Amtsleiter Egert geht wieder nach nur acht Monaten
Deutschkreutz
In der Amtsstube von Deutschkreutz will einfach keine Ruhe einkehren. Nur ein halbes Jahr nach seinem Dienstantritt hat Amtsleiter Oliver Egert nun seinen Rücktritt mit 31. Dezember bekanntgegeben. Dem Abgang gehen turbulente Monate in der Gemeindepolitik voraus.
Beim damaligen Amtsantritt. Oliver Egert mit Altbürgermeister Andreas Kacsits, Vizebürgermeisterin Eva Heidenreich, Bürgermeister Jürgen Hofer und den Gemeindevorständen Nicole Gulyas, Manfred Kölly, Jan Müller und Monika Steinwenker.
© Isabella Kuzmits
Die Nachfolge an der Spitze der Amtsverwaltung erweist sich in Deutschkreutz weiterhin als schwieriges Pflaster. Bereits im vergangenen Oktober kündigte der Gemeinderat die bisherige Amtsleiterin Karin Steinwendter. Sie war bereits im August 2025 nach einer Selbstanzeige freigestellt worden, nachdem bekannt geworden war, dass eine Küchenaushilfe im Kindergarten nicht korrekt angemeldet war und Barzahlungen aus der Gemeindekasse erhielt. Am 2. Mai übernahm Oliver Egert die Funktion, legt die Stelle nun jedoch aus persönlichen Gründen per Jahresende nieder.
Auch in der Ortsspitze gab es Wechsel: Im April 2026 trat Bürgermeister Andreas Kacsits (ÖVP) zurück, im September wählte die Bevölkerung Jürgen Hofer (SPÖ) zum neuen Ortschef.
Kritik an Führung
Der plötzliche Rücktritt Egerts sorgt für politische Diskussionen. Während Egert selbst auf Anfrage der BVZ keine Stellungnahme zu seinem Rücktritt abgeben möchte, vermutet LBL-Gemeindevorstand Manfred Kölly hinter seiner Entscheidung eine persönliche Auseinandersetzung zwischen Egert und Bürgermeister Hofer nach einer umfassenden Umstrukturierung im Gemeindeamt. Kölly kritisiert die Führungsqualität des Bürgermeisters, der laut dem LBL-Gemeindevorstand kaum im Amt präsent sei, und fordert eine Gemeinderatssitzung sowie eine Bürgerversammlung zur Aufklärung. Um die Situation im Amt langfristig zu lösen, schlägt Kölly zudem eine Verwaltungsgemeinschaft mit Horitschon und Neckenmarkt vor.
Gemeindespitze bedauert Abgang
Bürgermeister Jürgen Hofer (SPÖ) dementierte Köllys Vorwürfe auf BVZ-Anfrage entschieden und lobte Egerts Arbeit im Amt: „Das stimmt nicht. Es ist sehr schade, dass Oliver zurücktritt, da er einen super Job geleistet hat“.
Auch Vizebürgermeisterin Eva Heidenreich (ÖVP) verwies auf die herausfordernden Aufgaben im Gemeindeamt, wo nach wie vor organisatorischer Aufholbedarf bestehe: „Es gibt keinen Bereich in der Gemeindestube, der gut strukturiert oder organisiert war. Die Arbeit an sich ist sehr herausfordernd, vor allem in Deutschkreutz, aber wenn man erst alles richten muss, geht einem sicher schnell die Luft aus“.
Die Stelle der Amtsleitung muss nun erneut ausgeschrieben werden, bis zum Antritt einer neuen Amtsleitung sollen die Aufgaben vorübergehend auf Mitarbeiter in der Gemeindestube aufgeteilt werden.