Nach Österreich „verirrt“ und Motorrad gestohlen: Wieder verurteilt

Neufeld

Obwohl er österreichischen Boden gar nicht betreten durfte, reiste ein 36-jähriger Tscheche kürzlich nach Neufeld an der Leitha und stahl dort ein Motorrad.

Der Tscheche gab zu, das Motorrad in Neufeld gestohlen zu haben.

Der Tscheche gab zu, das Motorrad in Neufeld gestohlen zu haben.

© BVZ/Kirchmeir

Der Diebstahl hatte sich am 15. Juni 2024 ereignet, bereits am 2. Juli 2024 stand der 36-jährige Tscheche wegen dieser Tat am Landesgericht vor Richterin Karin Lückl. Der Mann bekannte sich schuldig.

Der Mann hat ein getrübtes Vorleben. Zuletzt war er in seiner Heimat wegen Sachbeschädigungen in Haft. Erst am 25. September 2023 war er aus dem Gefängnis entlassen worden.

Am Landesgericht Korneuburg war er zuvor bereits wegen Diebstahls zu 18 Monaten Haft verurteilt worden. Er war vorzeitig enthaftet worden und erhielt einen Strafaufschub, jedoch unter der Auflage, ein striktes Einreiseverbot nach Österreich einzuhalten.

„Jetzt verbüßen Sie den Rest dieser Strafe, weil Sie wieder eingereist sind“, erklärte ihm die Richterin gleich zu Beginn des Prozesses.

„Ich bin in Haft, weil ich wieder begonnen habe, Rauschgift zu nehmen“, meinte hingegen der Angeklagte.

Mit dem gestohlenen Motorrad Unfall verursacht

Er gab zu, am 15. Juni 2024 in Neufeld an der Leitha ein Motorrad gestohlen zu haben. Mit diesem Motorrad verursachte er später einen Unfall. Das Motorrad wurde beschädigt, der Dieb verhaftet.

Die Richterin wollte wissen, warum der Tscheche überhaupt trotz Einreiseverbots nach Österreich eingereist war. „Ich war im Rausch und wachte erst in Österreich wieder aus dem Rausch auf“, behauptete er.

Eingereist sei er mit dem Zug. „Zu welchem Zweck?“, fragte die Richterin. „Ich habe mich irgendwie verirrt“, meinte der Angeklagte.

Er konsumiere seit mehr als zehn Jahren MDMA (Ecstasy) und Pervitin. Das wunderte die Richterin: „Sie haben keine Veurteilung wegen Suchtmitteln“, hielt sie dem Mann vor. „Die Drogen brachten mich zu den Straftaten“, behauptete dieser. „Ich stahl das Motorrad, um nach Hause zu kommen.“

Der Motorradbesitzer hatte einen Kostenvoranschlag für die Reparatur seines Fahrzeugs eingeholt und verlangte 2.737 Euro von dem Dieb.

Die Richterin verurteilte den Angeklagten wegen schweren Diebstahls zu 20 Monaten Freiheitsstrafe. An den Besitzer des Motorrads muss er 1.000 Euro Schadensgutmachung leisten. „Sie wurden auf frischer Tat betreten, nachdem Sie den Unfall verursacht hatten“, begründete die Richterin das Urteil.