Die „Loipersbacher Welle“ rollt an
1. Klasse Mitte
Am Freitag (19.30 Uhr) empfängt der SV Loipersbach zum Abschluss der diesjährigen Saison den SC Piringsdorf. Obwohl es „um nichts mehr geht“, wird den Zusehern ein nicht alltägliches Szenario geboten werden: Bei der Heimmannschaft werden voraussichtlich ausschließlich „waschechte Loipersbacher“ im Kader der Kampfmannschaft stehen.
Der 19-jährige Michael Gerdenitsch (l., gegen Mannersdorfs Routinier Manuel Supper) spielt bereits eine tragende Rolle beim SV Loipersbach.
© Mia Wlaschits, MIA WLASCHITS
Der SV Loipersbach vollzog im Sommer einen „Schnitt“ und setzt seit dieser Saison auf eine junge Truppe mit Fokus auf einheimische Spieler – 18 der 26 Akteure im Kampfmannschaftskader sind „waschechte“ Loipersbacher. Dies wird sich in der letzten Runde, beim Heimspiel gegen den SC Piringsdorf am Freitag, auch auf dem Rasen voll und ganz widerspiegeln. Man wird voraussichtlich mit elf einheimischen Spielern beginnen. „Klappt es so, wie wir uns das vorstellen, dann werden auch auf der Ersatzbank ausschließlich Loipersbacher Platz nehmen. Der Altersschnitt des gesamten Match-Kaders wird dann um die 19 Jahre betragen“, so SVL-Trainer Richard Vogler im Vorfeld der Partie.
Vor einem Jahr sah es noch anders aus in Loipersbach. In der Saison 2023/24 lief der SVL noch mit acht, manchmal gar neun Legionären auf und wurde zudem noch Letzter. Der Verein, allen voran Obmann Gerald Wagner und Sektionsleiter Peter Aufner, entschloss sich dann zum „Umbruch“: Es wurde bereits zu Beginn der Saison 2024/25 vorwiegend auf junge, einheimische Spieler oder auf Akteuren aus den Nachbarortschaften gesetzt. Fünf, sechs „waschechte“ Loipersbacher stehen stets in der Startformation, zum Teil wies das Team einen Altersschnitt von unter 21 Jahren auf und die nächsten jungen Loipersbacher „klopfen an die Tür“ der Kampfmannschaft. Kaum jemand hat der Truppe den Klassenerhalt zugetraut, zwei Runden vor Schluss stand fix der neunte Platz zu Buche.
Das im Sommer installierte Trainerduo Marko Amminger und Richard Vogler - beide mit engem Bezug zum Verein - leistet hervorragende Arbeit. Amminger ist gebürtiger Loipersbacher, agierte bereits als aktiver Spieler und Trainer beim SVL. Vogler kickte sechs Jahre in Loipersbach und coachte ebenso bereits zwei Saisonen die Kampfmannschaft der Blau-Weißen.
„Wir bestreiten die Meisterschaft mit einer extrem jungen Truppe. Viele sind noch absolute Teenager und hatten vor der Saison keine bis kaum Kampfmannschaftserfahrung. Ein Teil der 'auswärtigen' Spieler kickte zumeist in der zweiten Mannschaft bei ihren Ex-Klubs“, berichtet Amminger.
Die Erfolgsfaktoren? „Die Trainingsbeteiligung ist außerordentlich gut, dies merkt man vor allem bei den jungen Spielern - die meisten haben sich großartig weiterentwickelt. Wir lassen mutigen, offensiven Fußball spielen, stehen hoch, pressen früh - dies taugt der Mannschaft“, so Vogler, der zwei Akteure hervorhebt: „Kapitän Martin Muskovich ist ein richtiger 'Leader', so stellt man sich einen Kapitän vor. Und mit Marco Hodosi haben wir im Winter einen Glücksgriff gemacht. Der 'Hodo' weiß einfach wo, die 'Hütte' steht. 14 Tore in 13 Spielen bei einem Team, das hinten mitspielt - da braucht man nicht allzu viel sagen.“