Trio wollte in Parndorf 6,5 Kilo Kokain verkaufen
3,5 bis 7 Jahre Haft
Verdeckter Ermittler ließ Drogendeal um fast 250.000 Euro auffliegen. Zwei Deutsche und ein Ungar verurteilt.
Die drei Angeklagten waren vor Gericht geständig und nicht sehr gesprächig.
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Am 15. August 2023 sollte in einem Hotel in Parndorf die Übergabe von 6,5 Kilogramm Kokain stattfinden. Eingefädelt hatte den Deal ein verdeckter Ermittler, der mit einer Vertrauensperson zusammenarbeitete.
Als Verkäufer traten auf: ein 57-jähriger Saunaclubbetreiber aus Deutschland, ein 45-jähriger Koch, der in derselben Stadt wie der Chef des Saunaclubs lebt, und ein 56-jähriger Staplerfahrer aus Ungarn.
Pro Kilo Kokain forderten sie 38.000 Euro. In Vorverhandlungen war noch die Rede von zehn Kilo Suchtgift die Rede gewesen, dann hieß es, dass zwei Kilo bereits verkauft wurden. Schließlich importierten die drei Dealer 6,5 Kilo von Ungarn nach Österreich.
Drogen auf Firmengelände in Parndorf versteckt
Am 15. August 2023 versteckten sie die Drogenpakete unter Paletten auf einem frei zugänglichen Betriebsgelände in Parndorf.
Dann traf man sich mit der Vertrauensperson und dem verdeckten Ermittler in einem Hotelzimmer. Der Ungar stellte eine Geldzählmaschine zur Verfügung. Das Geld wurde übergeben und gezählt. Dann wurde das Kokain geholt und zum Hotel gebracht.
Und schon klickten die Handschellen: Um 10.40 Uhr wurde der Saunaclubbetreiber verhaftet, fünf Minuten später seine Komplizen.
Am 18. Jänner 2024 bekannten sich alle drei Angeklagten vor einem Schöffensenat unter dem Vorsitz von Richterin Karin Lückl schuldig.
Anwalt Dohr: „Es war dilettantisch...“
„Es war dilettantisch, wie das gemacht wurde. Man kann einem Unbekannten nicht 6,5 Kilo anbieten“, schüttelte der für seine extravaganten Outfits bekannte Verteidiger Michael Dohr, diesmal im dunkellila gemusterten Anzug, den Kopf. Profis, meinte er, seien da keine am Werk gewesen.
Die drei Angeklagten folgten dem Rat ihrer Verteidiger, bekannten sich reumütig schuldig und wollten sonst keine Angaben mehr machen.
Dementsprechend schnell war der Prozess auch schon wieder zu Ende. Auf die Einvernahme des verdeckten Ermittlers und der Vertrauensperson wurde sowohl seitens der Staatsanwaltschaft als auch der Verteidigung verzichtet.
Länger diskutiert wurde dann nur mehr über das bei den beiden Deutschen sichergestellte Geld.
Deutsche wollten in Parndorf einkaufen
2.655 Euro hatte der Saunaclubbetreiber eingesteckt, 3.360 der Koch. Beide behaupteten, bei diesen Beträgen handle es sich um ihren „Verdienst“.
Sie wollten eigentlich an diesem Tag im Outletcenter Parndorf einkaufen, behaupteten beide. „Aber es war ein Feiertag“, fügte der Erstangeklagte hinzu.
„Sie wollten einkaufen? Zusätzlich zur Suchtgiftübergabe?“, wunderte sich die Richterin.
5 und 7 Jahre Haft für die vorbestraften Deutschen
Bei einem Strafrahmen von bis zu 15 Jahren erhielt der dreifach vorbestrafte Saunaclubbetreiber eine Haftstrafe von fünf Jahren, der achtfach vorbestrafte Koch muss für sieben Jahre ins Gefängnis. Der bislang unbescholtene Ungar kam mit 3,5 Jahren Haft vergleichsweise glimpflich davon.
Man sei, so Richterin Karin Lückl, mit so schweren Sanktionen vorgegangen, „weil es um grenzüberschreitenden Suchtgifthandel“ ging. Ohne Geständnisse wären die Strafen noch wesentlich höher ausgefallen.
Die Angeklagten nahmen die Urteilsverkündung betroffen zur Kenntnis. Die beiden Deutschen müssen jeweils 2.500 Euro Verfahrenskosten bezahlen, der Ungar wird mangels Einkommen nicht zur Kasse gebeten.
Das Urteil gegen die beiden Deutschen ist rechtskräftig, der Ungar bat um Bedenkzeit.