Der Aufstiegskrimi spitzt sich zu

2. Klasse Nord

In Breitenbrunn liegt der Meistersekt auf Eis und zwischen Sigleß, Stotzing und Oggau herrscht ein brutaler Dreikampf.

Mit stolzen 21 Treffern schießt Gerhard Karner sein Team beinahe im Alleingang in die 1. Klasse Nord.

Mit stolzen 21 Treffern schießt Gerhard Karner sein Team beinahe im Alleingang in die 1. Klasse Nord.

© Christopher Schneeweiß

Die Ausgangslage für den SC Breitenbrunn könnte komfortabler kaum sein. Mit satten 55 Punkten thront das Team unangefochten an der Tabellenspitze und kann bereits an diesem Freitag im Duell gegen die SPG Hirm/Zillingtal (Freitag, 19.30 Uhr) den Aufstieg fixieren. Patzt Verfolger Sigleß im direkten Duell gegen Stotzing (Freitag, 19.30 Uhr), reicht Breitenbrunn ohnehin schon fast das bloße Antreten, doch selbst bei einem Sigleß-Sieg können die Breitenbrunner, mit einem eigenen Dreier, den fixierten Aufstieg bejubeln.

Spielertrainer Gerhard Karner gibt sich vor dem möglichen Matchball gewohnt unaufgeregt: „Wir bereiten uns wie auf jedes andere Spiel vor. Jedoch werden wir nur ganz locker trainieren, um fürs Spiel frisch zu sein.“ Die Konkurrenz behält der designierte Meister dennoch im Auge: „Grundsätzlich interessieren uns die anderen Ergebnisse nicht, aber am Freitag werden wir natürlich nachschauen, ob Sigleß Punkte liegen gelassen hat, dann wissen wir, ob wir schon Meister sind.“ Die ganz große Sause ist zwar erst für den letzten Spieltag vor heimischem Publikum voll in Planung, doch Karner gibt mit einem Schmunzeln zu: „Sollten wir am Freitag schon rechnerisch Meister sein, werden wir hier natürlich auch schon ein wenig feiern.“

Ganz andere Sorgen plagen derzeit den Tabellenzweiten SV Sigleß (45 Punkte). Die Mannschaft erlebte in der Rückrunde einen brutalen Einbruch. Eine beispiellose Verletzungsmisere zwang das Team in die Knie, an die bärenstarken Leistungen des Herbstes war nicht mehr zu denken. Sektionsleiter Peter Zistler blickt wehmütig auf sein Lazarett: „Leider konnten wir die Ausfälle mit Monschein, Köhler, Geissler, Trejo, Gerenschier, Ernst, Braunöder und Bösze nicht kompensieren.“ Nach der klaren Pleite gegen Oggau droht nun im direkten Duell gegen den Dritten Stotzing der nächste Nackenschlag.

Für den UFC Stotzing (40 Punkte) ist dieses Aufeinandertreffen die ultimative Chance: Mit einem Sieg könnte die Truppe die Lücke zu Sigleß auf lediglich zwei mickrige Punkte verkürzen und das Aufstiegsrennen völlig neu entfachen. Zudem haben die Stotzinger einen großen Trumpf im Ärmel: Das direkte Duell gegen den punktgleichen Konkurrenten Oggau konnten sie für sich entscheiden. Zistler hofft auf Rückkehrer, schwört sein Team aber auf einen harten Fight ein: „Das Hinspiel in Stotzing war sehr intensiv mit einem sehr aggressiven Gegner, der uns niedergekämpft und 2:0 gewonnen hat. Diesmal wollen wir den Spieß umdrehen, um den zweiten Platz noch ins Ziel zu retten.“

Ein Patzer von Sigleß würde auch dem UFC Oggau massiv in die Karten spielen, vorausgesetzt man erledigt seine eigenen Hausaufgaben gegen Zagersdorf (Sonntag 16.30 Uhr). Der Tabellenvierte (40 Punkte) ist das absolute Maß der Dinge in den vergangenen Wochen: Sieben Spiele, sieben Siege und eine furchteinflößende Tordifferenz von 20:2 sprechen eine klare Sprache.

Doch wer glaubt, Trainer Hans Peter Kusolits lehne sich nun entspannt zurück, irrt gewaltig. Dem perfektionistischen Coach ist die Chancenverwertung ein gewaltiger Dorn im Auge. Geht es nach ihm, müsste das Torverhältnis im Frühjahr eigentlich 30:1 lauten. Vor allem der späte Gegentreffer beim 3:1 gegen Oslip ärgert ihn noch immer. Auch nach dem verdienten Sieg über Sigleß fand Kusolits Haare in der Suppe: „Wir haben bereits in der ersten Viertelstunde die ein oder andere Topchance gehabt. Zweite Halbzeit hätten wir den Sack zumachen müssen, aber das ist leider unser Problem, dass wir aus unseren Chancen viel zu wenige Tore machen.“

Drei Teams, ein Ticket. Das Aufstiegsrennen verspricht ein absoluter Thriller zu werden.