Welterbe-Jubiläum im Zeichen des Neusiedler Sees
25 Jahre
Mit einer Bootsfahrt auf dem Neusiedler See hat der Verein Welterbe Fertő-Neusiedler See das 25-jährige Bestehen der UNESCO-Welterbestätte gefeiert. Rund 70 Gäste aus Österreich und Ungarn nutzten die Veranstaltung für den fachlichen Austausch und den Blick auf die Zukunft der grenzüberschreitenden Kulturlandschaft.
Veranstaltung „Welterbe Ahoi“ mit Landesamtsdirektor Ronald Reiter, Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Landeshauptmann a.D. Hans Niessl, Welterbemanagerin (AUT) Lina Jires-Karner, Welterbemanagerin (HUN) Csilla Süto und Obmann des Welterbevereins Bürgermeister Erwin Preiner
© Herb-Dits., FOTO HERB DITS
Niedrigwasser verändert den Ablauf
Eigentlich sollte die Jubiläumsfahrt in Jois beginnen. Doch der niedrige Wasserstand des Neusiedler Sees machte kurzfristig eine Verlegung nach Mörbisch notwendig. Die Programmänderung erinnerte zugleich daran, dass die Welterberegion zunehmend vor Herausforderungen steht. Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen und häufigeren Hitzetagen zählt zu den Entwicklungen, die den Neusiedler See und seine einzigartige Kulturlandschaft langfristig unter Druck setzen.
Rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen schließlich in Mörbisch an Bord, musikalisch begleitet von der A-cappella-Gruppe „Tontauben“ aus Winden am See. Zu den Gästen zählten unter anderem Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner als für das Welterbe zuständiges Regierungsmitglied, Landesamtsdirektor Ronald Reiter, Landeshauptmann außer Dienst Hans Niessl als Ehren- und Gründungsobmann des Welterbevereins sowie eine ungarische Delegation mit Welterbemanagerin Csilla Sütő und Ferenc Ivanics, stellvertretender Präsident der Komitatsversammlung Győr-Moson-Sopron und Obmann der Vereinigung des Ungarischen Welterberates der Region Fertő.
Austausch über Natur und Baukultur
Die rund zweistündige Rundfahrt bot Gelegenheit zum persönlichen Austausch und zu kurzen Fachimpulsen über die Naturlandschaft, das Schilf, die Baukultur sowie den Managementplan der Welterbestätte. Der grenzüberschreitende Austausch zwischen Österreich und Ungarn ist nach Angaben des Vereins ein wesentlicher Bestandteil des Welterbemanagements.

© Lina Jires-Karner
Nach der Rückkehr in den Hafen klang die Veranstaltung im Yacht Club Mörbisch aus. Dort präsentierten Studierende der Pädagogischen Hochschule Burgenland Projekte zum UNESCO-Welterbe Fertő-Neusiedler See. Im Mittelpunkt standen die einzigartige Kulturlandschaft, ihre kulturhistorische Bedeutung, Fragen der Nachhaltigkeit und ihre europäische Dimension.
Gemeinsame Verantwortung für das Welterbe
Anlässlich des Jubiläums hob Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner die Bedeutung der Welterberegion hervor: „Der Neusiedler See ist für viele Menschen im Nordburgenland ein Stück Zuhause. Viele lernen hier schwimmen, verbringen ihre Sommer am Wasser oder arbeiten seit Generationen in den Weingärten rund um den See. Er gehört zu unserem Alltag, zu unseren Erinnerungen und zu unserer Identität. Gerade deshalb vergessen wir manchmal, dass das, was für uns selbstverständlich ist, weltweit einzigartig ist. Seit 25 Jahren tragen der See, die umgebenden Dörfer und Kulturlandschaften den Titel UNESCO-Welterbe – das ist Auszeichnung und Auftrag zugleich. Denn Welterbe ist kein Ort, den man unter einer Glasglocke bewahrt. Das Welterbe lebt davon, dass wir sorgsam mit der Natur und Landschaft umgehen und gemeinsam Verantwortung übernehmen – über Gemeindegrenzen und auch eine Staatsgrenze hinweg.“

© Lina Jires-Karner
Auch Obmann Erwin Preiner verwies auf das Leitmotiv des Vereins „Schützen durch Nützen“: „Es freut mich besonders, dass heute so viele Personen zugegen sind, die bereits seit langer Zeit im und für das Welterbe Fertő-Neusiedler See tätig sind. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, den Welterbestatus auch für zukünftige Generationen zu erhalten und danach zu handeln.“
Die Jubiläumsveranstaltung machte deutlich, dass der Schutz der Welterberegion untrennbar mit der Zusammenarbeit über Gemeinde- und Staatsgrenzen hinweg verbunden ist. Zugleich zeigte die notwendige Verlegung des Starthafens, dass sich die Kulturlandschaft am Neusiedler See an veränderte Rahmenbedingungen anpassen muss.