Parndorf gedenkt: Friedensfest erinnert an Opfer des NS-Regimes
80 Jahre Kriegsende
Aus Anlass des 80. Jahrestages der Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen fand am 18. Mai in Parndorf eine Gedenkfeier für die Opfer des Nationalsozialismus statt. Das „Fest des Friedens“ verband historische Aufarbeitung mit persönlichem Gedenken und künstlerischem Ausdruck. Die Veranstaltung unterstrich die Bedeutung von Erinnerungskultur als Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.
Bereits traditionell lädt der Verein Universal Peace Federation Burgenland (UPF) in Parndorf zum Fest des Friedens.
© Julian Fözö, JULIAN FOEZOE
Erinnern, um Verantwortung zu übernehmen
Den Beginn der Gedenkfeier markierte eine Blumenniederlegung an der Gedenkstätte vor dem Friedhofseingang. Diese war 2023 errichtet worden, um an die vertriebenen und ermordeten Jüdinnen und Juden sowie weitere Opfergruppen des NS-Regimes aus Parndorf zu erinnern. Am Nachmittag lud der Verein Universal Peace Federation Burgenland (UPF) unter Obmann Johann Rechberger in die Arena 7111 zum „Fest des Friedens“.
Bürgermeister Wolfgang Kovacs begrüßte die Anwesenden und erinnerte an die Bedeutung des Erinnerns für das kollektiven Gedenkens.
Persönliche Geschichten und historische Aufarbeitung
1934 lebten in Parndorf 36 Jüdinnen und Juden, die in das Dorfleben integriert waren – als Mitglieder der Feuerwehr, des Fußballklubs und des Gemeinderats. Nach dem „Anschluss“ 1938 wurden sie verfolgt, entrechtet und zur Flucht gezwungen. Mindestens sieben Personen wurden ermordet, von vielen anderen fehlt bis heute jede Spur. Nach 1945 ließ sich niemand der Überlebenden in Parndorf nieder.
Kunst, Musik und ein Appell an die Menschlichkeit
Schauspielerin Valentina Himmelbauer las aus dem Theaterstück „Die Retter“ von Katharina Tiwald. Die literarische Annäherung an das Thema Zivilcourage rief zur moralischen Haltung in schwierigen Zeiten auf. Für die musikalische Umrahmung sorgte das Tamburizza Orchester Parndorf unter der Leitung von Johann Maszl, das mit stimmungsvollen Klängen zwischen den Redebeiträgen eine berührende Atmosphäre schuf.
James Moser, Sohn des Parndorfer Widerstandskämpfers Jonny Moser, sprach über die Geschichte seines Vaters und deutete mahnend auf die weltweite politische Lage hin.
Die Gedenkfeier endete mit einem gemeinsamen Moment der Stille. Das „Fest des Friedens“ in Parndorf setzte ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen – und für eine Gesellschaft, die aus der Geschichte lernt.