Weinlese 2026: weniger Ertrag, aber gute Qualität
Zwischenbilanz
Winzer und Experten ziehen erste Bilanz zur Weinlese 2026: „Sehr herausfordernd, aber top Qualität bei Trauben“.
Wein Burgenland-Obmann Herbert Oschep, LK-Bgld.-Präsident Nikolaus Berlakovich und Weinbauverband-Präsident Andreas Liegenfeld (v.l.) sprachen auch mit Winzerin Anna Reichardt über die heurige Weinernte.
© Furtner-Janisch
Bevor es zur traditionellen Weinlesereise durch Vertreter der Burgenländischen Landwirtschaftskammer, Weinbauverband und Wein Burgenland zu burgenländischen Winzern ging, luden Nikolaus Berlakovich (Präsident der Burgenländischen. Landwirtschaftskammer), Andreas Liegenfeld (Winzer und Präsident vom Weinbauverband Burgenland) und Herbert Oschep (Obmann von Wein Burgenland) zu einem Pressetermin in Donnerskirchen: Sie zogen eine erste Bilanz über die heurige Weinlese und gaben einen Einblick in die Vermarktungsstrategien.
Obwohl in diesem Jahr auch bei den Weintrauben der Ertrag um rund 30 Prozent geringer ist, zeigen sich Winzer und deren Vertreter zufrieden, denn: „Die Qualität ist top“, wie Nikolaus Berlakovich feststellt. „Die Bedingungen – Hitze und Dürre - stellten die Winzer vor große Herausforderungen“, erklärt Andreas Liegenfeld die Ausgangslage der Winzer.
Daneben seien die immer noch hohen Kosten Thema, wie „der hohe Ölpreis. Die Landwirtschaft braucht Traktor und Diesel, Alternativen sind nicht ausreichend. Aber auch bei anderen Betriebskosten, wie Kartonagen oder Flaschen, sind die Kosten hoch“, führt Berlakovich aus. Die Rebzikade spielt bei den Herausforderungen ebenfalls mit. Aber: „Hier ziehen wirklich alle Institutionen an einem Strang“, zeigt sich Berlakovich dankbar.
Bei den Mengeneinbußen gäbe es außerdem erhebliche Unterschiede, wie Liegenfeld ausführt: „Bei den roten Sorten, also Blaufränkisch, Cabernet Sauvignon oder Zweigelt, gibt es kein so großes Minus, auch internationale Sorten wie Chardonnay, Sauvignon Blanc oder Muskateller liegen gut. Trotzdem gibt es einige Sorten, wie den Welschriesling, die stark gelitten haben. Wir können also aus diesem Jahr auch mitnehmen, welche Sorten für unsere Betriebe hier gut sind.“
Im Gegensatz zum heißen Jahr 2024 gibt es in diesem Jahr „perfekte Voraussetzungen in den Parametern, etwa Zuckergrade, Säure und pH-Werte, für qualitativ hochwertigen Wein“, so Liegenfeld. So seien die Trauben, Moste und ersten Jungweine „unheimlich fruchtig“. Der Konsument könne sich auf einen sehr guten Jahrgang 2026 freuen, ergänzt er.
Die zahlreichen Herausforderungen im Weinbau, machten es notwendig die Winzer zu unterstützen – auch bei der Vermarktung, betont Berlakovich. Hier ist Wein Burgenland und das Team rund um Obmann Herbert Oschep gefragt. „Auf der Welt wird zu viel Wein produziert. Daher müssen wir uns Gedanken dazu machen, wie wir unseren Wein besser vermarkten“, so Oschep einleitend.
„Unsere Winzer setzen bewusst auf hohe Qualität zu sehr fairen Preisen. Wichtig ist auch, dem Konsumenten zu vermitteln, dass wir Winzer uns tagtäglich Gedanken machen, wie wir auch bei schwierigen Rahmenbedingungen mit der Natur arbeiten, also auf Nachhaltigkeit setzen“, setzt er fort.
Daher setzt man darauf den Weintourismus und Ab Hof-Verkauf zu stärken. „So kommen wir in Kontakt mit den Konsumenten und können unsere vinophilen Geschichten erzählen. Es steckt so viel Herzblut und Emotion drin – es geht um Genuss, Wertschätzung für den Winzer, Kultur“, ist Oschep überzeugt.
Rund 2.400 Weinbaubetriebe prägen das Burgenland und machen das Land zu einem der bedeutendsten Weinbaugebiete Österreichs. Für sie ist die heurige Weinlese allerdings eine besondere Herausforderung: Die extreme Hitze und die anhaltende Trockenheit haben die Erntemenge deutlich reduziert.
Aktuell wird im Burgenland mit rund 30 Prozent weniger Ertrag als im Vorjahr gerechnet. Gleichzeitig gibt es Grund zur Zuversicht: Die Beeren sind aufgrund der schwierigen Witterungsbedingungen kleiner, weisen dadurch aber eine hohe Konzentration auf.
Die Qualität der Trauben wird nach derzeitiger Einschätzung passen. Die Weinwirtschaft erwartet einen sehr konzentrierten, aromatischen und lagerfähigen Jahrgang. Die Weinlese hat heuer rund zwei Wochen früher begonnen. Die außergewöhnlich hohen Temperaturen führen auch dazu, dass viele Winzerinnen und Winzer die Trauben möglichst in den kühleren Morgenstunden oder teilweise sogar in der Nacht ernten.