Einweihung nach zweijähriger Restaurierung der Pöttelsdorfer Orgel

180.000 Euro an Kosten

Nach intensiver Planung und zwei Jahren Arbeit ist es endlich so weit: Die Orgel der evangelischen Kirche Pöttelsdorf ist wieder einsatzbereit. Am 23. März wird das historische und denkmalgeschützte Instrument wieder im „Wulkataler Dom“ zum Festgottesdienst erklingen.

Die Pöttesdorfer Orgel vor der Restaurierung 2021.

Die Pöttesdorfer Orgel vor der Restaurierung 2021.

© zVg.

Historischer Orgelbau von Franz Capek

Erbauer der historischen Pöttelsdorfer Orgel war der aus Mähren stammende und 1857 geborene Franz Capek. 1883 übernahm der junge Orgelbauer eine Werkstatt in Krems, mit der er bis zum Jahr 1901 – dem Erbauungsjahr der Pöttelsdorfer Orgel – auf die beeindruckende Zahl von 122 Instrumenten kam. Ab 1880 begann Capek mit pneumatischen Windsystemen zu experimentieren. Hierbei wird der Luftdruck genutzt, um die Ventile zu steuern, die dann die Orgelpfeife zum Klingen bringen. Dieses System brachte jedoch oft technische Probleme mit sich, weshalb die Qualität Capek’s Orgeln schnell in Vergessenheit geriet. Ab den 1960er-Jahren wurden seine Orgeln zunehmend erneuert oder total umgebaut. Nicht aber das Pöttelsdorfer Instrument: Sie ist weitgehend im Originalzustand erhalten. Besonders feine, aufwändige und einzigartige Intarsien (Einlegearbeiten aus Holz) zeugen von der hohen handwerklichen Qualität des Instruments.

Zuvor war das wertvolle Instrument über Jahre hinweg nicht mehr bespielbar – einige Töne funktionierten gar nicht mehr, andere erklangen ungewollt mit. Da sich in Österreich keine geeignete Firma fand, wurde Klais aus Bonn mit der Restaurierung betraut. Bereits 2002 und 2012 wurde die Kirche umfassend renoviert, doch die Orgel blieb unberührt.

Einweihung nach zweijähriger Restaurierung der Pöttelsdorfer Orgel

© zVg

Restaurierung abgeschlossen

Nun ist die Pöttelsdorfer Orgel nach intensiven zwei Jahren wieder betriebsbereit. „Die Orgel ist wieder im Originalzustand, wie sie war als die Kirche 1901 gebaut wurde. Es ist etwas ganz Besonderes, dass dieses denkmalgeschützte Ensemble in seinen ursrprünglichen Zustand zurückversetzt wurde“, zeigte sich der Pfarrer der Evangelischen Pfarrgemeinde Pöttelsdorf, Mag. Andreas Hankemeier erfreut.

Die umfassende Restaurierung kostete die Pfarre insgesamt 180.000 Euro. Einen Teil der Finanzierung übernahm das Bundesdenkmalamt mit 20 Prozent der Summe, weitere 30.000 Euro steuerte die Kulturförderung des Landes Burgenland bei. Den restlichen Betrag machten großzügige Spenden aus der Gemeinde möglich. „Viele Menschen haben sich engagiert und ihre Unterstützung gezeigt, weil ihnen ihre Kirche sehr am Herzen liegt“, betont Pfarrer Hankemeier.

Feierliche Einweihung: Die Töne erklingen wieder

Am 23. März werden die Töne der historischen Orgel nach langen Arbeiten wieder erklingen und das Instrument wird feierlich eingeweiht. Beginnen soll die heilige Messe um 9:30. Tatsächlich wird die Orgel an diesem Tag erstmals wieder gespielt, da die Restaurierungsarbeiten voraussichtlich bis kurz davor andauern werden. Nach dem feierlichen Gottesdienst soll es eine Agape mit einer Orgelführung geben. Pöttelsdorf kann weiterhin stolz auf seinen „Dom im Wulkatal“ sein.