Neue Regeln, viele Fragen

1. Klasse Mitte

Zwei Vereine, zwei verschiedene Erlebnisse mit dem Schiedsrichter und in beiden Fällen Konsequenzen, die über den Spieltag hinausgehen.

Markus Schmidt (r.) und Luca Sedlatschek (l.): Beide sahen beim 0:3-Derby gegen Antau Gelb-Rot – der Trainer für eine Frage, der Offensivmann für ein Foul.

Markus Schmidt (r.) und Luca Sedlatschek (l.): Beide sahen beim 0:3-Derby gegen Antau Gelb-Rot – der Trainer für eine Frage, der Offensivmann für ein Foul.

© Bernhard Fenz

Einige neue Regelungen, die seit der Weltmeisterschaft im Sommer in Kraft sind, sorgen sogar in der 1. Klasse Mitte für anhaltende Diskussionen. Gleich zwei Vereine schilderten nach der 5. Runde Erlebnisse, die weit über das sportliche Ergebnis hinausgehen.

In Loipersbach begann der Ärger mit dem Leistungsträgerin der Offensive Luca Sedlatschek, der nach einem Foul die zweite Gelbe und damit Gelb-Rot sah. Laut Trainer Markus Schmidt eine Entscheidung, die „nicht in Ordnung" war. Was danach folgte, ist auf sportlicher Ebene heikel: Schmidt bat den Schiedsrichter um eine Erklärung, warum er selbst zuvor verwarnt worden war. Für diese Frage sah er die Gelbe Karte. Als Schmidt kurz darauf noch einmal nachfragte, folgte die zweite Gelbe und damit Gelb-Rot. „Der Schiedsrichter ließ nicht mit sich kommunizieren", sagt Schmidt. Die Konsequenz ist für Loipersbach besonders unangenehm: Sedlatschek fehlt gesperrt im nächsten Derby gegen Baumgarten – eine Hypothek, die schmerzt.

In Baumgarten stand ein anderes, aber verwandtes Thema im Mittelpunkt. Trainer Marco Cadek sprach nach dem 0:0 gegen SPG Hrvati von einem Abend, der von Regelverwirrungen geprägt war. Die 5-Sekunden-Regel beim Einwurf sorgte für kuriose Szenen: Der Schiedsrichter begann zu zählen, obwohl der Ball noch auf dem benachbarten Tennisplatz lag. Die Spieler hatten schlicht keine Möglichkeit, die Frist einzuhalten. In der 91. Minute pfiff der Schiedsrichter mitten in einen Baumgartner Konter hinein und stellte den Ball 30 Meter zurück für einen Freistoß. „Von solchen Aktionen gab es einige", so Cadek.

Das eigentliche Problem sieht er nicht in den Regeln selbst, sondern in deren Anwendung: Regelungen aus dem Profifußball brauchen auf Amateurniveau Feingefühl – das fehle derzeit oft. Beide Vereine stehen damit stellvertretend für eine Problematik, die in der Liga gerade viele Teams bewegt. Fest steht: Neue Regelungen brauchen Zeit, bis sie auf allen Ebenen einheitlich verstanden und angewandt werden. Auf Amateurebene, wo Spieler und Schiedsrichter oft jahrelang nach denselben Grundsätzen gespielt haben, ist dieser Prozess besonders spürbar.