Absichern für die Hintertür

Leitartikel des Sportchefs

über die UEFA Nations League mit einer überlangen Pause für die Bundesligisten, aber guter Perspektiven für das Nationalteam.

Absichern für die Hintertür

© Lexi

Bernhard Fenz

Während im burgenländischen Unterhaus die Meisterschaft ganz normal läuft, stehen die Profiligen nach wie vor im Zuge einer extralangen Pause still. 20 Tage liegen zwischen dem siebenten und dem achten Spieltag der Bundesliga. Das gibt den Coaches Gelegenheit, in manchen Bereichen taktisch nachzuschärfen und Abläufe zu perfektionieren, ganz ohne Wettkampfdruck am Wochenende. Diejenigen, die Teamspieler in ihren Reihen haben, müssen individuellere Ansätze wählen, wenn der Kader in dieser Zeit eher ausgedünnt ist. Der eine oder andere zusätzliche freie Tag zum mentalen Krafttanken wird aber auch kein Fehler sein. Fakt ist, dass der Rhythmus unterbrochen ist.

Der europäische Betrieb auf Nationalteam-Ebene ist dafür verantwortlich. Gleich vier Spieltage wurden im Zuge der UEFA Nations League angesetzt. Nach dem Heimdoppel gegen Israel (3:1) und Kosovo (3:1) steht für das Nationalteam am heutigen Donnerstag das Spiel in Irland und am Sonntag auswärts gegen Kosovo am Programm. Statt Freundschaftsspielen ohne großen Esprit hat sich mit der Nations League ein weiterer Bewerb im internationalen Fußballbusiness eingenistet. Die unterschiedlichen Stärken der Ligen (A, B, C und D) sind sportliche Anreize für einen Aufstieg oder einen Klassenerhalt. Aktuell spielt Österreich in Gruppe 3 (von 4) in der B-Liga. Steigt das Team von Ralf Rangnick als Erster auf, winken in der nächsten Nations League-Phase (die immer zwischen den Großevents WM und EM gespielt wird) noch attraktivere Gegner.

Apropos attraktiv: Ab 2028 wird das System der Nations League und der Qualifikationsphasen für EM und WM ohnehin grundlegend reformiert und stärker an die neuen Ligaformate im Europacup angelehnt.

Bevor es soweit ist, greift jetzt aber noch der ursprüngliche Modus. Hier kann Österreich durch eine gute Nations League sowieso einiges erreichen. Erstens absichern für den Fall, dass die EM-Quali verhaut wird. Über die Hintertür der Nations League Play-offs für die erfolgreichsten Teams bliebe somit die Last-Minute-Tür zur EM 2028 offen. Zweitens geht es immer auch um die Setzlisten für die EM- und WM-Qualifikationen. Die Nations League hat also ihren Wert, so kompliziert das Konstrukt auch wirken mag: Deshalb ist sie auch längst angekommen.

b.fenz@bvz.at