Bevölkerungs-Statistik: Ein Kommen und Gehen im Burgenland

69 Gemeinden geschrumpft

Knapp 302.000 Menschen waren am 1. Jänner im Burgenland gemeldet. Innerhalb von 20 Jahren „schrumpften“ fast 70 Gemeinden. Am stärksten gewachsen sind einige Orte im Nordburgenland, im Süden hat man mehr mit der Abwanderung zu kämpfen. Und: Statistik Austria veröffentlichte dieser Tage auch Zahlen zurTier-Zählung.

Bevölkerungs-Statistik: Ein Kommen und Gehen im Burgenland

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Während einige Städte und Gemeinden seit 2004 deutliche Bevölkerungszuwächse verzeichneten, leiden andere unter Abwanderung. Am stärksten wuchsen in den vergangenen 20 Jahren Steinbrunn (um 56 Prozent auf 3.027 Einwohner), Parndorf (um 51 Prozent auf 5.331 Bewohner), Eisenstadt (um 36 Prozent auf 16.016 Bewohner), Edelstal (um 36 Prozent auf 814 Bewohner) und Weiden am See (um 32 Prozent auf 2.599 Bewohner).

In 69 Gemeinden lag die Bevölkerungszahl am 1. Jänner 2024 unter jener von 2004. Besonders hart trifft dieser Trend den Bezirk Güssing, wo 16 von 28 Gemeinden unter einem Rückgang der Bevölkerung leiden, darunter die Bezirkshauptstadt Güssing, die in den vergangenen 20 Jahren fast sieben Prozent ihrer Bevölkerung verlor.

Im Bezirk Jennersdorf mussten gar neun von zwölf Gemeinden Bevölkerungsverluste hinnehmen, auch Jennersdorf selbst schrumpfte. Im Bezirk Oberpullendorf traf der Rückgang der Bevölkerungszahlen im Vergleich mit 2004 15 von 28 Gemeinden, im Bezirk Oberwart 14 von 32 Gemeinden.

Die, gemessen an der Bevölkerungszahl, kleinste Gemeinde im Burgenland ist Tschanigraben mit 66 Einwohnern – 2004 waren es noch 70. Die meisten Menschen lebten zum Stichtag 1. Jänner 2024 in Eisenstadt (16.016). Exakt um eine Person wuchs – statistisch gesehen – Oslip: 2004 lebten hier 1.291 Personen, 2024 sind es 1.292.

Bevölkerungs-Statistik: Ein Kommen und Gehen im Burgenland

© Quelle: Statistik Austria, Grafik: BVZ

Manfred Dreiszker, Leiter des Referats Statistik im Burgenland, mahnt bei der Interpretation der Bevölkerungsstatistik zur Geduld. Er verweist darauf, dass die Bevölkerungsstatistik mit Stichtag 1. Jänner 2024 nur eine vorläufige ist: „Es gibt internationale Regeln dafür, wann die Bevölkerungszahl fix ist, zum Beispiel die 90-Tage-Regel“, erklärt der Statistik-Experte.

Nur wenn eine am 1. Jänner im Melderegister erfasste Person auch am 1. April noch im Burgenland lebt, wird sie als Bewohner gezählt. Eine Detailauswertung der burgenländischen Bevölkerung auch hinsichtlich Geschlecht, Alter und Staatsbürgerschaft werde bis Mai vorliegen, kündigt Dreiszker an. Mit Stichtag im Oktober entsteht dann die „kleine Volkszählung“, wie der Statistik-Chef es nennt. 27 Register werden anonymisiert verknüpft, darunter das KFZ-Register und das Sozialhilferegister.

Mehr Menschen starben, als geboren wurden

2023 wurden 1.975 Babys geboren, deren Mütter ihren Hauptwohnsitz im Burgenland haben, das sind um 7,8 Prozent weniger als 2022. 3.442 Menschen mit Wohnsitz im Burgenland starben im Vorjahr, das sind um 6,3 Prozent weniger als 2022.

Somit starben um 1.467 Menschen mehr als geboren wurden, was die Statistik als negative Geburtenbilanz bezeichnet. Sechs Babys starben im Burgenland im ersten Lebensjahr, damit beträgt die Säuglingssterberate 3,0 – die Anzahl verstorbener Babys pro 1.000 Geburten. Österreichweit liegt dieser Wert ebenfalls bei 3,0.

Dass das Burgenland wächst, ist der Migration zu verdanken. Lebten 2014 267.865 österreichische Staatsangehörige im Burgenland, so waren es zum Stichtag 1. Jänner 2024 um 270 weniger.

Die Zahl der Staatsangehörigen anderer Länder mit Wohnsitz im Burgenland stieg im selben Zeitraum von 19.551 auf 34.371. Die meisten von ihnen, nämlich 24.806, verfügen über eine Staatsbürgerschaft eines EU- oder EFTA-Staates oder über einen britischen Reisepass. 9.565 Einwohner des Burgenlandes kommen aus Drittstaaten.

2023 fanden im Burgenland 297 Einbürgerungen statt, das sind um 45 Prozent mehr als im Jahr davor. Die meisten Personen werden eingebürgert, weil sie seit mindestens sechs Jahren in Österreich leben. Weitere Gründe für Einbürgerung sind eine Eheschließung mit einem Österreicher/einer Österreicherin oder politische Verfolgung.

Schweine, Schafe und Ziegen im Burgenland

Gezählt werden nicht nur die Menschen, sondern auch Tiere. Statistik Austria veröffentlichte kürzlich die Ergebnisse der „Allgemeinen Viehzählung“, die zum Stichtag 1. Dezember 2023 die Bestände an Schweinen, Schafen und Ziegen ermittelte.

Demnach lebten im Burgenland 37.417 Schweine in 341 Betrieben, 5.961 Schafe in 369 Betrieben und 1.207 Ziegen in 206 Betrieben. Österreichweit geht die Zahl der Schweine, Schafe und Ziegen zurück.