Bezirk Oberpullendorf: Zwei Drogen-Züchter verurteilt
20 Kilo Cannabis erzeugt
Ein 35-Jähriger und ein 63-Jähriger bauten nur wenige Kilometer voneinander entfernt Cannabis an. Im Herbst 2024 flogen die Plantagen auf, jetzt wurden die Männer verurteilt.
Der Wiener mit Nebenwohnsitz im Bezirk Oberpullendorf wurde von der Justizwache in den Verhandlungssaal gebracht.
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Jeweils mehr als 30 Cannabispflanzen fanden die Drogenfahnder im Herbst 2024 bei einem 35-jährigen Zweitwohnsitzer und einem 63-jährigen Pensionisten im Bezirk Oberpullendorf. Unabhängig voneinander hatten die Männer in den vergangenen Jahren insgesamt mehr als 20 Kilo Cannabis produziert.
Von 2017 bis September 2024 hatte der 35-jährige Wiener in seinem Haus im Bezirk Oberpullendorf Cannabis angebaut. Um fünf Euro pro Gramm verkaufte er die Ernte an Festivalbesucher.
Als die Polizei am 10. September 2024 bei ihm vor der Tür stand, widersetzte er sich der Amtshandlung und erhob die geballten Fäusten. Er wurde verhaftet und verbrachte die Zeit bis zum Prozess am 13. Februar 2025 in Untersuchungshaft.
„Ich habe einen großen Garten und wollte mich mit Sachen selbst versorgen“, antwortete der Wiener auf die Frage der Richterin, warum er mit dem Drogenanbau begonnen habe. Die Cannabispflanzen setzte er allerdings nicht im Garten sondern in einer Indoorplantage an.
Drogenzüchter widersetzte sich der Polizei
Der Polizei habe er sich widersetzt, „weil ich panisch war“, so der Angeklagte. In den Wochen davor habe es in der Gegend Einbruchsdiebstähle gegeben, „und auf einmal stand vor mir eine Person mit Waffe“, schilderte der Wiener die Situation. Er habe „Angst gehabt“. „Aber die Person hatte schon eine Weste mit der Aufschrift 'Polizei' an?“, vergewisserte sich die Richterin. „Es war blöd“, gab der Angeklagte zu.
32 Pflanzen stellte die Polizei bei der schließlich doch durchgeführten Hausdurchsuchung sicher.
„Mit der von ihm produzierten Qualität kann man keine Karriere machen“, sagte der Verteidiger. „Das geht vielleicht auf Festivals, wo die Leute ohnehin schon beeinträchtigt sind.“ Fünf Euro pro Gramm seien „ein Kampfpreis, da halten nicht einmal die Afghanen mit“, meinte der Anwalt.
Der Wiener wurde wegen des Anbaus von elf Kilo und des Verkaufs von neun Kilo Cannabis zu 15 Monaten Freiheitsstrafe, davon fünf Monate unbedingt verurteilt. 45.000 Euro wurden für verfallen erklärt. Diesen Betrag, mit dem sich der Wiener durch den Drogenverkauf bereichert hat, muss er nun an den Staat bezahlen. Der Angeklagte nahm das Urteil an und wurde nach der Verhandlung enthaftet.

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Ebenfalls am 13. Februar 2025 musste sich ein 63-jähriger Pensionist aus dem Bezirk Oberpullendorf wegen Drogenanbaus vor Gericht verantworten. Nur zirka fünf Kilometer Luftlinie vom Wiener entfernt, hatte er von 2020 bis Anfang Oktober 2024 Cannabis angebaut.
Insgesamt hatte er, wie er freimütig zugab, 65 Cannabispflanzen aufgezogen und knapp zehn Kilo Cannabis geerntet. Bei einer Hausdurchsuchung am 2. Oktober 2024 hatte die Polizei bei ihm 33 noch Cannabispflanzen gefunden.
Sein Mandant sei, berichtete der Verteidiger, wegen Depressionen in Frühpension gegangen. „In seiner depressiven Phase begann er, Hasch zu rauchen“, so der Verteidiger. Sein Mandant sei sozial integriert und bei verschiedenen Vereinen tätig.
„Ich nahm starke Medikamente gegen Depression, die ich aber nicht vertrug“, sagte der Pensionist. Er habe sich „umgeschaut“ und sei „aufs Cannabis gekommen“.
Dieses habe er sich nicht „illegal besorgen“ wollen, daher sei er zum Entschluss gekommen, die Drogen selbst anzubauen. „Ich dachte mir, dann habe ich die Medizin zuhause“, so der Angeklagte.
Jetzt habe er erkannt, „dass ich auf der falschen Spur bin“. Er habe „die letzte Krücke weggeworfen“, seine Ernährung umgestellt und begonnen, Sport zu betreiben. „Jetzt bin ich stabil“, sagte der Pensionist.
Der Pensionist wurde zu 15 Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt. Er nahm das Urteil an.