Kinder „sekkiert“: Mann ging auf Zwölfjährigen los

2.700 Euro Geldstrafe

Weil ein Zwölfjähriger seine kleinen Kinder belästigte, stellte ein 31-Jähriger den Buben zur Rede und wurde dabei handgreiflich.

"Vielleicht" habe er "überreagiert", meinte der 31-jährige Angeklagte vor Gericht.

"Vielleicht" habe er "überreagiert", meinte der 31-jährige Angeklagte vor Gericht.

© BVZ/Kirchmeir

Am 3. April 2025 hatte der bislang unbescholtene Familienvater mit seinen beiden Kindern einen Spielplatz im Bezirk Neusiedl besucht. Dabei fühlte er sich durch das Verhalten eines zwölfjährigen Buben provoziert. „Er ließ meine Kinder nicht in Ruhe“, sagte der 31-Jährige am Dienstag, 10. Juni 2025 vor Gericht.

Am Landesgericht Eisenstadt musste er sich wegen Körperverletzung, gefährlicher Drohung und Nötigung verantworten. Allerdings bekannte sich der Familienvater nur zu einem kleinen Teil der angeklagten Fakten schuldig.

Er gab nur zu, dem Zwölfjährigen „eine Hand auf die Wange“ gelegt und den Buben „mit drei Fingern“ am Kiefer gepackt zu haben.

Angeklagter reuig: „Gewalt ist nicht in Ordnung“

Eine Ohrfeige habe er dem Kind nicht verpasst. „Ich weiß, es ist nicht in Ordnung, dass ich ihn packe. Gewalt ist nicht in Ordnung“, zeigte sich der Angeklagte reuig.

Das zwölfjährige Opfer des Angriffs wollte in Abwesenheit des Angeklagten aussagen. Der 31-Jährige verließ daraufhin den Gerichtssaal. „Gab es Streit mit den Kindern des Angeklagten?“, fragte die Richterin. „Ja, ein bisschen“, gab der Zwölfjährige mit fester Stimme zu. „Ich habe dann etwas gesagt. Und ich glaube, ich habe ihm den Mittelfinger gezeigt“, schilderte er sein Verhalten gegenüber dem Erwachsenen.

„Wenn'st nicht stehen bleibst, fahr' ich drüber“

Er sei danach mit seinem Roller weggefahren, der 31-Jährige habe ihn mit dem Auto verfolgt. „Er sagte, wenn'st nicht stehen bleibst, fahr' ich drüber“, berichtete der Zwölfjährige. „Ich ging zu ihm hin und er gab mir eine Watsche und drücke mich am Kieferknochen zusammen“, schilderte er den weiteren Verlauf.

Der Erwachsene habe ihn am Kopf in die Höhe gezogen. Nach dem Übergriff habe er Schmerzen im Bereich des Kiefers gehabt, so der Bub.

Er habe sei dann nach Hause gefahren und habe seine Mutter verständigt.

„Mein Sohn rief mich an, ich war gerade mit der Tochter in Neusiel“, berichtete die Mutter des Buben vor Gericht. „Er sagte, ein Mann fuhr ihm mit dem Auto nach, holte ihn vom Roller runter, würgte ihn und klatschte ihm eine“, erinnerte sie sich.

Mutter: „Ich wollte mit dem Herrn sprechen“

Mit dem Sohn sei sie dann zum Spielplatz gefahren. „Ich wollte mit dem Herrn sprechen“, sagte sie. „Er sagte, dass mein Sohn frech war und ihm die Zunge zeigte. Ich fragte ihn, warum er ihn geschlagen hat. Er sagte, er hat ihn nicht geschlagen, weil sonst wäre er blutig.“

Dann habe der 31-Jährige noch gedroht: „Wenn er das nächste Mal meine Kinder sekkiert, ist er blutig.“ Der Angeklagte sei, so die Mutter, damals alkoholisiert gewesen. Das habe man gerochen und an dessen Sprache erkannt.

Angeklagter muss 2.700 Euro zahlen

Der 31-Jährige wurde zu einer unbedingten Geldstrafe in der Höhe von 2.700 Euro verurteilt.

„Ich kann mir vorstellen, dass Sie außer sich waren“, sagte die Richterin. Aus Wut sei der Angeklagte auf den Zwölfjährigen losgegangen und habe die angeklagten Drohungen geäußert.

Der 31-Jährige zeigte sich mit dem Urteil einverstanden. Die Geldstrafe werde er in Raten bezahlen.