich erneut ein hoher Bruterfolg ab. In den vergangenen 20 Jahren lag der österreichweite Durchschnitt zwischen 1,5 und 2,3 Jungvögeln pro besetztem Horst.

Besonders erfolgreich war die Brutsaison im Waldviertel und im Bezirk Oberwart. Dort wurden durchschnittlich mehr als 2,7 ausgeflogene Jungvögel pro Horst gezählt. Im südlichsten Burgenland mit den Bezirken Güssing und Jennersdorf lag der Wert hingegen bei 1,86, in der Buckligen Welt bei 1,8.

Trockenheit kam spät

Dass die Weißstörche die trockenen Sommermonate relativ gut überstanden haben, dürfte unter anderem mit dem Zeitpunkt der Trockenheit zusammenhängen. In der ersten Junihälfte, als die Jungvögel noch besonders auf weiche Nahrung wie Regenwürmer angewiesen waren, lagen die Niederschläge ungefähr im langjährigen Durchschnitt. Erst ab der zweiten Junihälfte und vor allem im Juli und August wurde es deutlich trockener.

Mit zunehmendem Alter konnten die Jungstörche auf andere Nahrungsquellen ausweichen. Neben Mäusen spielen größere Insekten wie Heuschrecken eine wichtige Rolle. Zu extreme Trockenheit kann allerdings auch für diese Nahrungsquellen problematisch werden.

Seewinkel unter den Erwartungen

Besonders abhängig von wasserreichen Lebensräumen sind Weißstörche in Regionen mit Überschwemmungsflächen, Feuchtwiesen und Gewässerufern. Das zeigte sich heuer auch im burgenländischen Seewinkel. Dort wurden durchschnittlich zwei ausgeflogene Jungvögel pro Brutpaar verzeichnet. Das sei im langjährigen Vergleich kein schlechter Wert, liege aber unter den Spitzenwerten der erfolgreichsten Brutgebiete, so BirdLife.

Spannend wird laut BirdLife die noch ausstehende Auswertung aus den Augebieten an March und Thaya sowie den Feuchtwiesen des Rheintals.

Burgenland bleibt Storchen-Hotspot

Auch beim Gesamtbestand bleibt das Burgenland österreichweit an der Spitze. 2025 wurden hier 166 brütende Weißstorchpaare gezählt. 2015 waren es noch 138 Paare. Österreichweit gab es im Vorjahr mit 600 Brutpaaren einen historischen Höchststand seit Beginn der Zählungen in den 1950er Jahren. Mehr als 1.300 Jungstörche wurden 2025 erfolgreich großgezogen.

Auch in anderen Bundesländern entwickelt sich der Bestand positiv. Vorarlberg kam 2025 auf 138 Horstpaare, die Steiermark auf 135 und Niederösterreich auf 114. In Kärnten wurden 17 Horstpaare gezählt. Österreich liegt damit im internationalen Trend: Auch in vielen anderen europäischen Ländern nehmen die Weißstorchbestände zu.