Topspiel-Drama und Aufstiegs-Schock
2. Klasse Nord
Breitenbrunn rettet in Oggau ein 3:3-Remis. Im Aufstiegskampf patzt Sigleß spät gegen Mörbisch und verliert Rang zwei.
Ein kleiner Dämpfer nach einem fantastischen Lauf. Trotz drei erzielter Tore ließen die Oggauer zum ersten Mal seit dem 14. März wieder Zähler liegen.
© Johannes Götzinger
Es war das erwartet hitzige Gipfeltreffen: Der formstarke UFC Oggau, angetreten mit der breiten Brust von acht Siegen in Serie, lieferte dem frischgebackenen Meister SC Breitenbrunn einen faszinierenden Schlagabtausch, der in einem nervenaufreibenden 3:3-Remis endete. Zunächst sah alles nach der nächsten Oggauer Machtdemonstration aus. Angeführt von Doppelpack-Schütze Sebastian Dinhof und Patrik Papranec überrumpelten die Hausherren den Champion und nahmen eine verdiente 3:1-Führung mit in die Pause. „Wir waren recht gut drinnen, aber es ist natürlich bitter, wenn du so einen Vorsprung aus der Hand gibst“, trauerte Oggau-Trainer Hans Peter Kusolits der verpassten Chance nach.
Denn im zweiten Durchgang erwachte der Tabellenführer. Obwohl Breitenbrunn sechs Stammkräfte fehlten und Spielertrainer Gerhard Karner in der ersten Hälfte einen aus seiner Sicht klaren, aber nicht gegebenen Elfmeter samt Roter Karte beklagte, bewies die Truppe absolute Meistermoral. Ein furioser Doppelschlag von Oliver Augustini ließ die Partie kippen und sicherte den Gästen den Punktgewinn. Kusolits zollte der Offensivpower des Meisters Respekt und sprach von einem gerechten Remis, während Karner am Ende hochzufrieden war: „Ich bin mega stolz auf die Mannschaft, dass wir trotz aller Widrigkeiten bei der zweitbesten Frühjahrsmannschaft einen Punkt mitgenommen haben.“ Für Oggau geht es nun als ungeschlagenes Frühjahrsteam zum schwer einzuschätzenden SC UNEX Eisenstadt.
Beim Meister richtet sich der Blick nach dem Kraftakt bereits auf das nächste Highlight, wenn man den neuen Tabellenzweiten Stotzing empfängt. Karner blickt voller Vorfreude auf den kommenden Kracher: „Erster gegen Zweiter wird sicher ein tolles Spiel. Ich hoffe natürlich auf ein paar Rückkehrer, aber wir werden sicher wieder eine schlagkräftige Truppe haben, die natürlich einen Heimsieg will.“
Während man in Oggau jubelt, herrscht in Sigleß Katerstimmung. Durch eine bittere 1:2-Pleite in Mörbisch rutscht das Team auf den dritten Tabellenplatz ab, muss Stotzing vorbeiziehen lassen und hat den Aufstieg nun nicht mehr selbst in der Hand. Dabei schien für die kriselnden Gäste zunächst alles nach Plan zu laufen. „Wir starteden gut in die Partie, gingen 1:0 in Führung, verzeichneten noch einen Stangenschuss und vergaben Anfang der zweiten Halbzeit einen Sitzer aufs 2:0 durch Martin Draskoczi“, analysierte Sigleß-Sektionsleiter Peter Zistler.
Mörbisch benötigte rund 20 Minuten Anlaufzeit, biss sich dann aber in die Partie. „Das 1:0 haben wir gut weggesteckt. Nach der Pause haben wir das Spiel an uns gerissen“, freute sich Mörbisch-Sektionsleiter Raphael Kummer. Nach einem Fehler der Gäste im Spielaufbau hämmerte Alexander Wenzl den Ball per Weitschuss zum 1:1-Ausgleich in die Maschen.
Die Schlussphase lieferte dann Zündstoff pur: Martin Draskoczi kam im Mörbischer Strafraum zu Fall, doch die Pfeife des Unparteiischen blieb stumm. Mörbisch schaltete blitzschnell und bestrafte die aufgerückten Gäste mit einem Konter zum späten 2:1-Siegtreffer. „Wir haben verdient gewonnen und so kann's weitergehen“, jubelte Kummer über den späten Coup. Sein Team brennt nun auf Wiedergutmachung gegen Zagersdorf, gegen die man im Hinspiel (2:3) nach einer schwachen ersten Halbzeit das Nachsehen hatte.
Für Sigleß heißt es hingegen Wunden lecken. Vor dem kommenden Duell gegen Parndorf (Hinspiel 1:0 für Sigleß) schlägt Zistler Alarm: „Drei Niederlagen am Stück sind eindeutig zu viel. Wir hoffen, wieder einen Sieg einfahren zu können.“