Österreichs viertgrößter Wasserversorger feierte 70-jähriges Bestehen
Wasserleitungsverband
Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland (WLV) hat am 12. Juni 2026 sein 70-jähriges Bestehen mit einem Tag der offenen Tür gefeiert. Die Veranstaltung in der Zentrale in Eisenstadt und in der Außenstelle Neusiedl bot der Bevölkerung Einblicke in die regionale Trinkwasserversorgung. Angesichts des Klimawandels und sinkender Grundwasserspiegel verwies die Verbandsleitung auf umfangreiche Investitionen zur Absicherung der Infrastruktur. So wurden allein in den vergangenen 15 Jahren 300 Millionen Euro in Erhaltung und Ausbau der Infrastruktur investiert.
Der Wasserleitungsverband mit Obmann Bürgermeister Ernst Edelmann, Geschäftsführer Nikolaus Sauer und Lukas Kolla m lud zum Tag der offenen Tür. Unter den Gästen befanden sich auch Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf und SPÖ-Klubvorsitzender Robert Hergovich.
© Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland
Bei dem Festakt öffnete der viertgrößte Wasserversorger Österreichs seine Türen für Besucherinnen und Besucher. Fachkundige Mitarbeiter:innen führten durch die Zentrale in Eisenstadt, das Museum sowie den Schauraum und erklärten die Funktionsweise der regionalen Anlagen. Bei den jüngsten Besuchern sorgten Maskottchen „Tropfi“, eine Spielestation mit Riesenspielen, sowie Wasserexperimente von „Science Pool“ für Begeisterung.
Die Vereinsleitung betonte die Logistik, die für eine reibungslose Versorgung notwendig ist. „Hauptziel des Tages der offenen Tür beim WLV ist es, den KundInnen zu vermitteln, welch enormer anlagentechnischer und logistischer Aufwand dahintersteckt, bis das erstklassige Trinkwasser in jeder beliebigen Menge zu Hause aus dem Wasserhahn läuft“, führten Obmann Bürgermeister Ernst Edelmann (Wimpassing) und sein Stellvertreter Bürgermeister Josef Tschida (Pamhagen) unisono aus.
Die Sicherung der Wasserversorgung im Nordburgenland steht vor wachsenden Herausforderungen. Ein fortschreitender Klimawandel und die intensivierte Nutzung des Grundwassers verändern die Rahmenbedingungen in Österreich. Besonders die zunehmenden Trockenperioden erfordern Anpassungen, da die Region ohnehin zu den niederschlagsärmsten Gebieten des Landes gehört, während die Bevölkerungszahl gleichzeitig steigt.
„Der Wasserleitungsverband ist auch in diesen ‚Ausnahmezeiten‘ gut aufgestellt und sicher unterwegs. Wir haben unsere ‚Hausaufgaben‘ rechtzeitig gemacht. So können wir heute die Region im Norden des Landes nachhaltig mit ausreichendem und hochqualitativem Wasser versorgen und sind auch für die Zukunft gut gerüstet“, betonen Obmann Edelmann und Stellvertreter Tschida.
Laut Angaben des Verbandes wurden in den vergangenen 15 Jahren rund 300 Millionen Euro in den Erhalt und den Ausbau der Infrastruktur investiert. Für das Jahr 2026 sind weitere Investitionen in der Höhe von 39 Millionen Euro geplant.
Landtagspräsidentin Astrid Eisenkopf gratulierte zum Jubiläum und bedankte sich für die Arbeit des Verbandes: „Der Wasserleitungsverband Nördliches Burgenland ist seit jeher ein verlässlicher Partner für die Menschen in unserer Region. Zahlreiche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich tagtäglich für eine sichere und hochwertige Trinkwasserversorgung ein und sorgen dafür, dass wir auch in klimatisch herausfordernden Zeiten ausreichend Wasser als unser wichtigstes Lebensmittel zur Verfügung haben.“
Die historische Entwicklung des Verbandes begann vor dem Hintergrund einer prekären Versorgungslage nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 1945 verfügten lediglich rund sechs Prozent aller burgenländischen Haushalte über einen Anschluss an das öffentliche Wassernetz. Die Mehrheit der Bevölkerung war auf Hausbrunnen angewiesen, was wiederholt zum Ausbruch von Epidemien wie Typhus und Cholera führte.
Am 13. Juli 1956 beschloss der Burgenländische Landtag einstimmig das Gesetz zur Errichtung und zum Betrieb einer öffentlichen Wasserleitung in den Gemeinden des nördlichen Burgenlandes. Als wesentlicher Pionier dieser Entwicklung gilt der ehemalige Bürgermeister von Steinbrunn und langjährige Nationaltagsabgeordnete Fritz Robak, der den Verband 27 Jahre als Obmann leitete.
Heute sichert der gemeinnützige Gemeindeverband die Versorgung in den Bezirken Eisenstadt, Mattersburg und Neusiedl. Das Netz umfasst rund 3.000 Kilometer Leitungen und mehr als 120 Außenanlagen, darunter Brunnen, Quellen und Wasserbehälter. Über 67.500 Hausanschlüsse versorgen circa 94.500 Wohneinheiten. Im Jahr 2025 belief sich die gesamte geförderte Wassermenge auf 15,0 Millionen Kubikmeter.