Gewaltexzess bei Weihnachtsfeier: 3 Monate unbedingt

21-Jähriger verurteilt

Bei einer Firmenweihnachtsfeier am 30. November 2025 im Bezirk Oberwart zerschlug ein 21-Jähriger die Einrichtung eines Lokals und ging auf den Wirt und andere Personen los.

Gewaltexzess bei Weihnachtsfeier: 3 Monate unbedingt

© BVZ/Kirchmeir

Der 21-jährige Südburgenländer, der jetzt in Wien lebt, gab am Mittwoch, 29. April 2026, am Landesgericht Eisenstadt an, er habe schon vor der Weihnachtsfeier Alkohol und einen Joint konsumiert. An seine Gewalttaten könne er sich nicht mehr erinnern. Er sei erst wieder am nächsten Tag „in der Geschlossenen“ aufgewacht.

Anwesende hatten beobachtet, dass der junge Mann das Lokal in einem veränderten Gemütszustand betreten hatte, nachdem er zum Rauchen hinausgegangen war. „Das, was hier passiert ist, passiert nicht, wenn man nur einen Joint raucht“, meinte die Richterin. Der Angeklagte meinte trotzdem, er habe außer Cannabis keine anderen Drogen konsumiert.

Wegen seiner Drogensucht ist der Angeklagte in Therapie. 2024 wurde er wegen eines Raubes zu zwei Jahren Haft verurteilt und bekam einen Strafaufschub, um einen Drogenentzug zu machen. Mittlerweile wurde diese Strafe bedingt nachgelassen.

Vergangenheit im Suchtgiftmilieu

„So extrem“, wie bei der Weihnachtsfeier, sei sein Zustand noch nie gewesen, meinte der Angeklagte vor Gericht. Sein Mandant habe einen Rückfall gehabt, brachte Verteidiger Florian Astl vor, und verwies auf eine „tragischere Vergangenheit im Suchtgiftmilieu“.

„Ich machte mich nicht zu, damit ich mich komplett aufführe und nochmal sitzen gehe“, beteuerte der Angeklagte.

Aufmerksam sei er geworden, so der Wirt des Lokals, als der Angeklagte nach dem Aufenthalt im Freien „mutwilligst“ die Türe geöffnet habe. Später habe eine Kellnerin mitgeteilt, dass der junge Mann „auffällig“ sei. Als ihm eine Mitarbeiterin sein hinuntergefallenes Handy aufhob, beschimpfte er sie.

Wirt: „Ich dachte, ich bin im falschen Film“

Nach Mitternacht beschimpfte und bedrohte der 21-Jährige den Wirt. „Er sagte: Ich stich dich ab, ich bring dich um“, schilderte dieser die Wortwahl des Angeklagten. „Er bespuckte mich, ging mit der Faust auf mich los, sodass ich dachte, ich bin im falschen Film.“

Der Angeklagte habe einen Sessel und später einen Barhocker auf ihn geworfen, so der Wirt weiter. Er packte den Angreifer, als dieser am Weg in die Küche war, aus Angst, der junge Mann könnte sich dort ein Messer holen. „Wir fielen zwischen Tisch und Bänke. Also wild, wild, wild“, schüttelte der Zeuge den Kopf. Der Angeklagte soll ihn auch gebissen haben.

Türe zum Lokal ausgerissen

Der Wirt leidet immer noch unter den Folgen des Vorfalls und bestand darauf, in Abwesenheit des Angeklagten befragt zu werden. „Ich brachte ihn hinaus und sperrte die Tür zu“, schilderte er den Ablauf weiter. „Er hatte eine solche Kraft, dass er die Türe ausriss.“

Der Angeklagte hatte in der Tatnacht weiters einen PKW beschädigt und ging auf einen Mann los, der dem Wirt zu Hilfe kommen wollte. Auch gegen die einschreitenden Polizeibeamten wurde der 21-Jährige aggressiv.

Dass der Angeklagte im Zustand voller Berauschung gehandelt hatte, stand für das Gericht fest. Der 21-Jährige wurde wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und gefährlicher Drohung zu drei Monaten Freiheitsstrafe unbedingt verurteilt.

Für das beschädigte Mobiliar muss er 1.320 Euro bezahlen. Der Angeklagte nahm das Urteil an, die Staatsanwältin gab keine Erklärung ab.