Güssing: Klangvolles Gedenken an Walter Franz
58. Güssinger Musiktage
Mit einem besonderen Konzert im Rahmen der Güssinger Musiktage wird dem im Vorjahr verstorbenen Gründer des Musikfestivals gedacht. Das Programm vereint musikalische Verehrung und persönliche Würdigung. Mit dabei ist der Stadtchor Güssing und Herta Tomassovits, das älteste noch aktive Mitglied.
Das Konzert am 18. Mai ist Walter Franz gewidmet.
© E Muik
Die 58. Güssinger Musiktage stehen am 18. Mai in der Basilika ganz im Zeichen einer der prägendsten Persönlichkeiten des Güssinger Kulturlebens: Walter Franz. Das zweite Konzert des Festivals ist eine Hommage an den Mann, der die Musiktage vor fast sechs Jahrzehnten ins Leben rief und die musikalische Landschaft der Stadt über Jahrzehnte gestaltete. Unter dem Titel „Salve Regina“ wird das Konzert das Lebenswerk von Franz musikalisch würdigen. Auf dem Programm stehen unter anderem sein „Sonnengesang“ – komponiert 1973 zum berühmten Gebet des Hl. Franziskus und das Marienoratorium „Wir ziehen zur Mutter der Gnade“, das er zum 850-Jahr-Jubiläum der Wallfahrtskirche Maria Weinberg schuf.
Walter Franz leitete die Musikschule Güssing, unterrichtete am BRG Güssing und führte mehrere Chöre, darunter den Stadtchor Güssing. Unter seiner Leitung entstanden Aufführungen großer Chor-Orchesterwerke, möglich durch die vereinigten Güssinger Chöre.
Die musikalische Gesamtleitung des Gedenkkonzerts liegt in den Händen von Nóra Lakner-Bognár, die gemeinsam mit namhaften Solist:innen, dem Stadtchor Güssing, VOX Savariae sowie einem Streicherquartett aus Szombathely das Erbe von Walter Franz zum Klingen bringen wird.
Das älteste Chormitglied erinnert sich an Walter Franz
Herta Tomassovits ist 86 Jahre alt und somit das älteste noch aktive Stadtchor-Mitglied. „Ich bin seit 1953 beim Chor, der damals aber noch Chor das Volksbildungswerkes Güssing hieß. Walter Franz hat den Chor um 1964/65 übernommen und ab diesem Zeitpunkt wurde mehr klassische Musik einstudiert. Davor hatten wir mehr Kirchenmusik im Repertoire“, sagt Herta Tomassovits, die rund um Walter Franz natürlich auch jede Menge Anekdoten auf Lager hat.

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„Am unvergesslichsten war das Konzert, als wir die Westside-Story aufführten. Wir haben die Töne nicht getroffen. Darauf hat er nach den ersten Takten einfach abgebrochen, hat sich umgedreht und zum Publikum gesagt, dass wir das besser können. Dann haben wir nochmal angefangen und es war perfekt“, lächelt Tomassovits.
„Seine eigenen Kompositionen hat Walter Franz immer wieder eingebaut. Einstudiert hat er die Stücke genau so wie die anderen Werke. Ich kann mich erinnern, dass wir bei einem seiner Stücke, dem Sonnengesang, sogar eine Schallplatte produziert haben. Walter Franz war nie sehr streng beim Einstudieren, wir haben so lange geprobt, bis wir es eben konnten“, so Herta Tomassovits, die für ihr Leben gerne singt.
„Der Stadtchor ist ein Teil meines Lebens. Über die Jahre sind Freundschaften entstanden. Ich war mit Walter Franz bis zu seinem Tod befreundet. Und ich habe viele Freunde, die mit mir seit Jahren im Chor singen. Deshalb bleibe ich beim Chor, solange ich kann und solange sie mich dort noch haben wollen“.