Aus Eifersucht Autos zerkratzt?

21-Jähriger angeklagt

Im Vorjahr soll ein Arbeitsloser zwei Autos zerkratzt und eine Nummerntafel mitgenommen haben. Im Jänner wollte er das Delikt einem anderen anhängen.

Der 21-Jährige gab nur zu, ein Kennzeichen abgerissen zu haben.

Der 21-Jährige gab nur zu, ein Kennzeichen abgerissen zu haben.

© BVZ/Kirchmeir

Und am Freitag, 12. Juni 2026, saß er nun selbst vor der Jugendrichterin, die ihn schon im Jänner als Zeugen befragt hatte.

Dass der junge Erwachsene überhaupt zum Gericht kam, schien unwahrscheinlich. Er hatte eine Adresse bei einer Sozialeinrichtung angegeben, wo er sich aber nicht aufhielt. „Ich schickte Ihnen die Polizei nach, es ist nicht gelungen, Ihnen eine Ladung zuzustellen“, informierte die Richterin den Angeklagten.

Dieser gab an, dass ihn seine Bewährungshelferin über den Gerichtstermin informiert habe. Zwei einschlägige Vorstrafen sind im Strafregister des jungen Mannes eingetragen, nun droht ihm, dass er zusätzlich zu einer neuen Strafe jene elf Monate verbüßen muss, die zuvor auf Bewährung verhängt worden waren.

Vorgeworfen wird dem 21-Jährigen, er habe am 30. April 2025 in Oberwart zwei Autos zerkratzt, eine Kennzeichentafel entwendet und am 16. Jänner 2026 einen anderen der Taten beschuldigt.

Nun gab der Angeklagte zwar zu, das Kennzeichen von einem der Autos abgerissen zu haben.

Verdächtiger hatte zwei Promille

Eine Alkoholisierung von zwei Promille hatte die Polizei unmittelbar nach der Tat bei ihm gemessen. Unterwegs war er damals mit jenem Mann, den er zu Unrecht beschuldigt haben soll und der deshalb im Jänner vor Gericht musste, wo er freigesprochen wurde.

Am 30. April 2025 war er aus Eifersucht in der Wohnhausanlage in Oberwart aufgetaucht. Er wollte den Ex-Freund seiner damaligen Freundin zur Rede stellen, berichtete der Angeklagte. „Es hieß, die zwei haben etwas miteinander gehabt“, sagte er.

In Wohnhausanlage Sturm geläutet

Er habe Sturm geläutet und gerufen, der Ex-Freund seiner Freundin sei aber nicht in den Hof gekommen.

„Ich ging zu einem Audi, weil ich dachte, es wäre seiner, und riss das Kennzeichen herunter“, so der Angeklagte. Später stellte sich heraus, dass es sich gar nicht um das richtige Auto handelte. Am Schluss hatte der Audi Kratzer und auch jener VW, der tatsächlich dem Ex-Freund gehörte. Das habe sein Begleiter gemacht, behauptete der Angeklagte nun weiterhin.

„Sie waren 15 Minuten im Innenhof, hatten die Gelegenheit und ein Motiv“, hielt ihm die Richterin vor. Der andere Mann, der im Jänner freigesprochen wurde, hätte kein Motiv gehabt, er sei ein „älterer Herr“ und einfach nur mitgegangen.

„Dachte nicht an die Konsequenzen“

„Ich war ang'soffen und wütend und dachte nicht an die Konsequenzen“, jammerte der Angeklagte mit Tränen in den Augen. „Ich weiß eh, dass ich Scheiße gebaut habe, weil ich eifersüchtig war“, zeigte er Einsicht. „Ob ich das war mit der Beschädigung, kann ich nicht sagen.“

2.646 Euro will der Audi-Besitzer für den Schaden. Der Ex-Freund der Freundin des Angeklagten verlangte bislang kein Geld.

Die Richterin vertagte den Prozess. Beim nächsten Termin sollen Zeugen befragt werden.