Spatenstich für Pflegezentrum des Landes in Steinbrunn

Zweites im Bezirk

Mit dem Spatenstich wurde am Dienstag der Bau für den Pflegestützpunkt in Steinbrunn eingeläutet. Dieser ist als zweiter Standort der Pflegeregion Müllendorf geplant.

Spatenstich für das Pflegezentrum des Landes in Steinbrunn mit Landeshauptmann-Stellvertreterin und Steinbrunner Gemeinderätin Astrid Eisenkopf, Bürgermeisterin Isabella Radatz-Grauszer, SOWO-Geschäftsführerin Melanie Piskernik und Soziallandesrat Leonhard Schneemann.

Spatenstich für das Pflegezentrum des Landes in Steinbrunn mit Landeshauptmann-Stellvertreterin und Steinbrunner Gemeinderätin Astrid Eisenkopf, Bürgermeisterin Isabella Radatz-Grauszer, SOWO-Geschäftsführerin Melanie Piskernik und Soziallandesrat Leonhard Schneemann.

© LMS

Der neue Stützpunkt, errichtet von der So Wohnt Burgenland GmbH (SOWO), einer Tochtergesellschaft der Landesimmobilien Burgenland GmbH (LIB), wird neben vier betreuten Wohneinheiten auch Tagesbetreuung für bis zu zwölf Personen, Pflege- und Sozialberatung sowie eine Basis für mobile Hauskrankenpflege bieten.

Beim Hauptstützpunkt in Müllendorf wurde erst kürzlich die Dachgleiche gefeiert.

Steinbrunn als Teil der „Pflegeregion Müllendorf“

Bis 2026 soll der Bau fertiggestellt werden. Wer künftig als Betreiber die „Pflegeregion Müllendorf“, zu dem auch der Standort Müllendorf zählt, leiten soll, „wird im Zuge eines offiziellen Vergabeverfahrens ermittelt“, erklärt Soziallandesrat Leonhard Schneemann.

Die Pflegeregion Müllendorf umfasst die Gemeinden Zagersdorf, Wulkaprodersdorf, Großhöflein, Zillingtal, Steinbrunn und Neufeld an der Leitha. Rund 2.850 Personen über 65 Jahre leben in dieser Region. Mit dem Pflegestützpunkt in Steinbrunn wird eine Lücke in der wohnortnahen Pflegeversorgung geschlossen. Der Standort wird nicht nur älteren Menschen zugutekommen, sondern auch als Entlastung für pflegende Angehörige dienen.

Spatenstich für Pflegezentrum des Landes in Steinbrunn

© Foto: BVZ/Kaiser

Präzedenzfall für neue Gesetzeslage

Erstmals kommt dabei die elfte (!) Änderung des Raumplanungsgesetzes von 2019 zum Tragen, die mit 7. Jänner - also dem Tag des Spatenstichs - in Kraft getreten ist. „Auf Baulandwidmungen (...) auf denen Baulichkeiten errichtet werden können“ dürfen demnach „Gebäude und Bauten, die im Eigentum des Landes Burgenland sowie seiner Unternehmen und deren Subunternehmen stehen“ errichtet werden. Voraussetzung ist, dass diese „in einem besonderen öffentlichen und überörtlichen Interesse liegen.“ In diesem Fall darf „unabhängig der konkreten Flächenwidmung“ gebaut werden.

Heißt verkürzt: Wenn „besonderes öffentliches Interesse“ an einem Projekt besteht, darf das Land auch auf nicht konform gewidmeten Fläche bauen, wie in Steinbrunn bei einem Pflegezentrum im „Bauland-Wohngebiet“.

Mehr als „nur“ Pflege am neuen Standort

Landeshauptmann-Stellvertreterin Astrid Eisenkopf und Soziallandesrat Leonhard Schneemann, die gemeinsam mit Steinbrunns Bürgermeisterin Isabella Radatz-Grauszer und SOWO-Geschäftsführerin Melanie Piskernik den Spatenstich durchführten, unterstrichen die Bedeutung dieses Projekts für die Region.

„Mit dem Zukunftsplan Pflege stellen wir die drei Säulen der Pflege – die Pflege daheim, die mittlere Pflegeebene sowie die stationäre Pflege – auf neue Beine“, erklärte Schneemann. Auch Eisenkopf zeigte sich erfreut: „Der Wunsch der älteren Generation, im eigenen Ort gepflegt und betreut zu werden, geht hier in Steinbrunn in Erfüllung. Mit diesem Projekt wird die Pflegesicherheit nachhaltig abgesichert.“

Spatenstich für Pflegezentrum des Landes in Steinbrunn

© google streetview

Das Gebäude in Steinbrunn soll dabei auch über Pflegeangebote hinaus genutzt werden können. Ein „zentraler Dorfplatz“ - wohl gemerkt am Ortsrand, gegenüber der Feuerwehr am Ende der Oberen Hauptstraße - soll etwa als Begegnungszone für Vereine und Organisationen dienen.

Eines von (mindestens?) 71 geplanten Pflegezentren des Landes

Insgesamt 71 Pflegezentren wie jene in Steinbrunn und Müllendorf sollen in den kommenden Jahren errichtet werden. So zumindest der bisherige Standpunkt der Landesregierung. Landeshauptmann Doskozil legte am Montag beim Wahlkampfauftakt aber noch einen drauf: Nun soll in jeder Gemeinde im Burgenland ein Stützpunkt errichtet werden.

Finanziert werden soll das Ganze über einen angeblich „in den nächsten Wochen, Monaten“ vor der Anklage stehenden mit dem Investor Michael Tojner, der beim Kauf von gemeinnützigen Wohnbaugesellschaften das Land laut Doskozil um einen dreistelligen Millionenbetrag geprellt haben soll. Tojner bestreitet diese Darstellung.