Höhenflieger im Duell & David gegen Goliath

2. Klasse Nord

Gipfeltreffen der beiden Sensations-Teams in Zagersdorf und ein echtesDavid-gegen-Goliath-Derby in Trausdorf.

Dominik Warscha (l.) und seine Abwehrkollegen werden gegen Zagersdorf alle Hände voll zu tun haben. Am Samstag treffen sie auf die aktuell drittbeste Offensive der Liga, die in drei Spielen bereits neun Tore erzielt hat.

Dominik Warscha (l.) und seine Abwehrkollegen werden gegen Zagersdorf alle Hände voll zu tun haben. Am Samstag treffen sie auf die aktuell drittbeste Offensive der Liga, die in drei Spielen bereits neun Tore erzielt hat.

© Martin Ivansich

Wer hätte das vor der Saison gedacht? Zagersdorf und Mörbisch beendeten die vergangene Spielzeit noch im unteren Tabellendrittel, haben die Liga aber mit einem fantastischen Saisonstart regelrecht geschockt. Wenn am Samstag um 16:30 Uhr der Ball rollt, trifft der Tabellenfünfte Zagersdorf daheim auf den Tabellenvierten Mörbisch.

Der SV reist dabei mit breiter Brust an: Mit fünf Punkten aus drei Spielen ist das Team noch immer ungeschlagen. Doch auch die Hausherren aus Zagersdorf müssen sich mit ihren vier Punkten nicht verstecken. Vorstandsmitglied Raphael Hofstädter warnt jedoch vor allzu großer Euphorie und erwartet eine harte Nuss: „Nächste Woche erwartet uns wieder ein schwieriger Gegner wie jede Woche, in der jeder, jeden schlagen kann“.

Den Schlüssel zum Erfolg sieht Hofstädter vor allem in einer Leistungssteigerung über die volle Distanz: „Wenn wir es endlich schaffen, in der Defensive dem Gegner den Ball abzuluchsen, vorne die Torchancen verwerten und das Spiel nach vorne über längere Phasen als nur eine Halbzeit durchzubringen, dann sind drei Punkte möglich“.

Es ist das Duell der absoluten Gegensätze. Vor der Saison dachte man noch, dass Trausdorf den guten Start des Vorjahres reproduzieren könnte, doch die Realität sieht düster aus. Mit nur einem mageren Punkt und einer Tordifferenz von -6 rangiert die Elf aktuell auf dem enttäuschenden 11. Platz. Ganz anders die Gäste: Der UFC St. Georgen winkt mit der Maximalausbeute von neun Punkten und einem Torverhältnis von 17:1 von der Tabellenspitze in den Tabellenkeller hinab. „Es kommt der stärkste Gegner zu uns. “Die Favoritenrolle ist am Samstag um 16:30 Uhr also klar verteilt. Das weiß auch Stefano De Martin, Pressesprecher des SV Trausdorf: „Am Wochenende kommt mit großer Wahrscheinlichkeit der bisher stärkste Gegner zu uns. St. Georgen hat bis jetzt alle Spiele gewonnen und den Mitfavoriten aus Oggau mit 4:1 abgefertigt – das sagt alles!“. Er lobt die Entwicklung der Gäste: „Unter Trainer Pinter ist eine junge Truppe zu einem starken Kollektiv herangereift, die schwer zu bespielen ist“.

Dennoch rechnet man sich in Trausdorf im Derby Chancen aus. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren immer auf Augenhöhe mit den 'Schurldorfern' duelliert. Mir als ehemaligem Tormann machen diese Partien immer besonders Spaß“, so De Martin kämpferisch. Um die Überraschung zu schaffen, hat Trainer Rotpuller unter der Woche einen klaren Fokus gesetzt: „Wir spielen grundsätzlich keinen schlechten Ball, aber die Eigenfehler brechen uns das Genick. Wenn wir diese individuellen Fehler abstellen, können wir sehr wohl überraschen“. Bei den Überfliegern aus St. Georgen nimmt man den kriselnden Gegner derweil keineswegs auf die leichte Schulter. Spielertrainer Christopher Pinter tritt auf die Euphoriebremse und warnt: „Trausdorf wurde bisher unter Wert geschlagen, wir sind bereit“.

Ob in Zagersdorf das nächste Kapitel eines echten Überraschungsmärchens geschrieben wird oder ob ausgerechnet der angeschlagene SV Trausdorf dem makellosen Tabellenführer ein Bein stellen kann – die Antworten gibt es auf dem Platz. Die Fans dürfen sich auf leidenschaftliche Duelle und viele Emotionen freuen, bei denen am Ende der Rasen seine eigenen Gesetze schreibt.