Sieggraben - Dörfl: „Wickel“ in der Nachspielzeit
2. KLASSE MITTE
Das Spitzenspiel der 2. Klasse, Sieggraben gegen Dörfl, fand in der Schlussphase seinen unrühmlichen Höhepunkt.
Ein an sich faires Spitzenspiel in Sieggraben endete letztlich mit drei Ausschlüssen nach dem Schlusspfiff für den SC Dörfl.
© Alfred Wagentristl
Rund 92 Minuten lang war das Schlagerspiel unter der Sieggrabener Brücke ein gutes, wenn auch chancenarmes Match zweier Top-Teams. Kaum ein großer Aufreger, was sich nach dem Schlusspfiff aber dann sehr rasch ändern sollte.
„Beim Abgang wurde ich leider auch angespuckt“
Beim Spielstand von 1:1 und absolvierten 92 Minuten beendete Schiedsrichter Manuel Prenner das Spiel. „Der ballführende Spieler lief im Mittelkreis quer, ein idealer Zeitpunkt, um die Partie zu beenden“, so der Unparteiische. Das Problem: Der ballführende Adam Arvai spielte einen Pass hinter die Abwehr der Gastgeber und Dörfls Kariem Shehata war ohne Gegnerdruck unterwegs in Richtung Tor der Sieggrabener. „Er hat mitten im Angriff das Spiel beendet, wie kann er das machen?“, war Dörfl-Coach Sascha Kalss fuchsteufelswild.
Die entscheidende Frage nach dem Spiel war, ob der Pfiff vor dem Arvai-Pass geschah oder eben danach. Für Schiedsrichter Prenner ist der Fall glasklar: „Ich habe ganz sicher vor dem Pass gepfiffen.“ Das bestätigt auch Sieggrabens Spielertrainer Philipp Schordje: „Wir haben das Ganze auch auf Video und dort bestätigt sich, dass der Schiedsrichter vor dem Pass abgepfiffen hat.“ Interessant auch die Aussage von Sieggraben-Goalie Bernd Kutrowatz: „Ich bin ziemlich sicher, dass ich den Ball vor Arvai abgelaufen hätte. Im schlechtesten Fall wäre es ein Schnittball geworden.“
Fakt ist, dass die Lage, nachdem der viel diskutierte Pfiff ertönte, eskalierte. Schiedsrichter Prenner verteilte im Zuge einer Rudelbildung eine Gelbe und zwei Rote Karten. „Ich zeigte Dörfl-Trainer Sascha Kalss wegen Beleidigungen und Tormann Andreas Kögl, er nahm mir die Karte weg und schleuderte sie mir ins Gesicht, die Rote Karte. Beim Abgang wurde ich vom Spieler Kariem Shehata leider auch angespuckt und angeschüttet. Klarerweise bringe ich das zur Anzeige.“