2. Liga Mitte: Regen als Spielverderber
2. LIGA MITTE
Zwar gingen alle Freitagabendspiele über die Bühne, am Samstag fielen drei von vier Partien wortwörtlich ins Wasser.
Der Steinberger Soma Takacs (l.) zieht in deser Szene zwar gegen Dominik Stöger den Kürzeren. Letztlich durften die Gäste aber im Gansbärenstadion über einen 1:0-Auswärtssieg jubeln.
© Alfred Wagentristl
Pöttsching - Neudörfl 2:2.Trotz der keineswegs optimalen Bedingungen fanden sich gut 150 Zuseher und Zuseherinnen beim Nachbarschaftsderby zwischen Pöttsching und Neudörfl ein. In der Anfangsviertelstunde wurde schnell klar, warum der Gast in der Fremde besser performt als der Hausherr vor eigenem Publikum. Der SCN sah sich nämlich schnell mit einem komfortablen Zwei-Tore-Vorsprung konfrontiert - Benedek Tanyi erwischte einmal ASV-Keeper Mehmet Karaca am falschen Fuß und hämmerte wenig später einen Distanzschuss ins Kreuzeck. Neudörfl blieb am Drücker, verabsäumte es allerdings, die Katze in den Sack zu packen. Pöttsching-Coach Thomas Köller blieb trotz Systemumstellung und frühem Rückstand ruhig: „Ich war nie unrund, wusste was wir können.“ Tatsächlich zahlte sich die Geduld aus - Zoaib Walizadah nutzte einen Patzer von Gästekeeper Janos Furik noch vor der Pause. Vom Anschlusstreffer beflügelt, erfolgte nach rund einer Stunde der Doppelschlag - Walizadah schnürte aus dem Hinterhalt seinen Doppelpack. Ein Tor, das der Partie immens guttun sollte, es entwickelte sich in der Folge ein offener Schlagabtausch. Karaca musste gegen einen Distanzschuss von Christian Thonhofer einmal sein Können unter Beweis stellen, Marco Piller ließ zwei Kracher aus der Ferne ab. Es blieb jedoch beim 1:1, mit dem SCN-Trainer Peter Benes nicht wirklich zufrieden war: „Aus einem zum Greifen nahen Auswärtssieg wurden hängende Köpfe und zwei verlorene Punkte.“
Rohrbach - Steinberg 0:1. Die zwei nennenswertesten Aktionen einer durchaus kargen ersten Halbzeit sollten verletzungsbedingte Wechsel darstellen. Rohrbach hatte zwar mehr von der Partie, Unmengen an zwingenden Spielvorteilen sprangen dabei allerdings auch nicht raus. Ähnlich ging es im zweiten Akt weiter, Steinberg stand gewohnt kompakt und Rohrbach versuchte immer wieder Nadelstiche zu setzen. Das gelang den Hausherren auch gar nicht so schlecht, es fehlte dennoch die letzte Konsequenz im Abschluss. Und das, obwohl die Leistung sicherlich nicht verkehrt war: „Die Mannschaft ist sicherlich so aufgetreten, wie man sich das vorstellt. Leider rennt zurzeit nicht viel für uns“, versuchte SVR-Obmann-Stellvertreter Philipp Radowan das Positive herauszufiltern. Glück muss aber bekannterweise erzwungen werden. Von jener Floskel machte der Gast aus Steinberg Gebrauch, der sieben Minuten vor Spielende durch einen starken Ball in die Tiefe zu einem Elfmeter kam - den Kapitän Ramon Halmai verwandelte. Die Gansbären scheiterten in der absoluten Schlussphase noch an der Stange, das 0:1 stand am Ende dennoch. „Es tut einfach nur mehr weh. So ein Spiel darfst du in keiner Weise verlieren“, meinte Radowan, dessen Pendant, SVS-Spielertrainer Akos Kozmor, natürlich erheblich zufriedener resümierte: „Auch wenn es nicht unser beste Leistung war, haben wir unseren Matchplan wieder perfekt umgesetzt. Wir wollten kompakt stehen und im Konter gefährlich werden - so konnten wir gegen eine wirklich gute Mannschaft gewinnen.“
Lackenbach - Bad Sauerbrunn 1b 1:1. David Marin scheiterte im Eins-gegen-Eins an Gästekeeper Felix Ehrenböck, dessen Team trotz der Kontrolle über das Spielgeschehen erst in der 30. Minute zu seiner ersten wirklich nennenswerten Gelegenheit kommen sollte. Die hatte es auch ordentlich in sich - als großer Lackenbacher Retter erwies sich das Aluminium, weil Raphael Pohl nur die Stange traf, nachdem er Ivan Kardum, seines Zeichens Keeper der Hausherren, schon überwunden hatte. Bis zum Seitenwechsel passierte nicht viel, lediglich eine kurze Unterbrechung aufgrund eines Flutlichtausfalles wäre zu erwähnen. Beide Teams wurden zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht wirklich zwingend, das änderte sich dann zur 66. Minute. Kurort-Goalgetter Pohl fixierte sein bereits 17. Saisontor per Kopf. „Die Burschen haben dann weitergespielt und sind absolut verdient zum Ausgleich gekommen“, beobachte SVL-Coach Robert Serdar, dessen Elf in der Folge ganz nach dem Motto „Jetzt erst recht“ einen Zahn zulegte und sich eben doch noch belohnte. Dafür verantwortlich zeigte sich eine Co-Produktion zweier Winterneuzugänge - Milan Hajmasi setzte Marin wunderbar in Szene, der letztendlich für den ersten Lackenbacher Treffer seit über 300 Minuten sorgte. Es sollte auch der letzte Torerfolg des Abends für eines der beiden Teams bleiben, denn ein finales Powerplay der Gastgeber zeichnete sich zwar ab, brachte schlussendlich aber keinen Lucky Punch. „Ich denke, das Unentschieden geht so in Ordnung, auch wenn wir einen Sieg natürlich genommen hätten. Leider haben wir nach dem 1:0 nur wieder aufgehört, konsequent genug zu sein“, meinte SC-Spielertrainer Elmir Hrustanbegovic, der nach überstandener Verletzung wieder eine Halbzeit mitwirken konnte.
Kobersdorf - Z-S-P 3:3.Eiskalt wäre wohl das passendste Attribut für den Kobersdorfer Beginn. Schließlich starteten die Hausherren mehr als nur fulminant in die Partie gegen die Edelputen aus Zemendorf und führten durch einen magyarischen Doppelschlag relativ rasch mit 2:0. Balazs Petro verwertete eine Hereingabe von Lucas Fahnler, der der Partie im weiteren Verlauf noch seinen Stempel aufdrücken sollte, ehe Richard Gere nach exakt zwanzig Minuten einen Distanzschuss in Richtung Tor von Z-S-P-Goalie Simon Sattler losließ, Letzterer musste zum zweiten Mal aus dem Netz fischen. „Ich hab die Jungs dann ziemlich angefressen gefragt, ob sie sich nicht wehren wollen“, hielt sich die Geduld von Z-S-P-Coach Christian Kodydek in Grenzen. Tatsächlich lösten die schärferen Worte die gewünschte Reaktion aus - Goalgetter Michal Maco stand jeweils zehn und fünf Minuten vor dem Pausenpfiff goldrichtig, schnürte ebenso wie Stefan Gludovatz, der beide Male assistierte, einen Doppelpack. Zwischen den beiden Gegentreffern schwächte sich der Gastgeber jedoch selbst, Fahnler wurde zweimal verwarnt und musste folgerichtig früher unter die Dusche. Trotz des Momentumwechsels erwies sich der Hausherr im zweiten Akt als das Team, das einem Sieg näher war. Dies bestätigte sich in der 72. Minute, als Gorgö Török einfach draufhielt und das Runde im Eckigen unterbrachte. Lediglich fehlende Kaltschnäuzigkeit und ein aufgeigender Z-S-P-Goalie hinderten die Grün-Weißen, die zwei Sitzer vergaben, an einem Heimerfolg. Das, und unbändige Moral der Edelputen – wie schon vor wenigen Wochen stach Jonas Reitbauer in der absoluten Crunchtime mitten ins gegnerische Herz und egalisierte in letzter Minute.
Oberpetersdorf / Schwarzenbach - Marz 1:3. Im einzigen Samstagsspiel der 20. Runde sollte sich der Hausherr aus Schwarzenbach gleich von seiner hungrigsten Seite zeigen, erspielte sich von Beginn weg mehrere gute Möglichkeiten. Fehlende Kaltschnäuzigkeit und das Aluminium machten dem Gastgeber allerdings zu schaffen, wodurch die Führung ausblieb. Die Gäste kamen zu Beginn vermehrt über Fehler im Spielaufbau der FSG zu Abschlüssen, vorerst jedoch eher aus der Distanz. Die klareren Möglichkeiten ergaben sich aber eher für die Heimischen, denn Kapitän Lucca Klee vergab nach einer halben Stunde sogar noch einen Strafstoß, der für ASK-Kapitän Marcus Scheiber leichte Beute darstellte. Durch das Ausbleiben des Schwarzenbacher Dosenöffners ging ein Ruck durch die Marzer Mannschaft. Scheiterte vorerst noch Matej Skreptak an der Stange, nutzte Rechtsaußen Alessandro Nukic quasi mit dem Pausenpfiff schlechtes Defensivverhalten der FSG aus und traf nach einem schön vorgetragenen Angriff im Rückraum. „Meines Erachtens waren wir auch in Halbzeit zwei das zielstrebigere Team, das immer wieder Nadelstiche setzen konnte“, fasste FSG-Coach Markus Schmidt zusammen, dessen Team einen weiteren Rückschlag verkraften musste. Ciprian Brata knallte einen Freistoß aus rund 25 Metern in die Maschen. Durch die Einwechslungen der Hausherren kam noch einmal frischer Wind in die Partie, der sich bezahlt machen sollte. Joker Lukas Roschitz versuchte sich ebenso bei einem Freistoß, und wenngleich das Leder nicht den direkten Weg ins Tor fand, stand Maros Kardos goldrichtig und staubte ab. Weil Kardos im weiteren Verlauf haarscharf an seinem Doppelpack vorbeischrammte und Marz im Konter durch Skreptak, der eine bärenstarke Leistung krönte, alles klarmachte, stand der Hausherr zum wiederholten Male ohne Punkte da. „Wir müssen zur Pause eigentlich führen, unterm Strich haben sie aber ganz einfach aus ihrer Qualität mehr gemacht und wir es ihnen mit leichten Ballverlusten auch zu einfach gemacht“, resümierte Schmidt.
Marz-Coach Gerald Linshalm hingegen freute sich, wieder auf die Siegerstraße zurückzukehren: „Es war eine ganz starke kollektive Leistung gegen einen sehr engagierten Gegner in einem Spiel, das sicherlich nicht einfach war. Je länger die Partie gedauert hat, umso klarer sind wir geworden und ich denke, dass wir den Deckel eventuell sogar früher draufmachen hätten können.“