Weingut Hahnekamp-Sailer: Magie in der Flasche

Weinprämierung

„Sternenstaub“, „Magic Moments“ und „Meteor“ - klingende Namen, die Martin Hahnekamp vom Weingut Hahnekamp-Sailer seinen edlen Tropfen verleiht. Der „Cuvée Meteor 2022“ leuchtete nun bei der Salon-Weinprämierung in besonders hellem Glanz. In der Kategorie „Rotwein kräftig“ gewann er den 1. Platz, wurde sozusagen zum besten Rotwein Österreichs gekürt.

Martin Hahnekamp vom Weingute Hahnekamp-Sailer in Großhöflein präsentiert seinen "Meteor", der bei der Salon-Weinprämierung zum besten Rotwein Österreichs gekürt wurde.

Martin Hahnekamp vom Weingute Hahnekamp-Sailer in Großhöflein präsentiert seinen "Meteor", der bei der Salon-Weinprämierung zum besten Rotwein Österreichs gekürt wurde.

© Nina Mayer

Nehmen wir ihn unter die Lupe, den „Meteor 2022“ von Martin Hahnekamp. Trauben von Zweigelt, Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon lassen den Wein in leuchtendem Dunkelrot schillern. Noch bevor man einen Schluck kostet, steigen einem Noten von Kirsche und Johannisbeere in die Nase, von einer feinen Edelholznote unterlegt.

Am Gaumen spiegelt sich die Frucht wider, tänzelt frohlockend dahin. Feines Tannin, bedingt durch den Kalkboden Großhöfleins, kräftig und dicht. Der Abgang, wie man ihn sich wünscht: elegant und lang.

Auf eine lange Tradition kann das Weingut Hahnekamp-Sailer zurückblicken. Im romantischen, alten Streckhof befindet sich ein Keller, der an die 300 Jahre alt sein dürfte. Martin ließ diesen liebevoll renovieren, im Wissen welchen Schatz er damit besitzt. Natürliche Kühlung für seine Weine ist gegeben, ein Flair, das Lust macht, winzerisch tätig zu werden.

Weingut Hahnekamp-Sailer: Magie in der Flasche

© Nina Mayer

Aufsichtsorgane und Weingartenluft fürs Baby

Martin Hahnekamps Opa, Matthias Sailer, war der erste der Familie, der den Schritt wagte, Vollerwerbs-Weinbauer zu werden. Seinen Betrieb kannte man unter dem Namen „Sailerhaus“. Einige werden sich sicher noch an die Bezeichnung erinnern. Martins Mutter Marianne arbeitete ebenfalls Vollzeit im Weingut, sein Vater Berthold war als Polizist tätig, was ihn aber nicht daran hinderte, seine Freizeit im Weingarten und Keller zu verbringen, um dabei zu helfen, hochwertige Weine zu produzieren.

Schon als Kind war Martin Hahnekamp klar, dass er Winzer werden wolle. Kein Wunder, erzählt er schmunzelnd, wuchs er doch zwischen Reben auf. Setzte seine Mama neue Weinstöcke aus, stand er im Kinderwagen daneben und beobachtete interessiert die Szenerie.

Weingut Hahnekamp-Sailer: Magie in der Flasche

© Nina Mayer

Gute Lehrer, hohe Ansprüche

Nach der „Landwirtschaftlichen Fachschule“ machte er die Meisterprüfungen für Weinbau und Kellerwirtschaft, anschließend absolvierte er die Weinakademie in Rust. Stolz dürfen wir sein auf die Möglichkeit einer so fundierten Ausbildung, meint Martin Hahnekamp, denn die Vortragenden werden zum „Who is Who“ der Weinprofis gezählt, die ihren Schülern Wissen vermitteln, das sie anderswo nicht in dieser Qualität erwerben könnten.

Zehn Hektar Weingärten in Großhöflein, Kleinhöflein und St. Georgen bewirtschaftet der Winzer. In Rot bietet er Zweigelt, Blaufränkisch und Cabernet Sauvignon an, in Weiß Welschriesling, Grünen Veltliner, Sauvignon Blanc und Chardonnay.

Verkauft wird zum Großteil ab Hof. An langjährige Stammkunden liefert man nach Kärnten, Oberösterreich, Salzburg und München. Martin Hahnekamp gefällt das Ausliefern, stärkt es doch den Kontakt zu seinen Konsumenten. Mittendrin im Geschehen zu sein, heißt Teil persönlicher Geschichten zu werden.

Seine absolute Leidenschaft aber ist die Weingartenarbeit. Penibel geht er an die Sache heran, um hohe Qualität zu erzielen.

Weingut Hahnekamp-Sailer: Magie in der Flasche

© Nina Mayer, Nina Mayer

Astronomische Einflüsse

In unserer Zeit muss man natürlich auch einen Frizzante produzieren. Keine Feier ohne dieses „In-Getränk“. Der von Martin Hahnekamp trägt den romantischen Namen „Sternenstaub“, eine Titulierung, die den meisten Damen ein Glitzern in die Augen zaubert.

Und sein „Magic Moment“? Der entstand eigentlich aus einem Zufall heraus. 2015 prägte das schockierende Flüchtlingsdrama unser Burgenland. Martins Vater war deshalb als Polizist im Volleinsatz, was weniger Zeit für den Weingarten bedeutete. So waren die tüchtigen, ungarischen Erntehelfer teilweise alleine bei der Lese, schließlich wusste man, dass auf sie Verlass war.

Die Trauben des Zweigelt sollten runter. Nun ja, als Martin am Abend zu ihnen traf, sah er, dass der eigentlich später zu lesende Cabernet Sauvignon auch schon dran glauben musste. Gott sei Dank war es ein heißes Jahr und - voilá - man paarte die beiden Sorten und kreierte den nun sehr beliebten „Magic Moment“. Wie man sieht liegt die Magie meist im nicht Geplanten, Unvorhergesehenen.

Nächstes Jahr wird Martin Hahnekamp einen neuen Weingarten aussetzen. Ein Furmint soll es werden. In Blindverkostungen an der Weinakademie faszinierte ihn diese Sorte immer besonders. Und natürlich wird er auch diese Sorte biologisch bewirtschaften und aus den Trauben ein tolles Genussprodukt schaffen.

Weingut Hahnekamp-Sailer: Magie in der Flasche

© Nina Mayer